#ZeigtRückgrat - Verhaltenskodex gegen Frauenfeindlichkeit im Deutschrap

#ZeigtRückgrat - Verhaltenskodex gegen Frauenfeindlichkeit im Deutschrap

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Felicia B. hat diese Petition an Frank Briegmann (Universal Music Group Deutschland) und gestartet.

Ich habe Angst. Jedes Mal, wenn ich im Dunkeln nach Hause gehe. Jedes Mal, wenn eine Freundin auf ein Date zu einem Mann nach Hause geht. Wir machen dann immer ein Safe-Word aus, mit dem sie mich im Notfall kontaktieren könnte. Alles nur zur Sicherheit. Das Traurige daran? Es macht mir schon fast nichts mehr aus. Es ist normal. Alltag. Und genau das macht mich wütend. Dass Frauen nachts mit dem Schlüssel in der Hand nach Hause laufen, während Männer, die eine Frau belästigen, verteidigt werden.Wir wissen das alles schon lange und tun nichts. Nein, viele unterstützen diesen Zustand mit Ihrer Untätigkeit.

Ein Teil der deutschen Kultur unterstützt eine solche Sicht auf das weibliche Geschlecht extrem: die deutsche Hip-Hop-Szene. Und damit verurteile ich nicht die ganze Szene – ich höre selbst gerne verschiedene Deutschrapper*innen. Aber leider gibt es einen großen Teil an männlichen Rappern in Deutschland, die ihren Lebensunterhalt mit frauenfeindlichen und -verachtenden Texten verdienen. Diese Musik hören sich vor allem junge Menschen an. Sie sind Fans der Verfasser dieser Texte und sehen zu ihnen auf. Und sie glauben ihnen, wenn der Verfasser des Textes suggeriert: Frauen misshandeln ist cool und vollkommen normal. Wenn ihnen vorgelebt wird: Wenn du Frauen misshandelst, passiert dir nichts. Frauen verdienen es nicht anders. Und gleichzeitig wachsen auch Millionen von Mädchen mit dieser Musik auf und lernen: Ich verdiene es nicht anders. Das ist halt so. Es ist normal.

Lines wie „Baller der Alten die Drogen ins Glas, Hauptsache Jo hat seinen Spaß.“, „Bring deine Alte mit, sie wird im Backstage zerfetzt. Ganz normal. Danach landet dann das Sextape im Netz.“ oder „Eine Frau bleibt auf Ewigkeiten ein Gegenstand“ sind keine Seltenheit im deutschen Hip-Hop. Sie werden verharmlost, als lustig abgetan und damit wird ihnen ihre gefährliche Wirkung abgesprochen.

Solange Menschen für solche Aussagen gefeiert werden, werden sich Frauen in unserer Gesellschaft nicht sicher fühlen können. Wie geht es Ihnen Herr Briegmann, Herr Mushatsi-Kareba, Herr Lieberberg, Frau Greifer Swidler, Herr Mullan oder Herr Dopp bei Ihrer Arbeit in den Major Labels damit, wenn Sie solche Zeilen lesen, hören und verkaufen? Was geht dabei in Ihnen vor? Versuchen Sie nur einmal diese Zeilen ernst zu nehmen und sich in die Lage von Frauen zu versetzen, die eine solche Gewalt erfahren (haben).

Wollen Sie, dass eine weitere Generation mit diesem Vorbild aufwächst? Wollen Sie, dass Ihre Kinder und Enkelkinder immer noch denken, es sei cool als Mann eine Frau zu belästigen und es sei normal, wenn eine Frau nachts ihren Schlüssel als Waffe benutzt? Denn das ist es, was passiert. Jeden Tag.

Die Fälle von Nimo, dessen aktuelle Single “Komm mit”, die sexistische Zeilen enthält, von allen Plattformen gelöscht wurde und Samra zeigen, dass eine Veränderung möglich ist. Ich fordere hiermit auch Nimo persönlich auf, seinem Statement auf Instagram vom 18. Juni 2021 nachzukommen und Rückgrat zu zeigen! Es darf nicht bei einzelnen Fällen bleiben; wir brauchen einen allgemeingültigen Kodex aller ökonomischen Strukturen gegen physischen und verbalen Missbrauch und Frauenfeindlichkeit.

Daher fordere ich alle Sie als die Labels, Booking Agenturen und ökonomischen Strukturen dieser Rapper auf: Setzen Sie ein Statement. Schützen Sie Frauen und Mädchen. Und verbieten Sie gezielt frauenverachtende Texte in Ihrem Label. Führen Sie einen Verhaltenskodex ein, der jegliche gewaltvolle Handlungen gegenüber Frauen mit dem Ende der Zusammenarbeit bestraft und frauenfeindliche Lines aus jedem Text streicht. 

Sobald Vorwürfe des Missbrauchs der Nötigung, oder gar der Vergewaltigung gegen einen Musiker bekannt werden: pausieren Sie die Verträge und entlassen Sie ihn beim erhärten des Verdachts entschädigungslos aus den Verträgen. Bauen Sie von vornherein eine “Vergewaltiger- und Frauenfeindklausel” in ihre Verträge ein.

Zeigen Sie Rückgrat.


Mit freundlichen Grüßen

Felicia B.

eine Frau von vielen aus der Gesellschaft, die sie schützen sollenDanke an alle, die dieses Anliegen unterstützen! Kunstfreiheit unbedingt - aber Hetze gegen bestimmte Menschengruppen ist niemals gerechtfertigt!

FAQ:

Gesellschaftlicher Frauenhass/ Misogynie

Würden Texte mit massiver Verachtung und Aufforderung zur Gewalt gegen Juden oder andere Minderheiten unserer Gesellschaft veröffentlicht werden, würden diese niemals im gleichen Ausmaß toleriert werden, wie die Texte, die Gewalt gegen Frauen verherrlichen und legitimieren. Im Gegensatz zu den vielen starken Frauen, die sich im Rahmen von #Deutschrapmetoo aussprechen, hatte ich noch Glück. Ich war bisher noch kein Opfer einer Vergewaltigung. Aber dass wir es als „Glück“ ansehen müssen, wenn uns „nur“ an den Hintern gegriffen wurde, wir Catcalling oder der Belästigung durch unangebrachtes Flirten oder ähnlichem ausgesetzt waren… Das ist das eigentliche Problem. So viele Mädchen und Frauen haben noch so viel Schlimmeres erlitten – und sie werden nicht beschützt. Das muss sich ändern! Hören Sie uns endlich zu und drehen Sie den Frauenfeinden den Geldhahn zu!


Wieso fokussierst du dich auf Deutschrap? Sind das die Einzigen?

Ich sage nicht, dass das Problem der Gewalt gegen Frauen nur im Deutschrap verwurzelt liegt – keinesfalls! Auch distanziere ich mich klar von den rechten Stimmten, die die aktuelle Debatte nutzen, um nur BIPOC, oder migrantische Männer der Frauenfeindlichkeit beschuldigen. Patriarchat und Frauenfeindlichkeit sind universell und von ethnischen und kulturellem Hintergrund unabhängig. 

Aber viele Texte von deutschen Rappern fungieren als Benzin auf dem Feuer gegen das täglich so viele kämpfen und wie sich in den letzten Wochen gezeigt hat, sind viele der Rapper selbst des Missbrauchs, der Nötigung, oder sogar der Vergewaltigung schuldig.

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