Präsenzunterrichtpflicht in NRW während einer Pandemie in Bildungspflicht umwandeln

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Das Sars-Cov2-Virus lässt aktuell in Nordrhein-Westfalen die Infektionszahlen in die Höhe schnellen. Während immer mehr Städte mit ihren Inzidenzwerten an der Obergrenze kratzen, haben viele diese schon überschritten. NRW verzeichnet die meisten Infektionen deutschlandweit und ist auch mit der höchsten Inzidenz von 321 (Stand 22.10.2020) in Baesweiler absoluter Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich.

Dieser Umstand hat das Schulministerium allerdings nicht dazu veranlasst auch für Schulen die Schutzmaßnahmen zu erweitern. Während sämtliche Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens inzwischen unter Auflagen stehen, setzt man beim Schulalltag erneut auf Regelbetrieb.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, welche kleinere Klassen, Kohortengruppen, Laufwege und Distanzunterricht für Städte mit einer Inzidenz von >50 vorsehen werden ignoriert, man verlässt sich ausschließlich auf Mundschutz und regelmäßiges lüften. Der öffentliche Personennahverkehr als Hauptverkehrsmittel für Schüler wird vollständig außer Acht gelassen.

Kinder, und ebenso die unterrichtenden Lehrer und Schulpersonal werden aktuell aus dem Infektionsschutz ausgeklammert, gleichzeitig den Eltern aber durch die geltende Anwesenheitspflicht im Präsenzunterricht die Alternative genommen, selbst die Verantwortung für den Schutz ihrer Kinder zu übernehmen.

Wir fordern:

Umwandlung der Anwesenheitspflicht im Präsenzunterricht in eine Bildungspflicht während einer Pandemie!

Während einer Pandemie muss es im Ermessen der Eltern liegen, ob sie ihr Kind zur Schule schicken oder lieber zuhause unterrichten.

Der Präsenzunterricht sollte den Kindern vorbehalten sein, deren Eltern auf Betreuung und Bildung durch die Schule angewiesen sind. Wer seine Kinder zuhause unterrichten und betreuen kann, sollte dies dürfen.

Je mehr Kinder zuhause bleiben können, umso weniger Kinder müssen in der Schule auf engen Raum sitzen, Abstandregelungen können besser eingehalten werden, das Infektionsrisiko sinkt für Schüler, Lehrer, Angehörige und alle weiteren Beteiligten.

Bildung ist ein Menschenrecht – diesem Recht wird man auch mit Distanzunterricht gerecht.

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sowie das Recht auf Pflege und Erziehung durch die Eltern sind Grundrechte (Artikel 2 und 6, Grundgesetz). Diesen gilt es nun gerecht zu werden, indem der Besuch des Präsenzunterrichts zu Pandemiezeiten nicht mehr Entscheidung des Landes ist, sondern Entscheidung der Eltern.