Wohnraum und Gesundheitsversorgung für obdachlose Menschen in Hannover

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Menschen, die auf der Straße leben, werden ihrer Menschenrechte beraubt. Sie leiden unter Hunger, ungenügender Gesundheitssorge und Gewalt. Sie haben buchstäblich kein Dach über dem Kopf. Diese Umstände sind untragbar, denn:

Wohnen ist ein Menschenrecht!

Jetzt im Winter verschärft sich diese existenzielle Notlage durch den Kälteeinbruch noch um ein Vielfaches. Jede*r von uns sieht täglich frierende, notdürftig in Schlafsäcke oder Decken eingewickelte Menschen am Straßenrand. Diese Menschen sind in akuter Lebensgefahr, für einige von ihnen endet diese Jahreszeit tödlich. Manche sterben auf offener Straße.

In der Corona-Pandemie gehören obdachlose Menschen überproportional häufig zu der besonders gefährdeten Gruppe der Vorerkrankten und/oder Immungeschwächten. Für alle Bürger*innen gelten Abstandsgebote- und Hygienemaßnahmen, Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit werden verschärft sanktioniert und es gilt das Gebot, möglichst zu Hause zu bleiben – aber wohnungslose Menschen leben z.T. im öffentlichen Raum, sie haben kein Zuhause. Viele Hilfsangebote sind seit Ausbruch der Pandemie nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zugänglich. Das Corona-Nothilfeprogramm der Stadt reicht nicht aus – Nothilfe und Konzepte, auf die sich Verantwortliche beschränken, sind überholt – gerade angesichts einer Pandemie.

Wohnen und Gesundheitsversorgung sind Menschenrechte!

Deswegen fordern wir als Hannoveraner*innen von unserem Oberbürgermeister:

  • Sorgen Sie für sofortige wirksame Schutzmaßnahmen vor dem Corona-Virus für wohnungslose Übernachtungsgäste in den bestehenden Unterkünften: Ausreichende Einzelzimmer und Räume für Quarantäne bereitstellen, präventive Corona-Tests, gesundheitliche Aufklärung, Möglichkeiten zum 24h-Aufenthalt, Schutzutensilien in ausreichender Menge bereitstellen!
  • Die systematische Einbindung wohnungsloser Menschen in die Impfstrategie!
  • Wohnungslosen Frauen und nicht-binären Menschen sind spezielle Schutzräume bereitzustellen!
  • Stellen Sie sofort freie Hotelzimmer, Hostelbetten, Pensionen und sonstigen leerstehenden Wohnraum für obdachlose Menschen unbürokratisch zur Verfügung, um eine Unterbringung unter Wahrung der Abstandsregeln zu ermöglichen!
    Die Unterbringung von obdachlosen Menschen in leerstehenden Wohnungen oder Hotels ist durch die Polizei oder durch das Ordnungsamt rechtlich jederzeit möglich.
  • Zwangsräumungen von Wohnungen müssen – gerade in Pandemiezeiten – ganz ausgesetzt werden, um Wohnungslosigkeit zu verhindern!
  • Ergänzen Sie die Kälte-Nothilfe um soziale Beratung und Begleitung, um obdachlosen Menschen u.a. trotz geschlossenen Ämtern einen Zugang zu Sozialleistungen zu ermöglichen und um auch Menschen zu unterstützen, die vom Anspruch auf Sozialleistungen ausgeschlossen sind!
  • Menschen, die nicht ans Hilfesystem angebunden sind und die z.T. durch lange soziale Isolation und körperliche/psychische Probleme ausgegrenzt sind, müssen aktiv aufgesucht werden. Erweitern Sie das bestehende Angebot um soziale Beratung und Einzelfallbegleitung!

Die Kältehilfe-Saison endet im März/April – sie ist nur ein Notprogramm, aber es braucht langfristige Lösungen.

Setzen Sie nicht weiterhin auf Massenunterkünfte und Notunterbringungen, sondern setzen Sie endlich für ALLE obdachlosen Menschen das von Ihnen im Wahlkampf 2019 versprochene Konzept "Housing First" konsequent um. Nach diesem Prinzip erhalten wohnungslose Menschen vor allen anderen Hilfen zuerst eine eigene Wohnung.
Um die Housing-First-Strategie umzusetzen, ist eine umfassende Wohnungspolitik nötig.

HANDELN SIE JETZT!