Wohnraum muss für alle LEISTBAR! sein!! Keine Kategorisierung von Menschen!!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 100.


Eine Menge Text - aber wichtig bis zum letzten Wort.

PROLOG  --  DAS GEHT UNS ALLE AN!

diese Petiton wurde in ihren Anfängen bereits im Herbst 2016 erstellt. Das Problem aber, oder besser gesagt "die Probleme", sind wesentlich älter. Die Aussage "Es fehlt an Wohnraum" stimmt so nicht *). Natürlich ist der Bedarf von Neubauten, die auch für den "gemeinen Mann" erschwinglich sind, sehr groß. Allerdings bleibt es oft beim "verbalen Wohnungsbau" und am Ende erhält der den Vorzug, der "barrierefreien" Zugang zum Wohnungsmarkt hat. Abgesehen davon, dass ein Angestellter im öffentlichen Dienst mit seinem monetären Polster für einen Vermieter lukrativer ist, als ein arbeitsloser Familienvater, der Kunde beim Job-Center ist, kann Ersterer seine notwendigen Unterlagen innrhalb weniger Tage oder gar Stunden präsentieren, während Letzterer sich ersteinmal mit behördlichen Vorgaben und Einschränkungen herumschlagen muss. Bis dahin ist die Wohnung aber vergeben. Das ist nur ein Beispiel von vielen anderen und das ist die Praxis.

*) In allen Städten Deutschlands gibt es neben fehlenden Neubauten auch erhebliche Leerstände von Wohnungen und Häusern, die zwar für den Wohnungsmarkt grundsätzlich geeignet sind, aber vom Eigentümer diesem nicht zur Verfügung gestellt werden. Lieber werden Ausgleichszahlungen an die jeweilige Kommune (die aber teilweise sukzessive abgesenkt werden) gezahlt, bevor man sich "den Ärger ins Haus holt." und/oder Geld in die Hand nimmt, um die Wohnung zu sanieren. Auch in "meiner" Stadt Ravensburg und in meiner Geburtsstadt Schleswig 30 Kilometer südlich von Flensburg ist das so. Zwischen diesen beiden Städten liegen Stuttgart, Mannheim, Frankfürt, Göttingen, Berlin, Köln, Bremen, Hannover, Hamburg usw. Überall die gleiche Situtation. "Eigentum verpflichtet," heißt es im Grundgesetz (Art. 14,2) und diese Aussage wird nicht durch den Absatz 1 selbigen Artikels aufgehoben, bzw. kann man beide nicht gegeneinander ausspielen, wie es vor ein paar Wochen ein Mitglied des Ravensburger Gemeinderates mir gegenüber versuchte..

-------------------------------------------------------------------------------------

ECHTE TEILHABE, statt sozialer Almosen !! Keine Kategorisierung von Menschen bei der Vergabe von Wohnungen!!

Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen, dass hört sich gut an und ist auch notwendig. Jedoch das alleine wird nicht reichen und ist auch nicht das Grundübel allein.

Vielmehr muss die Kategorisierung durch die sogenannten Gatekeeper (Torwächter) endlich aufhören. "Wird jeder Wohnungssuchende tatsächlich als Wohnung suchender Mensch gesehen, oder primär als Einheimischer oder Migrant, als Mann oder Frau, als Christ oder Muslim, als Arbeiter oder Beamter, als Angestellter oder Hartz-IV-ler –-- und je nach Einordnung begünstigt oder benachteiligt"? (C. Barwik).

Gatekeeper können sein: Privatvermieter, Mitarbeiter der Wohnungsbaugesellschften und der Stadtverwaltung oder die jeweilige Stadtverwaltung selbst mit ihrer Verwaltungsphilosophie. Und die Frage muss auch erlaubt sein, ob ein einst "sozial schwacher Mieter" von 2010, dies auch heute (2018) noch ist?

Eine groß angelegte Studie mit anonymisierten Interviews von Mitarbeitern der Gesellschaften und Verwaltungen in der Stadt Berlin (Barwik, s.o.) hat belegt, dass es diese Kategorisierung und die damit verbundene Benachteiligung bestimmter Gesellschaftsgruppen tatsächlich gibt. Signifikant auffällig hoch sind vor allem die Zahlen bei den Hartz-IV-Empfängern und Migranten. Wer dann als Migrant von Hartz-IV lebt, hat so gut wie keine Chance.

Und Berlin wird ganz gewiss keine Ausnahme sein. Durch diese "Filterarbeit" der Torwächter (siehe auch die Türsteher vor gewissen Discos) werden die sozialen Unterschiede in unserer Gesellschaft noch gefördert und beschleunigt. Nach dem Motto "Draußen vor der Tür", bleibt vom Standard-Wohnungsmarkt exkludiert, wer nicht in den "ersten zwei Sätzen oder maximal zwei Minuten" einen entsprechend guten Eindruck beim Wohnungsgeber macht und /oder nachweisen kann, dass er einigermaßen gut "betucht" ist..

Eine weitere Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die auf dem Mikrozensus 2014 basiert, hat darüber hinaus ergeben, dass ökonomisch schwach gestellte Menschen, im Schnitt fast 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben, während es bei Menschen mit überdurchnittlichen Einkommen lediglich 17 Prozent sind, wobei schon allein deren Miete das Gesamteinkommen einer "einfachen" Familie meist übersteigt. Und die Schere geht seit 2014 immer weiter auseinander - und da werden auch mehr Sozialwohnungen (wenn sie denn endlich einmal gebaut und bezugsfertig sein werden) allein nicht helfen. Der "Teufelskreis der Ungleichbehandlung" muss durchbrochen werden.

(c) Stefan Weinert, Ravensburg, 12.03 2018

 --------------------------------------------------------------------------

Wohnraum muss für alle bezahlbar / leistbar sein

Bezahlbarer und dabei noch guter Wohnraum ist schon seit Jahrzenten für viele Menschen in Ravensburg, Weingarten und dem gesamten Landkreis Ravensburg ein Traum, der nicht in Erfüllung geht und auch nicht in Erfüllung gehen kann. Ständig steigen die Kaltmieten und die Nebenkosten haben sich zu einer zweiten Miete in unberechenbarer Höhe (Nachzahlungen) entwickelt. Dazu kommen noch teilweise überhöhte Kautionen, die aber bereitwillig von denen, die es sich leisten können, gezahlt werden, um eben einen Mietvertrag abschließen zu können. Schon hier wird gefiltert.

Vorschläge und Ideen, um Menschern, die auf Wohnungssuche sind zu helfen und auch eine solche zu finden, gibt es einige, aber nicht genug. Für Menschen mit einem guten oder auch mittleren Einkommen stellt sich dieses Problem eigentlich nicht. Vielmehr sind es diejenigen unter uns, denen es aufgrund ihres sozialen Standes in unserer reichen Gesellschaft nicht reicht, Wohnraum auch aus eigenen Mitteln bezahlen zu können. Sie können sich die angebotenen Wohnungen schlichtweg nicht leisten. Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht an eine adäquate Wohnung kommen: Es sind ihre Herkunft, ihr Aussehen und ihre Einschränkungen, die sie mitbringen.

Eigentlich ist das Wort "bezahlbar" bei der Diskussion um den Wohnraum nicht ganz passend. Es müsste heißen: "leistbarer" Wohnraum. Denn oft können die von den Vermietern geforderten Kosten für eine Wohnung nur durch "Aufstockung durch den Staat"  vom Mieter - aufgrund seines niedrigen Gehaltes oder seiner kleinen Rente - beglichen werden. Das geschieht einmal durch die Gewährung von "Wohngeld" und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII (Rentner und arbeitsunfähige Menschen) durch das Sozialamt, oder SGB II (Hartz-IV Leistungen) durch das Job-Center. Wenn es sich z.B. um unangebracht hohe Mieten bei maroden Wohnungen  handelt, unterstützt der Staat im Grunde genommen hier den Mietwucher, statt ihn auszubremsen! Denn eine Kontrolle vor Ort durch den Gesetzgeber ist nicht vorgesehen.

Im Bundesdurchschnitt zahlen Mieter für ihre Wohnung (Warmmiete) 35 Prozent ihres Nettogehaltes. In Freiburg sind es 45 Prozent, Stuttgart 44 Prozent, Frankfurt a.M. 40 Prozent. Unter 30 Prozent sind es in Flensburg, Leverkusen und Paderborn. Den Niedrigrekord hält Gütersloh mit 25 Prozent. Es geht also! - Deutliche Ausnahmen nach oben bilden Berlin und Hamburg: Hier müssen Mieter 50 Prozent ihres Nettoverdienstes für die Wohnung aufbringen – Nebenkosten exklusive. Auch in und um Ravensburg liegen die Warmmieten meist (nicht immer) weit über der roten Linie von 1/3 des Nettoeinkommens.

Es kann und darf auch nicht sein, dass Wohnungen nach Ansehen, sozialem und wirtschaftlichem Stand  vergeben werden.  Eine Mietsenkung von 14 Prozent - wie in dem "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum" in Ravensburg vorgeschlagen und das nur für jede zehnte Wohneinheit, erscheint wie ein doppeltes Feigenblatt. Es sollten mindestens 25 Prozent Mietsenkung für mindestens 1/3 der Wohneinheiten sein. Das wäre die Möglichkeit zur echten Teilhabe. Ebenso ist ein Quadratmeterpreis von 7 bis 7,50 Euro (Ravensburger Weststadt) auch für diese Klientel zu viel.

Eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro, wird kaum Probleme haben, eine Wohnung zu "ergattern". Aber was ist mit der alleinerziehenden Mutter, die als Kassiererin im Supermarkt 12,50 Euro Brutto/Stunde erhält. Was ist mit der Renterin, die von 808 Euro im Monat leben muss? Was ist mit dem Hartz-IV-Empfänger, dessen Miete zwar das Job-Center übernimmt, der aber wegen seines Status' dem Vermieter nicht unbedingt als passend erscheint.

Deshalb wäre es besser, einen gemeinsamen Eigenbetrieb mit Beteiligung der Städte Ravensburg und Weingarten und der Kommunen Baienfurt/Baindt/Berg, so wie der Beteiligung des Landratsamts Ravensburg  zu gründen [Schussen-Bau], die dann  Bauherr und Bewirtschafter zugleich sein können.

Die bundesweiter Mietpreisbremse hat von Beginn an nicht funktioniert. Auch ein Mietpreisspiegel in den einzelnen Kommunen, an den man sich halten sollte (Konjunktiv), funktioniert nicht, denn freiwillig will (fast) niemand auf das fette Stück vom Kuchen des Geschäftes mit den Immobilien (Vermietung, Verpachtung, Verkauf) verzichten.

Unterschreiben Sie bitte für "ECHTE  TEILHABE,  STATT  SOZIALER  ALMOSEN" ! Vielen Dank!

Stefan Weinert, Ravensburg im Advent 2016/ Neujahr 2018/11. Mai 2018

 

 



Heute: Stefan verlässt sich auf Sie

Stefan Weinert benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Wohnraum muss für alle LEISTBAR! sein!! Keine kategorisierung von Menschen!!”. Jetzt machen Sie Stefan und 38 Unterstützer/innen mit.