Petition geschlossen.

Wir wünschen uns ein familienfreundliches Bendorf ...

Diese Petition hat 529 Unterschriften erreicht


... mit einem an den Bedürfnissen unserer Kinder, Alleinerziehender Eltern und Familien orientierten Gesamtkonzept. Unter Abbildung der aktuellen Lebenswelten wurde in Zusammenarbeit von Stadt, den Gewerbetreibenden, den Familien und der Kommunalpolitik ein nachhaltiges und tragfähiges Konzept entwickelt, welches für ein ausreichendes Platzangebot im KiTa Bereich sorgt und die Betreuungszeiten für die Familien berücksichtigt, die durch die Anforderungen in der Arbeitswelt und auch durch z.B. die Ferien entstehen.

Doch die Realität sieht aktuell jedoch ganz anders aus!

Wie wir am 31.05.2017 von unserem Herrn Bürgermeister erfahren mussten ist geplant zum nächsten Kindergartenjahr 2018/2019 die Hortgruppe, welche seit über 20 Jahren existiert, fristlos zu schließen. Weiter soll mit Eröffnung des geplanten Kindergartens am Lohweg das Verpflegungskonzept im Haus des Kindes grundlegend verändern.

Hiermit möchten wir deutlich unser Unverständnis zu diesen Maßnahmen zum Ausdruck bringen. Wir als Elternausschuss sind strikt gegen diese Maßnahmen und möchten, dass dies zur Kenntnis genommen wird und bei jeden weiteren Schritten Berücksichtigung findet.
Es sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass die Kinderrate glücklicherweise in Bendorf weiterhin steigt. Derzeit zeigt sich dies akut in der großen Not an fehlenden Kindergartenplätzen, aber in spätestens 4 Jahren wird sich dies auch in der fehlenden schulischen und nachschulischen Betreuung wiederspiegeln. Aber anstatt hier diesem Defizit entgegen zu treten, wird an falscher Stelle weiter eingespart. Unseres Erachtens ist dringender Handlungsbedarf von Nöten eine langfristige Lösung herbeizuführen. Eine Abschaffung von 20 Hortplätzen, mit dem Argument diese Kinder zu bevorzugen, kann und darf hier nicht die 1. Wahl sein. Zumal eine entsprechende Betreuung im Gesetz fest verankert ist.

Der Neubau KiTa Lohweg ist laut Aussage des Herrn Bürgermeisters den aktuellen Bedarfszahlen entsprechend bereits jetzt schon zu klein. Wir beobachten diese steigenden Bedarfszahlen bereits selbst seit mehreren Jahren und haben in persönlichen Gesprächen mit dem Bürgermeister mehrfach sowie auf Stadtratssitzungen darauf hingewiesen und um Mitwirkung zur Entwicklung von nachhaltigen und tragfähigen Lösungskonzepten gebeten. Auch die KiTa Stromberg platzt aus allen Nähten, so dass für mindestens 17 Kinder die Gründung einer ausgelagerten Waldgruppe in Betracht gezogen wird.
Bei diesen ganzen Überlegungen wurden die Neubaugebiete Bendorf-Süd noch nicht einmal berücksichtigt. Diese Gebiete werden Anzugspunkte für junge Familien sein; stellen Sie sich vor wie diese reagieren, wenn sie das mehr als dürftige Angebot an Kinderbetreuung vorfinden? Auch sind die neuzugezogenen Flüchtlingsfamilien noch nicht in der Addition berücksichtigt.
Lassen Sie uns darüber hinaus deutlich zum Ausdruck bringen, wie enttäuscht und wütend wir waren und sind durch unseren Bürgermeister zu hören, dass an dieser Stelle eingespart wird, weil wir als Eltern, Familien und Kindern den geringsten Widerstand leisten. U.E. hätte die Verwaltung bei Einsparungen in anderen Bereichen erheblich mehr zu erwarten.
Alternativen über die künftige Betreuung der Hortkinder wurden keine dargelegt. Auch für die bisher durch das Haus des Kindes gewährleistete umfangreiche Ferienbetreuung der Hortkinder wurden keine verbindlichen Aussagen für die Zukunft getroffen. Es gibt und gab bisher auch aktuell keine Angebote der Stadt Bendorf für eine Ferienbetreuung über einen Zeitraum der Schulferien, insbesondere der 6-wöchigen Sommerferien. Insgesamt sprechen wir von rund 75 Schließtagen nebst Ausfallzeiten durch Erkrankung des Lehrpersonals. Diese stehen den Schließzeiten des HadeKi mit rund 25 Tagen gegenüber.

Ob die frei werdende Räumlichkeit überhaupt als Unterbringungsmöglichkeit für KiTa-Kinder nutzbar sein wird, wurde auch noch nicht geprüft oder genehmigt.
Auch mit dem geplanten Verpflegungskonzept sind wir nicht einverstanden. Die Frischküche durch fertiges aufzuwärmendes Essen zu ersetzten stellt u.E. einen großen Rückschritt dar. Die gesunde Ernährung, durch Belieferung von Lebensmittel aus regionaler Herkunft, steht für uns im Vordergrund ebenso wie die frische Zubereitung. Wir sehen es als wichtig und unabdingbar an aufgrund der steigenden Rate an adipösen Kindern und Jugendlichen bereits im Kleinkindalter auf ausgewogene Ernährung mit frischer Zubereitung zu achten. In der KiTa Lohweg wurde bereits bei der Planung keine Frischküche berücksichtigt.
Dies sind zwei "ausschlaggebende" Kriterien für die Wahl ein Kind in gerade dieser unseren KiTa unterzubringen. Ein Aushängeschild für die Stadt Bendorf so zu sagen, von der es mehr geben sollte.

Unsere vorhandene Medardus Grundschule stellt mit ihrem Ganztagsangebot keine flexiblen Abholzeiten bereit, so dass Sportangebote welche gegen 15:30 oder 16:00 Uhr starten nicht wahrgenommen werden können. Es können nur bedingt Sozialkontakte mit Freunden gepflegt werden. Außerdem ist die Betreuung nicht lang genug für die Eltern, die Vollzeit arbeiten gehen müssen, sprich bis 17:00 oder 17:30 Uhr. Die betreuende Grundschule kann zeitlich nur bis 13:15 Uhr eine Betreuung gewährleisten. Die Ganztagsschule starr und fest bis 16:00 Uhr bzw. im Übergang zwischen Sommer-/Herbstferien nur bis 15:00 Uhr, freitags früher. Die Ferienzeiten sind überhaupt nicht berücksichtigt auch nicht extern in den leerstehenden Räumlichkeiten der Schule. Außerdem sind die Plätze der Ganztagsschule auf das Platzangebot der Mensa von 80 Sitzplätzen beschränkt, so dass die Grundschule von aktuell 310 Kindern nur max. 160 dieser Kinder das Ganztagsangebot anbieten kann.
Wer garantiert uns einen dieser begrenzten Plätze in der Grundschule?
Ist es wirklich gewünscht Existenzängste auszulösen und die Kinderarmutsrate zu erhöhen, weil Mütter ihren Job nicht mehr ausüben können?
Wir wissen um die finanziell schlechte Lage der Stadt und verstehen auch, dass hier Einsparung gemacht werden müssen. Allerdings geht es bei der Weiterführung des bestehenden Horts um weniger als 100.000€ pro HH-Jahr. Diese setzen sich lt. des Herrn Bürgermeister aus 111.000€ Bruttolohnkosten abzüglich des Elternbeitrags i.H.v. 23.000€ zusammen; verbleiben 88.000€. Die Bruttolohnkosten bleiben jedoch auch ohne eine Fortführung des Hortes in vollem Umfang erhalten, da die Mitarbeiter weiterhin von der Stadt Bendorf beschäftigt werden müssen. Allerdings entfallen die zusätzlich erwirtschafteten Elternbeiträge, was im Umkehrschluss sogar ein weiteres Minus von 23.000€ pro HH-Jahr für die Stadt bedeutet. Den angeblich überhöhten Ausgaben für die Erhaltung des Hortes stehen Projekte gegenüber, die weit mehr Gelder verschlingen. Auf unsere Frage, welche weiteren Einsparungen durch die Stadt Bendorf erfolgen werden oder könnten, gab der Bürgermeister keine Auskunft, da er diese lange Liste leider nicht präsent im Kopf hatte.
Wie kann es sein, dass 1.401.000€ in die Sanierung eines Hochofens investiert werden, wenn nicht einmal 100.000€ für die Betreuung von unseren Kindern zur Verfügung stehen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Familie und Sport und auch des Stadtrates wissen vermutlich schon mehr über die Haushaltsplanung 2018 und über weitere Einsparungen. Wir hoffen, dass der Ausschuss für Jugend, Familie und Sport unseren Worten Gewicht verleihen wird und diesem Ausverkauf an Kinderbetreuung entschieden entgegen treten.

Familienfreundlich geht nämlich anders!

Zudem hat unser Herr Bürgermeister uns quasi von seiner Seite aus ein bereits beschlossenes Konzept vorgestellt, so dass wir als Elternausschuss zu diesem Thema nicht wie in der Elternausschussverordnung unter § 3 Abs.2 vorgesehen, "vor" der Entscheidung hierzu gehört wurden, sondern nachdem diese Entscheidung bereits getroffen ist. Lediglich Eine Abstimmung des oben genannten Ausschuss von Jugend, Familie und Sport wäre noch von Nöten, dass es vom Stadtrat beschlossen werden würde. Uns als Elternausschussvertretung wird diesbezüglich keinerlei Möglichkeit zur Beeinflussung dieser Entscheidung eingeräumt; sogar der Wunsch über stillschweigen ausgesprochen.
Im Nachgang an den Vortrag des Herrn Bürgermeister erfolgte eine einstimmige Abstimmung der anwesenden Elternausschussverteter gegen eine Schließung des Hortes.
Abschließend möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass wir, auch als Bürger und Wähler der Stadt Bendorf, dieses Entscheidungsvorhaben in keinster Weise unterstützen können.
Wir sind jedoch gerne dazu bereit, uns gemeinsam mit den unterschiedlichsten Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Familien um umsetzbare und nachhaltige Lösungen zu bemühen und dafür einzusetzen.



Heute: Jörg verlässt sich auf Sie

Jörg Schlüter benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Wir wünschen uns ein familienfreundliches Bendorf ...”. Jetzt machen Sie Jörg und 528 Unterstützer/innen mit.