WIR FORDERN DIE REALISIERUNG DES MAHNMALS AN DER KEUPSTRASSE IN KÖLN

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OFFENER BRIEF VON KULTURARBEITER*INNEN
AN DIE OBERBÜRGERMEISTERIN FRAU HENRIETTE REKER UND DEN RAT DER STADT KÖLN:

WIR FORDERN DIE REALISIERUNG DES MAHNMALS AN DER KEUPSTRASSE IN KÖLN MÜLHEIM !

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker, sehr geehrte Damen und Herren des Rates,

zum 9. Juni 2019, 15 Jahre nach dem rassistischen Anschlag in der Keupstraße, fordern wir Sie auf, endlich das Mahnmal an der Keupstraße zu realisieren. Seit der so genannten Selbstenttarnung des NSU im November 2011 klagen wir mit den Betroffenen Gerechtigkeit ein.Ebenso fordern wir das Recht auf Erinnerung ein, das ihnen, den Überlebenden des geplanten Massenmordes in der Keupstraße und den Überlebenden des Bombenanschlags in der Probsteigasse,bisher verwehrt wurde. Hiermit erwarten wir von der Stadt Köln einverantwortungsvolles Zeichen gegen rechtsterroristische Gewalt und gegen jegliche Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und für die damit selbstverständlich einhergehende Anerkennung der migrantisierten Bürger*innen und der Migrationsgesellschaft.

Wir möchten auf die Wichtigkeit von Formen des öffentlichen Geden-kens hinweisen: in allen Städten, in denen der NSU Mordtaten verübte, wurden sofort Gedenksteine mit der gemeinsamen Erklärung der sieben Oberbürgermeister*innen aufgestellt und offizielle Gedenkfeierlichkeiten organisiert. Die Angehörigen der Mordopfer stehen dabei meist im Zentrum der Gedenkveranstaltungen. In einigen Städten gab es gar Umbenennungen von Straßen und Plätzen, die nach den jeweiligen Opfern benannt wurden wie beispielsweise inKassel der Halitplatz (in Sichtweite zum Tatort Internetcafé) oder die Taşköprüstraße in Hamburg. Nicht alle dieser Initiativen erfolgten im Sinne der Hinterbliebenen und Betroffenen, jedoch bekannten sich die städtischen Institutionen dieser Städte zu einer verantwortlichen Erinnerungspolitik, indem sie sich damit öffentlich gegen jegliche rassis- tische und rechtsradikale Gewaltformen wenden. Dies erwarten wirgerade im Hinblick auf die gefährlichen Tendenzen in bundesdeutscher wie auch europäischer Politik als eine selbstverständliche Haltung auch von der Stadt Köln.

Die „Keksdosen-Bombe“ in der Probsteigasse (2001) und insbesondere die Nagelbombe in der Keupstraße (2004) hatten eine enorme Wucht: bestückt mit 700 „Zimmermannsnägeln“ mit einer Länge von 10 cm, richtete sie sich gegen die Menschen, die die Keupstraße zu einem lebendigen, attraktiven und zeitgenössischen Ort des gemein-samen Lebens und Arbeitens gestaltet haben. Die direkt von der Nagelbombe getroffenen Menschen – ehemalige Gastarbeiter*innen und deren Nachfahren – waren nicht mehr Gast, sondern hatten sich als Postmigrant*innen eigenständige, autonome Existenzen aufgebaut. Die Bombe mit den 700 Nägeln sollte genau diese Autonomie der Migration treffen und das Signal senden, dass Migrant*innen in Deutsch-land nicht sicher sind und nicht geschützt werden. Mit den Morden wie auch mit den Bombenanschlägen in Köln (und Nürnberg) wollte der NSU unsere Gesellschaft spalten.

Nach dem offiziellen Beschluss des Rates der Stadt Köln, dass einMahnmal zur Erinnerung an die Opfer der beiden rassistischen Bombenanschläge in Köln zu realisieren ist, wurde eine Jury eingesetzt und mit der Aufgabe beauftragt, eine stimmige Konzeption für ein Mahnmal zu wählen. Der Rat der Stadt Köln erkannte dabei auch an, dass die Betroffenen der rassistischen Anschläge an dem Auswahl-verfahren der Jury beteiligt sein müssen, damit deren Perspektiven
als Subjekte, wie auch als Zeug*innen der Geschichte, in die Konzeption eines Mahnmals einfließen können. Dies war zunächst ein sehr hoffnungsvolles Zeichen.

Auch hinsichtlich des Ortes für das Mahnmal gab es von Beginn des Auswahlverfahrens eine Einigung für eine Fläche, die sich in direkter Nähe zum Anschlagort, am Eingang der Keupstraße/Schanzenstraßebefindet. Hier möchte jedoch gleichzeitig eine Investmentfirma ein lukratives Gewerbegebiet bauen. In einem dafür eingerichtetenWerkstattverfahren wurde dann darauf hingewiesen, dass in derBebauungskonzeption ein Gedenkort am Eingang der Keupstraße
gewünscht ist. Denn der Stadtrat hatte diesen Beschluss in die Auf- gabenstellung zur Planung der Neubebauung des gesamten
Gebietes (Werkstattverfahren) eingehen lassen. Darin hieß es wörtlich:

„Als Adressbildung für das neue Quartier ist an der Schnittstelle mit dem bestehenden Stadtteil im Bereich Keupstraße/südliche Schanzenstraße ein besonderer Platz- oder Freiraum gewünscht.Im Quartier soll später ein ‚Erinnerungsort‘ gestaltet werden, der auf das Bombenattentat in der Keupstraße im Jahr 2004 ver- weist. Dieser könnte beispielsweise auf dem Platz- oder Freirauman der Keupstraße eingerichtet werden. Zur Ideenfindung soll hierzu ein künstlerischer Wettbewerb stattfinden.“

Im Ergebnis des Werkstattverfahrens wird diese eindeutige Aufgaben-stellung des Rates jedoch völlig missachtet. Die Mehrheit desBeratungsgremiums nämlich empfiehlt den Entwurf eines Architekten, der sich ausschließlich an den Vorgaben der Investoren orientiert und genau das Gegenteil des Ratsbeschlusses vorsieht, nämlich eine intensive vier- bis fünfstöckige Bebauung direkt an der Kreuzung Keup-/Ecke Schanzenstraße. Nach dieser Planung wäre für das geplante Mahnmal in Sichtweite des Nagelbombenattentats kein Platz.

Folglich soll nun auf dem vorgesehenen Grundstück statt des Mahn- mals ein Gewerbequartier entstehen. Die städtischen Politiker*innen geben dem Interesse der Investmentgruppe den Vorrang und stoppen somit jegliche Prozesse zur Verwirklichung des Mahnmals.

Wir sind fassungslos, mit welcher Verzögerungstaktik die Stadt Köln seinem internationalen Ansehen schadet, indem sie somit zeigt, wie scheinbar wenig ihr daran gelegen ist, die migrantisch geprägten Teile der Stadtgesellschaft in ihre Mitte zu nehmen. Statt das Mahnmal mit Nachdruck und Engagement an dem ursprünglich vorgesehenen und von den Betroffenen geforderten Platz zu realisieren, gibt es einen Kniefall vor den Investoren. Anders können wir die fehlende Unterstützung der Forderungen, das Mahnmal endlich zu realisieren, nicht deuten.

Die Stadt Köln versäumt es hier, einen erinnerungspolitisch einzig-artigen und innovativen Entwurf als Gedenkort zu realisieren.
Denn der einstimmig gewählte Entwurf sieht neben einem physischen
Teil einen digitalen, partizipativen Ansatz vor, der alle Bürger*innen ein-lädt, sich am Gedenken zu beteiligen. Damit verharrt das Mahnmal nicht in der Vergangenheit, schließt Geschichte nicht ein und ist keine bloß symbolische Geste; dieses Mahnmal aktualisiert Gedenken underweitert sich ständig in die Zukunft.

Die Bombe nach der Bombe:

Während der sieben Jahre nach dem Anschlag in der Keupstraßegerieten die verletzten Bewohner*innen und Geschäfteinhaber*innen selbst ins Visier der Ermittlungsbeamten: Sie wurden mit rassis-tischen Ermittlungsmethoden verdächtigt selbst hinter dem Anschlagzu stehen. Die Betroffenen bezeichnen diese Zeit als die Bombe nach der Bombe. Die Realisierung des Mahnmals wäre eine wichtige Form der Anerkennung und Wiedergutmachung. Die fehlende Unterstützung der Stadt Köln und die damit ausbleibende Würdigung der Opfer der beiden Bombenanschläge führen zu einem unhalt-baren Zustand, in der sich die Gewalt der ersten und zweiten Bombe fortsetzt. Leider zeigt sich hier deutlich die Verdrängung von migrantischer Geschichte und die Verunmöglichung einer Realisierung des Mahnmals.

Sehr geehrte Frau Henriette Reker, sehr geehrte Damen und Herren des Rates, bitte sorgen Sie dafür, dass die Stadt Köln ihrer Verantwortunggerecht wird. Bitte garantieren Sie die Realisierung des Mahnmals an dem von den Betroffenen gewünschten Standort und stellen Sie sich mit ihnen gegen die finanziellen Privatinteressen der Investoren.

Zeigen Sie damit, dass Köln eine starke, solidarische Stadt der Vielenist, die sehr genau weiß, wie sie sich gegen Diskriminierung, rassis-tische Gewalt und Ausgrenzung zu verhalten hat. Bitte seien Sie mutig und setzen Sie sich für ein Mahnmal ein, dass die Geschichte nichtnur abschließen möchte, sondern performativ und partizipativ in eine Zukunft weist – von der wir alle wissen, dass es sie gibt.

Unterstützen Sie die Forderungen der Betroffenen, das Mahnmal an der Keupstraße endlich zu bauen.

Herzliche Grüße


HERKESIN MEYDANI – PLATZ FÜR ALLE

Erstunterzeichner*innen:

 

Hans Haacke, Künstler

Paul B. Preciado, Philosoph, Queer-Theoretiker, Kurator

Aysun Bademsoy, Filmregisseurin und Drehbuchautorin

Doğan Akhanlı, Schriftsteller

Natascha Süder Happelmann, Künstlerin

Adam Szymczyk, Künstlerischer Leiter documenta 14

Hito Steyerl, Filmemacherin, Autorin

Hortensia Völckers Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes

Christian Petzold, Filmregisseur und Drehbuchauto

Karin Sander, Künstlerin

Peter Weibel, Künstler, Kurator und Medientheoretiker

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Kurator, Künstlerischer Leiter SAVVY Contemporary

Maria Eichhorn, Künstlerin

Banu Cennetoğlu, Künstlerin

Madhusree Dutta, Leitung Akademie der Künste der Welt

Naeem Mohaiemen, Künstler, Filmemacher

Övül, Durmuşoğlu, Kuratorin und Autorin

Prof. Dr. Bernd M. Scherer, Intendant/Direktor Haus der Kulturen der Welt

Shermin Langhoff, Intendantin/Direktorin Gorki Theater

Gabi Horn, Direktorin Berlin Biennale für Zeitgenössische Kunst

Prof. Dr. Oliver Marchart, Politischer Theoretiker

Prof. Dr. Nora Sternfeld, Kunstwissenschaftlerin, documenta-Professur.              

Eyal Weizman, Leiter Institut Forensic Architecture -Goldsmith London.        

Susanne Sachsse, Schauspielerin

Elke aus dem Moore, Direktorin Akademie Schloss Solitude

Natasha Ginwala, Associate Curator Gropius Bau Berlin and artistic direktor Gwangiu Biennale 2020

Ruth Noack, Autorin und Kuratorin

Svenja Leiber, Autorin

Nina Tabassomi, Direktorin TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol

Iris Dressler Leiterin Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Hans D. Christ Leiter Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Joanna Warsza Künstlerische Leitung Public Art Munich

Ekaterina Degot Direktorin und Chef Kuratorin Steirischer Herbst, Graz                

Alice Creischer Künstlerin

Andreas Siekmann, Künstler

Dr Inke. Arns Kuratorin und Direktorin HMKV
(Hartware MedienKunstVerein), Dortmund

Bettina Steinbrügge, Direktorin Hamburger Kunstverein

Candice Breitz, Künstlerin

Gürsoy Doğtaş

Matthias Mühling

Erika Hoffmann-Koenige, Kunstsammlerin

Nanna Heidenreich internationale Filmschule Köln,

Prof. Digital Narratives/Theory

Christoph Gurk Kammerspiele München

Ingo Arend Kulturjournalist und Essayist Bildende Kunst, Literatur und politisches Feuilleton

Florian Malzacher Künstlerischer Leiter Impulse Theater Festival 2013 - 2017

Nanette Snoep Direktorin Rautenstrauch-Joest Museum

Esther Bejarano

Prof. Dr. Sabine Hark, TU Berlin

Alexander Koch, Kurator, Autor, Galerist

Simon Wachsmuth

Bini Adamczak, politische Autorin und Künstlerin

Nasan Tur, Künstler

Tanja Wagner, Galeristin

Tunçay Kulaoğlu, Kulturschaffender

Stefan Hilterhaus, Künstlerischer Leiter PACT Zollverein

Christina Klemm, Rechtsanwältin

Sophie Zeitz, Übersetzerin für Literatur

Dr. Elena Agudio Künstlerische Ko-Direktorin SAVVY Contemporary.            

Franciska Zólyom, Kuratorin, Deutscher Pavillion Venedig Biennale 2019

Annemie Vanackere und das Team des HAU Hebbel am Ufer

Felix Ensslin, Regisseur und Professor für Kunsttheorie und Vermittlung, Staatliche Akademie für Bildende Künste, Stuttgart

Tanja Dückers, Schriftstellerin, Publizistin

Anna Daučíková - Malerin, Fotografin und Performancekünstler*in 

Stefanie Lohaus, Journalistin 

Annika Reich, Schriftstellerin und Künstlerische Leiterin von WIR MACHEN DAS

Matthias Lilienthal, Intendant Münchner Kammerspiele

Katharina Sieverding, Künstlerin

Dr. Mehmet Daimagüler, Jurist

Maya Schweizer, Filmemacherin, Künstlerin

Clemens von Wedemeyer, Filmemacher, Künstler

Lilian Engelmann, Geschäftsführerin Neue Gesellschaft für Bildende Kunst

Idil Nuna Baydar, Comedienne, Schauspielerin und Social Influencer

 

Reihenfolge dem Eingang der Unterschriften entsprechend

Rückfragen bitte an PlatzFuerAlle@posteo.de

 

ENGLISH:

OPEN LETTER TO THE MAYOR HENRIETTE REKER AND THE CITY COUNCIL OF COLOGNE FROM CULTURE WORKERS:
WE DEMAND THE IMPLEMENTATION OF THE MEMORIAL TO KEUPSTRASSE IN COLOGNE MÜLHEIM!

Dear Mayor Henriette Reker, dear ladies and gentlemen of the Council,
On June 9, 2019, now 15 years after the racist attack on Keupstraße, we call upon you to finally erect the memorial on Keupstraße. Since the so-called self- revelation of the NSU in November 2011, we have been demanding justice alongside the victims. We also are calling for the right to remember, a right which has been denied to the survivors of the planned mass murder in Keupstraße and the survivors of the bombing in Probsteigasse.
From the city of Cologne, we expect responsible action against right-wing terrorist violence and against all forms of exclusion and discrimination as well as recognition of immigrant society and of citizens that are have been made into “migrants”.
We would like to call your attention to the importance of the forms of official remembrance: in all cities in which the NSU murders were carried out, memorial stones were immediately set out with a common declaration of the seven mayors, and official memorial services were organized. The relatives of the murder victims are usually the focus of the remembrance events. In some cities they have even changed the names of some streets and squares, naming them after the victims. For example, in Kassel there is Halitplatz (in viewing distance to the site of the Internet café where he was murdered). There is also the Taşköprüstraße in Hamburg. Not all of these initiatives were done in the name of the remaining family members and victims, however, the municipal institutions of these cities committed themselves to a responsible politics of remembrance by openly positioning themselves against all forms of racist and radical right-wing violence. We expect this self-evident stance from the city of Cologne exactly at this moment in time when there are dangerous tendencies in German and European politics.

The “Cookie Jar Bomb” in the Probsteigasse in 2001 and the nail bomb in Keupstraße in 2004 had an enormous impact: packed with 700 nails with a length of 10 centimeters, they were aimed at people who had made Keupstraße into a lively, attractive and contemporary center of community life and work. The people who were directly affected by the nail bombe–former guestworkers and their offspring–were not guests any more. Rather, they had become post-migrants who had built up an independent, autonomous existence. The bomb with 700 nails was aimed exactly at this autonomy of migrants and was supposed to send a signal, namely that migrants in Germany are not safe and protected. With the murders and bombings in Cologne and Nürnberg, the NSU sought to polarize our society.
After the official decision of the City Council of Cologne that a memorial the victims of both racist bomb attacks in Cologne would be realized, a jury was formed and tasked with the duty of choosing an appropriate conception for a memorial. The City Council of Cologne also recognized that the victims of the racist attacks should be involved in the jury selection process so that their perspectives as subjects, as well as that of witnesses of the story, could be present in the conception of the memorial. That was at first a very hopeful signal.
In regard to the location of the memorial there was an understanding for a space from the very beginning of the process. It is very close to the place of the attack, at the entrance to Keupstraße/Schanzenstraße. It is at this very point, however, that an investment company would like to build a lucrative commercial center.
In a workshopping process developed expressly for this purpose, the desire for a place of remembrance in the construction concept, located at the beginning of Keupstraße, was made clear.
The City Council made sure that this decision was written into the requirements for the planning of the new construction site. The exact wording is as follows:

“As part of the stipulations for the new quarter at the junction of an existing city quarter in the area of Keupstraße/southern Schanzenstraße, a special square or open space is desired. Later a ‘place of remembrance’ should be established that makes reference to the bomb attack in Keupstraße in 2004. This could be constructed, for example, on the square or open space on Keupstraße. An artistic competition for an ideation should take place.”

In the result of the workshop process, however, the clear directions of the City Council were completely ignored. The majority of the advisory committee recommends the design of the architect who acted according to the wishes of the investors and therewith exactly the opposite of the Council decision, designing an intensive four to five story building directly at the intersection of Keupstraße and Schanzenstraße. According to this plan there would be no place for the projected memorial to the nail bomb attack.
Now there is supposed to be a commercial center on the said area instead of a memorial. The city politicians are giving priority to the investment group and therewith are stopping any process of realizing the memorial.
We are stunned at the delay tactics of the city of Cologne and its deleterious effect on its international reputation. With this action, the city is showing how little it cares about taking the parts of the city landscape, which have been heavily influenced by migration, into its center. Instead of erecting the memorial with authority and commitment on the originally proposed location, which was also called for by those affected by the bomb attack, there is a genuflection to the investors. We cannot call the lack of support for the demands that the memorial be realized anything else.
In the realm of the politics of remembrance, the City of Cologne has failed to realize a unique and innovative concept for a place of remembrance. The unanimously chosen plan in addition to the physical part has a digital, participatory approach inviting all citizens to become involved in the memorial process. In doing so the memorial is not stuck in the past, does not make a break with history and does not remain a symbolic gesture; this memorial incites active memorialization and continually expands in the future.
The bomb after the bomb:
In the seven years after the attack in Keupstraße the wounded inhabitants and merchants fell into the sights of the investigative authorities: with racist investigative methods, they themselves were accused of being behind the bombing attack. The people affected by this call this period the bomb after the bomb. The realization of the memorial would be an important step toward recognition and reconciliation. The lack of support on the part of the City of Cologne and the resulting lack of care and appreciation for the victims of both
bomb attacks led to an unbearable situation in which the violence of the first and second bombs continues. Unfortunately, the repression of migrant history and the refusal to realize the memorial are reflected in these (non) actions.
Dear Henriette Reker, dear ladies and gentlemen of the Council, please ensure that the City of Cologne carries out its duty. Please guarantee the realization of the memorial on the location desired by those affected by the attacks and do not bow to the financial private interests of the investors. Show that Cologne is a strong, diverse city that shows solidarity, that knows exactly how to behave in the face of discrimination, racist violence and exclusion. Please be brave and stay committed to a memorial that not only wants to neatly tie up the ends of this history but rather will performatively and participatively point to a future that we all know is there.
Support the demands of those affected; build the memoral on Keupstraße once and for all.

Best regards,


HERKESIN MEYDANI - PLATZ FÜR ALLE – EVERYONE’S SQUARE

 

TURKISH VERSION:

KÖLN ŞEHİR MECLİSİ VE BAŞKAN HENRIETTE REKER’A KÜLTÜR IŞÇİLERİNDEN AÇIK MEKTUP:

KÖLN MÜHLHEIM’DA KEUPSTRASSE’YE ANITIN DİKİLMESİNİ TALEP EDİYORUZ.

Sayın Baskan Henriette Reker ve değerli Meclis üyeleri,

Keupstraße’deki ırkçı saldırının üzerinden 15 yıl geçtikten sonra, 9 Haziran 2019 tarihinde, sizden Keupstraße’ye anıt dikilmesini talep ediyoruz. Ekim 2011’de NSU’nun sözde kendini açığa vurduğu günden bu yana biz, adalet talebimizi, mağdurların safında dile getiriyoruz. Aynı zamanda, Keupstraße’deki toplu katliamdan ve Probsteigasse’deki bombalı saldırıdan canlı kurtulanların hatırlanma hakkı için çağrıda bulunuyoruz. Köln şehrinden de hem sağ terörizmin uyguladığı şiddete ve her türden dışlayıcı ve ötekileştirici eyleme karşı sorumluluk almasını hem de göçmen toplulukların ve “göçmenleştirilmiş” vatandaşların tanınmasını bekliyoruz.

Resmi anma türlerinin önemine dikkatinizi çekmek isteriz. NSU cinayetlerinin gerçekleştiği tüm şehirlerde, yedi belediye başkanının ortak bildirisi ile derhal anıt heykeller dikildi ve resmi anma törenleri düzenlendi. Anma etkinliklerinin merkezinde genel olarak cinayet kurbanlarının yakınları bulunuyor. Bazı şehirlerde sokak ve meydanlara, kurbanların isimleri verildi. Örneğin; Kassel’de, Halit Yozgat’ın öldürüldüğü Internet Cafe’nin çok yakınındaki bölgede Halitplatz; Hamburg’ta ise Tasköprüstraße bulunmaktadır. Bunların tümü de kurbanların aileleri veya olayların mağdurları tarafından değil; bilakis, her türden ırkçı ve radikal sağ şiddete karşı açıkça pozisyon alarak, bu şehirlerin kurumlarının sorumluluğu ile gerçekleştirilmiştir. Almanya ve Avrupa genelinde politik olarak benzer tehlikeli eğilimlerin tekrardan ortaya çıktığı bu dönemde, Köln şehrinden de benzer bir duruş bekliyoruz.

2001 yılında Probsteigasse’deki “Kurabiye Kutusu Bombası” ve 2004 yılında Keupstraße’deki çivi bombası büyük bir etkide bulundu; 10 santimetre uzunluğundaki 700 çivi ile doldurulan bu bombalar, Keupstraße’yi canlı, çekici ve modern bir yaşam ve iş alanına çeviren insanları hedef almıştı. Bu bombalardan doğrudan etkilenen insanlar -eskinin konuk isçileri ve onların akrabaları olsalar da- artık konuk sayılmazlardı. Aksine bağımsız ve özerk bir varlık oluşturan göç sonrası neslin birer üyesi oldular. 700 çivili bu bomba, tam olarak göçmenlerin bu özerkliğini hedef almıştı ve göçmenlerin Almanya’da güven içinde ve korunaklı olmadıkları mesajını vermeyi amaçlamıştı. NSU, Köln ve Nürnberg’teki bu cinayetler ve bombalama eylemleri ile toplumumuzu kutuplaştırmak istiyordu. Her iki bombalı saldırının kurbanları adına bir anıt dikilmesine ilişkin Köln Şehir Meclisi’nin aldığı resmi kararı takiben bir jüri oluşturuldu ve bu jüriye anıt için uygun bir fikir bulma görevi verildi. Aynı zamanda Köln Şehir Meclisi, saldırının mağdurlarının da jürinin seçim sürecine katılımının gerekliliğini vurguladı. Bu oldukça umut dolu bir mesajdı.

Sürecin başından itibaren anıtın, saldırının olduğu bölgenin oldukça yakınına, Keupstraße/Schanzenstraße’nin girişine dikileceğine ilişkin bir mutabakat sağlanmıştı. Buna rağmen, bir yatırım şirketi tarafından tam olarak bu noktaya karı bol bir ticaret merkezi inşa edilmek isteniyor. Keupstraße’nin girişine anıt dikilmesi için yapı alanı içinde bir bölüm ayrılması fikri, bu amaçla gerçekleştirilen çalışmalar sonucu kesinleşmişti. Şehir Meclisi, bu kararın, yapılacak inşaatın şartnamesinde yazılı olduğunu kesin bir dille belirtmişti:

“Keupstraße/güney Schanzenstraße bölgesinde mevcut mahalle ile birleşen yeni mahalleye ilişkin taahhütlerin bir parçası olarak, özel bir meydan veya acık alan gerekmektedir. Ayrıca Keupstraße’de 2004 yılında gerçekleştirilen bombali saldırıya ilişkin olarak bir anma alani oluşturulmalıdır. Bu alan, Keupstraße üzerindeki bir meydan veya açık alan olabilir. Bir tasarım yarışması düzenlenmelidir.”

Oysaki çalışmalar sonucunda Şehir Meclisi’nin kararları göz ardı edilmiştir. Danışma komitesinin çoğunluğu ise, yatırımcıların talepleri doğrultusunda hareket eden mimarin Şehir Meclisi’nin kararına aykırı olarak Keupstraße ile Schanzenstraße’nin kesiştiği noktaya dört-beş katli bina yapılmasını öngören tasarımını önermiştir. Bu plana göre, çivi bombalı saldırı anısına öngörülen anıt için alan olmayacaktır.

Anıtın olması gereken bölgeye şu an bir ticaret merkezi inşa edilmesi bekleniyor. Şehir yöneticileri önceliği yatırım şirketine vermekte ve, bundan dolayı, anıt dikilmesine yönelik her türlü sürecin önünü kesmektedir.

Köln şehrinin erteleme taktiklerini ve bu durumun uluslararası saygınlığını azaltan tutumunu hayretle karşılıyoruz. Bu davranışıyla Şehir, toplumun göçmenlerce şekillenen bir motifine bütün içinde ne derece değer verdiğini göstermektedir. Daha öncesinde öngörülmüş ve bombalı saldırıdan ekilenlerin de talep ettiği bir alana anıtı dikmek yerine yatırımcılara boyun eğmektedir. Halbuki, anıtın dikilmesi için gerekli destek her şeyden çoktu.

Köln şehri, anma yeri için tasarlanan sıra dışı ve yenilikçi bir konsepti hayata geçirmede başarısız oldu. Fiziksel parçaya ek olarak oybirliğiyle seçilen plan, bütün vatandaşları içine alacak sürece davet eden dijital ve katılımcı bir temele sahiptir. Bu şekilde, anıt geçmişte sıkışıp kalmayacak, tarihle ilişkisini koparmayacak ve bir sembolik hareket olarak kalmayacak; aksine aktif anmayı teşvik edecek ve gelecekte de buna devamlılık sağlayacaktır.

Bomba üstüne bomba:

Keupstraße’deki saldırıdan ardından geçen yedi yılda mahalle sakinleri ve esnaf, adli soruşturma makamları tarafından gözetim altına alındılar. Irkçı araştırma metotları kullanılarak, bombalı saldırının arkasındaki neden olarak suçlandılar. Tüm bunlardan etkilenen insanlar tarafından bu dönem, bomba üstüne bomba olarak adlandırıldı. Anıtın yapımı, tanınma ve uzlaşma için önemli bir adım olacaktı. Köln şehrinin desteğinin eksik olması ve her iki bombanın kurbanlarına gerekli değerin ve önemin verilmemesi, birinci ve ikinci bombanın şiddetinin sürdüğü yerlerde dayanılmaz duruma sebep oldu. Burada görülen göçmen tarihinden gelen baskılanması ve anitin yapımının reddedilmesidir

Sayın Henriete Reker ve değerli Meclis üyeleri, lütfen Köln şehrinin görevini yerine getirmesini sağlayın. Saldırılardan etkilenenler tarafından istenen alanda anıtın yapılacağını garanti edin ve yatırımcıların ekonomik çıkarlarına boyun eğmeyin. Köln’ün dayanışma gösteren; ayrımcılık ırkçı şiddet ve dışlanmışlığa karşı tam olarak nasıl davranması gerektiğini bilen güçlü ve çok renkli bir şehir olduğunu gösterin. Cesur olun ve sadece bir defteri kapatmak için değil, bir şekilde hepimizin orada olduğunu bildiğimiz bir geleceğe aktif ve katılımcı bir şekilde işaret edecek bu anıta destek olun.

Saldırılardan zarar görenlerin Keupstraße’ye anıtının dikilmesi taleplerini destekleyin

Saygılarımızla,

HERKESİN MEYDANI - PLATZ FÜR ALLE – EVERYONE’S SQUARE