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Wir fordern Sie auf, eine Sendung zu häuslicher Gewalt zu planen und durchzuführen, die die einseitige Darstellung vom 6.2.2015 korrigiert, Männer wie Frauen an der Diskussion beteiligt und auf einer fundierten journalistischen Recherche basiert.

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Ihre Sendung "Häusliche Gewalt: Wenn Schläge den Alltag bestimmen" vom 6.2.2015 in der Sendereihe "Lebenszeit" (in der Mediathek hier) hat eindrucksvoll das Thema häusliche Gewalt angesprochen. Sie haben aber dabei leider nur noch die gängige einseitige Betrachtung des Themas verfestigt. Vorweg: Selbstverständlich empfinden wir Männer (und Frauen) die von Frauen erfahrene Gewalt als schreckliches Erlebnis, an dem Männer auch beteiligt sind.

Die ganze Sendung hat aber ausdrücklich der voreingenommenen Meinung Vorschub geleistet, dass:

a. häusliche Gewalt fast ausschließlich von Männern ausgehe
b. die wissenschaftliche Forschung dies beweise
c. Frauen keine Verantwortung für häusliche Gewalt trügen

Durch diese einseitige Berichterstattung haben Sie eindeutig Ihre Pflicht gemäß dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verletzt, ausgewogen Bericht zu erstatten, die Würde des Menschen zu achten und sich der Wahrheit zu verpflichten.

Ihre Sendung ist alleine schon aus dem Grund nicht ausgewogen, weil Sie ausschließlich die (im Übrigen ganz wenigen) Studien zitieren, die auf zweifelhafter Grundlage (z.B. nur auf Basis von Polizeistatistiken) häusliche Gewalt den Männern hauptsächlich anlasten. Dagegen verschweigen Sie die weit über 250 wissenschaftliche Studien mit dem eindeutigen Fazit, häusliche Gewalt gehe in gleichem Maße von Mann und Frau aus. Diese Studien bestätigen das 25-25-50-Modell: 25 Prozent der Gewalttätigkeit in Beziehungen geht von Frauen aus, 25 Prozent von Männern und 50 Prozent von beiden gemeinsam. Gewalt ist symmetrisch verteilt. Weiterführende Daten über die reale Situation finden Sie weiter unten.

Sie verletzen überdies die Würde der Männer, denn Sie stigmatisieren diese als ihrem Wesen nach gewalttätige Menschen, die Gewalt zur Durchsetzung ihrer angeblichen Machtstellung anwenden und selbst – im Falle eigener Betroffenheit – keiner Hilfe bedürfen. Obwohl die subjektiven Erfahrungen, die in Ihrer Sendung zu hören waren, eindeutig aufzeigten, wie Gewalt als Ergebnis von paarpsychologischen Konflikten entsteht, wurde in der Sendung jede Verantwortung der Frauen an einer gewalttätigen Eskalation in diesen Konflikten verneint oder zumindest ignoriert.

Schließlich verletzen Sie ihre Pflicht zur Wahrheit, indem die zuständigen Redakteurinnen ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachkommen und es unterlassen haben, leicht auffindbare Materialien zu einer objektiveren Berichterstattung zu recherchieren.

 Wir fordern Sie daher auf, eine Sendung zu planen und durchzuführen, die diese einseitige Darstellung korrigiert, Männer wie Frauen an der Diskussion beteiligt und auf einer fundierten journalistischen Recherche basiert.

Gerne stehen wir für Gespräche in Ihrem Hause zur Verfügung.

Gez.

Eckhard Kuhla, Agens e.V.
Dr. Andreas Kraußer, MANNdat e.V.
Prof. Dr. Gerhard Amendt
Prof. Dr. Günter Buchholz
Arne Hoffmann, Genderama/Agens e.V.
Tom Todd, Agens e.V.

Weiterführende Information:

"Familiäre Gewalt im Fokus" - das erste wissenschaftlich fundierte Handbuch in deutscher Sprache, das alles Wissenswerte über Gewalt in Familien und Partnerschaften zusammenfasst; unterschiedliche Behandlungsmodelle für soziale und ethnische Milieus vorstellt und an Hand von Fallbeispielen in die Praxis der Behandlung einführt.
Informationen hier

286 internationale Studien über Gewalt gegen Männer -> hier

Eine Zusammenfassung der Mythen und Fakten
zu häulischer Gewalt finden Sie hier.

 



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