Wiederstand gegen die neue Pflegepersonal- untergrenzen- Verordnung #Nachtschicht.

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Ich wende mich an die Öffentlichkeit in der Hoffnung etwas bewegen zu können. 

Jeder weiß um den Pflegenotstand in Deutschland.

Die Weiterentwicklung der Untergrenzen wird per Ersatzvornahme durch die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung  (PpUGV) festsetzt. Die Verordnung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 28. Oktober 2019 unterzeichnet.

Die Pflegepersonaluntergrenzen gelten seit Januar dieses Jahres in den Abteilungen Intensivmedizin, Geriatrie, Kardiologie und Unfallchirurgie. Sie schreiben eine Min­dest­zahl an Pflegekräften pro Patient vor.

Das Handeln des Gesundheitsministers beruht darauf, dass die Krankenkassen und Krankenhäuser in der Verhandlung für angemessenes Personal der pflegesensitiven Stationen selber festzulegen gescheitert sind. 

So musste das Gesundheitsministerium eingreifen um Patienten und Pflegepersonal zu schützen. 

In Zukunft soll der Pflegepersonalquotient ermittelt werden und Aufschluss darüber geben wie viel oder wenig Pflegepersonal benötigt wird. Krankenhäuser dürfen dabei einen noch festzulegenden Wert nicht unterschreiten. Anderenfalls drohen ihnen Sanktionen.

In erster Linie ist es positiv, dass sich etwas bewegt, doch wie so oft sind Theorie und Praxis ein enormer Unterschied. 

Schaut man sich die konkret festgelegten Untergrenzen der pflegesensitiven Bereiche an, hat man in einer Nachtschicht als Pflegekraft bis zu 20 Patienten zu versorgen. 

Das ist Wahnsinn und unverantwortlich, wer hat sowas entschieden? Klingt das für sie bei all dem pflegerischen Aufwand plausibel? Sowas kann keine Pflegekraft entschieden haben, die direkt am Patienten arbeitet. Man geht immer vom positiv Fall aus, hat man im negativ Fall mehr als zwei Notfälle auf Station oder ein Patient benötigt mehr Betreuung. Zum Beispiel nach einer Operation auf chirurgischen Stationen wo viele der Patienten operiert sind und gerade post OP dauerhaft die Patientenklingel betätigen. Diese wollen versorgt werden. Da kann man sich ja selbst ausmalen, was für eine Auswirkung das auf die anderen Patienten und für die Pflegekräfte hat, wenn man dann noch alleine Nachts auf einer Station die Verantwortung übernehmen soll, dann ist das unverantwortlich.

Warum werden wir alleine gelassen, mit solch einer großen Last? 

Man darf nicht vergessen, dass noch die administrativen Tätigkeiten anstehen und viele andere Tätigkeiten, die nebenbei wie die zeitliche Gabe der Medikamente, die auch vorbereitet und gegeben werden müssen. Dazu kommen noch die vielen Pflegemaßnahmen, die durchgeführt werden müssen , Neuaufnahmen von Patienten und noch viele andere Tätigkeiten. 

Das sind nur einige Beispiele, leider geht es so auf fast allen stationären Bereichen zu. Die Altenpflege bleibt besonders auf der Strecke, obwohl diese eine extrem wichtige Rolle in unserer Gesellschaft spielt.

Hier handelt es sich um Menschen die ihren Lebensabend in Würde verbringen möchten und nicht würdelos abgearbeitet werden sollen.

Hier wo zwei Pflegefachkräfte oder teilweise nur eine Pflegefachkraft für das gesamte Pflegeheim in der Nachtschicht verantwortlich ist. Wenn man überlegt das pro Station ca. 20-35 Patienten liegen und das auf 4-5 Stationen, unzumutbar und fahrlässig. Ich weiß wovon ich spreche , da ich selber Gesundheits-und Krankenpflegerin bin und schon ganz oft in dieser Situation war, es ist beängstigend. Auch hier wird die soziale Ader der Pflegekräfte ausgenutzt. 

Aus diesen Gründen steigen viele aus dem Pflegeberuf aus oder orientieren sich beruflich anders um. Die Mehrbelastung der Pflegekräfte steigt. 

Es ist kaum noch zu schaffen. Und wenn dann steuert man auf ein Burnout zu.Die ganzheitliche Pflege bleibt aus, die Patienten leiden darunter, der Frust ist groß. Ich denke ich spreche vielen von der Seele. Die Mehrarbeit durch den Pflegenotstand bleibt an der Pflegekraft hängen. Pflege wird enorm zurück geschraubt, nur das nötigste wird erledigt um der anliegenden Arbeit gerecht zu werden. Der enorme Druck, der auf Pflegekräften lastet, jedem gerecht werden zu müssen, kann zu fatalen Fehlern führen. Diese müssen von ihnen selbst ausgetragen werden. 

Aber was bleibt einem anderes übrig?

Ich fordere Sie, Herr Jens Spahn auf, ihre Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung noch einmal zu überdenken, die Zahl der Pflegekräfte in der Nacht müssen erhöht werden. Insbesondere für die Stationen:

-Kardiologie, Unfallchirurgie, Herzchirurgie, Neurologie, Geriatrie 

Bitte erhöhen Sie die Anzahl der Pflegekräfte in der Nachtschicht. 

Es muss sofort gehandelt werden nicht in Zukunft, denn nur so kann gute Pflege gewährleistet werden. Wie konnte es nur soweit kommen, dass die Menschen einen immer geringeren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen. Auch wir werden irgendwann alt. Jeder Mensch hat das Recht das ihm zugehört wird, jeder Mensch hat das Recht auf gute Pflege und vor allem auf die Unversehrtheit. 

Andere Länder machen es vor, warum nicht Deutschland. 

 

Quellenangaben:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/personaluntergrenzen.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103053/Krankenhausdirektoren-kritisieren-Pflegepersonaluntergrenzen