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Der WDR muss die geplanten Kürzungen der muttersprachlichen Sendungen zurückzunehmen

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Der WDR will die herkunftsprachlichen Sendungen der Radiowelle Funkhaus Europa radikal kürzen. Programme in Türkisch, Russisch, Italienisch und anderen Sprachen der Migranten in Nordrhein-Westfalen sollen auf eine halbe Stunde am Tag reduziert werden. Besonders schwerwiegend wird die Reform das türkischsprachige Angebot treffen, welches von 8 auf 2,5 Stunden wöchentlich gekürzt werden soll. Das bedeutet eine Missachtung der gesellschaftlichen Realität und des WDR-Auftrags, das friedliche und gleichberechtigte Miteinander der Menschen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen im Land zu fördern.

Die Reform des Programmangebots von Funkhaus Europa ist zutiefst enttäuschend und schockierend. Die herkunftsprachlichen Sendungen in WDR Funkhaus Europa stellen ein wichtiges Angebot für die Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund dar und sollten der demographischen Entwicklung entsprechend aus- und nicht abgebaut werden. In Nordrhein-Westfalen leben über vier Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – das ist in Viertel aller Einwohnerinnen und Einwohner in unserem Bundesland und die Zahl wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter steigen. Die Migrantinnen und Migranten sind Gebührenzahler wie alle anderen Einwohnerinnen und Einwohner auch, deswegen müssen ihre Interessen, ihre Lebensrealitäten und Kulturen im WDR-Programm Berücksichtigung finden.

Eine Vereinheitlichung des Rundfunkangebots zugunsten deutschsprachiger Sendungen ist eindeutig die falsche Antwort auf die Bedürfnisse unserer Einwanderungsgesellschaft. Die Landesregierung hat mit der Verabschiedung des neuen WDR-Gesetzes am 27.01.2016 den klaren Auftrag zur Vielfaltssicherung gegeben. Im Gesetz heißt es: „Im Programm soll der regionalen Gliederung, der kulturellen Vielfalt des Sendegebiets, dem Prozess der europäischen Integration und den Belangen der Bevölkerung einschließlich der im Sendegebiet lebenden Menschen mit Migrationshintergrund Rechnung getragen werden“ (§ 4 Abs. 3). Die Funkhaus Europa-Reform steuert in die entgegengesetzte Richtung. Das ist ein fatales Signal an die Migrantinnen und Migranten und an alle, die ein vielfältiges, kultur- und sprachsensibles Programmangebot schätzen.

Die Lebensrealität der Migrantinnen und Migranten in NRW darf nicht ignoriert werden. Wir fordern einen Stopp der geplanten Reform und den Ausbau herkunftssprachlicher Angebote im WDR.

 



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