Neue WDR-Sendung mit Stimmen aus der BPoC-Community!

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Am Samstag, den 29.1.2021, strahlte der WDR eine Talkshow unter dem Titel ,,Die letzte Instanz” mit vier prominente Personen (Micky Beisehnherz, Thomas Gottschalk, Janine Kunze und Jürgen Milsk) aus. In dieser Sendung wurde über Fragen wie “Das Ende der Z*-Sauce: Ist das ein notwendiger Schritt?” diskutiert. Dabei sind permanent rassistische, diskriminierende Wörter wie das N*-Wort, das Z*-Wort und das M*-Wort gefallen.

Die Talkshow-Gäste sind alle weiß und haben weder Erfahrungen mit Rassismus gemacht, noch sind sie sensibel mit diesem Thema umgegangen. Es haben also nicht-Betroffene, privilegierte Menschen über diskriminierende und abwertende Wörter und deren Verwendung diskutiert. Dabei sind sie zum Fazit gekommen, dass wir Betroffene doch nur “übertreiben” würden und unsere Aufregung “Quatsch” sei. Das kommt von Menschen, die nicht tagtäglich den Hass und die Beleidigungen erleben müssen wie ich und so viele andere.

Mein Name ist Hibba Kauser, ich bin 21 Jahre alt und erlebe in meinem Alltag (sowohl online als auch real) Rassismus. Kunze, Beisenherz, Gottschalk und Milsk können so einfach sagen “Nehmt das alles doch nicht so Ernst und legt es nicht auf die Goldwage”, weil sie nicht mit Rassismus konfrontiert sind. Doch ich und viele andere Menschen müssen uns jeden Tag damit beschäftigen, denn wir können unsere Hautfarben nicht ablegen. Wir sind jeden Tag immer wieder und wieder auf’s Neuste damit konfrontiert. Und langsam reicht es! 

Lieber WDR, Ihr habt so viele Menschen in ihrer rassistischen Haltung bestätigt und bestärkt, anstatt zu einer Sensibilisierung oder sachlichen Diskussion beizutragen. Eine solche Diskussion im Öffentlich-Rechtlichen ist ein Armutszeugnis. Das muss korrigiert werden. Daher fordere ich, dass diese Talkshow wiederholt und kritisch reflektiert wird, und zwar mit Stimmen der BPoC-Community! Enissa Amani bot auf ihrem Instagram-Account an die Moderation zu übernehmen. Als Gäste können eingeladen werden: Alice Hasters und Tupoka Ogette, weil sie mit ihrem Engagement, ihren Büchern und ihrem Einsatz diese Debatte mitprägen und betroffene Stimmen laut und sichtbar machen. Der WDR muss Verantwortung übernehmen und nun Betroffenen einen Raum und eine Bühne geben um ihre Gedanken und Erfahrungen auszutauschen. Denn WIR wurden von dieser Talkshow und den Diskutierenden gedemütigt, das kann und darf man nicht einfach so stehen lassen!
Wir, die Betroffenen, sind keine Opfer, wir wollen kein Mitleid und keine Entschuldigungen mehr. Diese leeren Worthülsen mehr. Wir wollen Taten folgen lassen. Wir wollen Wandel sehen. JETZT.
Diese Welle der Empörung, die sich jetzt wieder breit macht, ist wichtig und darf nicht abflachen. Unser Protest muss laut bleiben!
Eure Hibba