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Buchenwald-Drama im Sauerland: Zerstörerischer „Waldumbau“ der dritten Art

BundesBürgerInitiative Waldschutz (BBIWS)

Aug 13, 2020 — 

Bildquelle: Google Earth

Von Norbert Panek

Die Fichte stirbt in Deutschland großflächig. Im Hochsauerland, eine der fichtenreichsten und damit auch „waldumbau-würdigsten“ Regionen Deutschlands, hat eine merkwürdige Praxis Platz gegriffen. Die wenigen, noch vorhandenen Buchenbestände werden eliminiert und in Fichten Plantagen umgewandelt, Weihnachtsbaum-Kulturen verdrängen zunehmend das, was früher dort mal „Wald“ oder landwirtschaftliche Fläche war. Über die einst liebliche Mittelgebirgslandschaft scheint, begünstigt durch die zunehmende Kahlstellung vertrockneter Nadelholz-Plantagen, eine forsthistorisch neue Transformationswelle zu schwappen.

Aktuelles, perfides Beispiel: Die knapp 765 Meter hohe Bergkuppe des „Hohen Knochens“ zwischen Westfeld und Neuastenberg im tiefsten Sauerland. Noch vor gut 10 Jahren wuchs dort am Südosthang ein zusammenhängender, rund 30 Hektar großer und etwa 100 Jahre alter Buchenwald. Satellitenbilder offenbaren: Der Bestand ist durch gezielte, schachbrettartig angelegte Kahlschläge in Auflösung begriffen. 

Kahlschläge ab zwei Hektar sind nach dem Landesforstgesetz von Nordrhein-Westfalen nicht zulässig. Die Kahlflächen wurden geschickter Weise jedoch so angelegt, dass sie jeweils unter zwei Hektar umfassen und sich damit einer Einzelgenehmigung entziehen. Insgesamt wurden auf diese Weise bereits rund 20 Hektar, also etwa zwei Drittel der alten Buchenbestandsfläche, in Etappen innerhalb weniger Jahre vorsätzlich vernichtet, davon der überwiegende Teil wieder aufgeforstet, hauptsächlich (man glaubt es kaum) mit Fichten!

Der Eingriff mag hier zunächst als ein dramatischer Einzelfall erscheinen, ist aber im Grunde symptomatisch für den gesamten immer noch gängigen Dreiklang der deutschen Forstplantagen-Philosophie: kahlschlagen – räumen – aufforsten.

Der der Agrarwirtschaft entlehnte Nutzungsrhythmus hat sich seit 300 Jahren kaum geändert. Die klassische Forstwirtschaft ist in ihrer Ideologie erstarrt, hat sich von der Natur nahezu komplett abgewendet. Der „Wald“ wird reduziert auf eine Ansammlung von nutzbaren Bäumen, neuerdings im Zeichen des Klimawandels von sogenannten „klimatoleranten“ Baumarten. Und alles soll jetzt „gemischt“ sein, egal, ob standortgerecht oder nicht – ein künstlich angelegtes Forst-Sammelsurium ausgewählter Exoten.

Dass Buchenwälder immer noch – mitten in Deutschland – aktiv vernichtet und zu Fichten-Äckern degradiert werden können, stellt letztlich auch eine Bankrotterklärung der gültigen Forst- und Naturschutzgesetzgebung bzw. jener Stellen dar, die diese rechtlichen Vorgaben umzusetzen haben. Die Gesetze sanktionieren das Prinzip der Kahlschlagwirtschaft nicht; sie legalisieren es sogar.

Vollständiger Beitrag mit Bildfolge zur Zerstörung des Buchenwaldes auf der Homepage der BBIWS... hier weiterlesen!

 

 

 


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