Petition update

Trotz Waldsterben - der Ausverkauf der Wälder geht weiter! Teil 8 - RLP

BundesBürgerInitiative Waldschutz (BBIWS)

Feb 27, 2020 — 

"Modellregion" Biosphärenreservat Pfälzerwald - ein Vorbild?

Das war einmal der wunderschöne Buchen-Eichen-Wald, der noch immer die Startseite der Homepage der BBIWS ziert. Einfach ein unglaublich beruhigendes, im Sommer Schatten und Kühle spendendes Waldidyll für jeden, der den Wald als Wandertourist aufsucht oder Erholung in Form des aktuell so berühmten "Waldbadens" sucht. Davon ist leider nicht viel übrig geblieben. Die Harvester haben ihn in diesem Winter in ihre Zange genommen.

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald sind überhaupt viele Waldbesucher im Winter 2019/20 entsetzt und viele Zuschriften erreichen die BBIWS. Kaum ist der Dürresommer zu Ende, beginnen Harvester mit dem Einschlag alter Buchen und Eichen, mit dem Ausverkauf der wenigen noch erhaltenen älteren Bäume in den für die Artenvielfalt und den Vogelbrutraum so wichtigen Laubwaldbeständen.

Altbäume außerhalb der Kernzonen haben auch hier mittlerweile Seltenheitswert. Biodiversität durch den Erhalt einer ausreichenden Anzahl alter Bäume im Wirtschaftswald spielt offensichtlich in der Bewirtschaftung keine Rolle.

Lieber als die typischen waldbewohnenden Arten fördert und propagiert mancher Forstbeschäftigte die Offenlandarten in den massiv aufgelichteten Wäldern.

Auch vom angeblich schon lange vorbildlich praktizierten Waldumbau, also von der Erhaltung des Buchenunterwuchses, ist an vielen Stellen keine Spur. Im Gegenteil: kostenlos naturverjüngte gesunde Jungbuchen werden häufig sogar gezielt im Unterwuchs eingeschlagen - wieso? Man kann nur eines vermuten: der Preisverfall im Nadelholz soll mit dem Laubholzeinschlag ausgeglichen und "altbewährte" Bewirtschaftungspraktiken sollen aufrecht erhalten werden - auf Kosten der durch Hitze und Dürre gefährdeten Wälder.

Denn selbst wenn der Pfälzerwald im Bundesvergleich in den vergangenen beiden Dürrejahren noch einigermaßen gut davon gekommen ist, keiner weiß, was die nächsten Jahre an massiver Sommertrockenheit bringen, die für den Nadelbaumbestand letztlich tödlich ist. Prävention wäre also hier sicher das bessere Mittel der Wahl.

Spaziergänger kommen aus dem Wald – Kopfschütteln bei der Begegnung. „Das da ist kein Wald mehr. Da stehen nur noch dünne Einzelbuchen auf Lücke. Holzeinschlag, was das Zeug hält. Die wollen wohl alles rausholen, was noch geht“.

Dort, wo bis vor Kurzem noch ein einigermaßen dichter Wald mit älterem Buchenbestand war, durchziehen an vielen Stellen die tiefen Furchen der Rückegassen die Flächen. Bodenschutz? Besser nicht fragen. Flächenverlust? Von der Holzwirtschaft brutal einkalkuliert. Waldsterben? Doch nicht hier. Erst wenn alle alten Bäume geerntet und zu Geld gemacht worden sind, wird man wieder an die Verantwortung und die Hilfsbereitschaft der Bürger appellieren, den Wald wieder aufzuforsten. Denn der Staatswald ist von den aktuellen Zuwendungen an die Waldbesitzer ausgenommen.

Zusätzlich mutet man den durch Sparmaßnahmen massiv ausgedünnten Reihen der Förster nun neben den Anforderungen des hohen Hiebssatzes und der betriebswirtschaftlichen Rentabilität auch noch den "klimatauglichen Waldumbau" zu - eine maßlose Überforderung! Sollen sie am Ende die Verantwortlichen sein? Wie so oft versteckt sich die Verantwortung hinter den Reihen derer, die ausführen müssen, was ihnen aufgetragen wird.

"Dabei ist Wald ein eigenständiges natürliches System, dass uns von alleine dient und auch begehrte Produkte wie Schönheit, gutes Klima, sauberes Wasser, vielfältiges Leben, essbare Früchte, Holz u.a. dabei liefert. Mit Maßen "bewirtschaftet" ist Wald ein ewiger Partner und Lieferant für Menschen.

In der Realität wird Wald aber verbraucht und vernichtet, im Zeitalter der "nachhaltigen Entwicklung" (Rio 1992). Das ist sichtbar und messbar und wird von Ökologen und Zukunftsforschern als verhängnisvoll klassifiziert. In der Realität der Waldpolitik und -wirtschaft gelten diese zerstörenden Praktiken als ´ordnungsgemäße Forstwirtschaft´." (Fähser 2019)

Ausführlicher Bericht mit zahlreichen Bildern auf der Homepage der BBIWS!

Weitere Informationen zur Kritik an forstwirtschaftlichem Vorgehen in den Wäldern:

Über die Zukunft des Waldes entscheiden wir alle!
 

 

Tragen Sie hier als Bürger Ihre Beobachtungen in Ihrem Wald ein!

https://waldreport.de

Der Online-Radar gegen Waldzerstörung, liefert wertvolle Informationen zu den Wäldern vor unserer Tür und erfasst die Waldschäden bundesweit. Hier können wir BürgerInnen ohne großen Aufwand (nur Anmeldung auf dem Portal) die beobachteten Waldschäden kartieren, beschreiben und Fotos einstellen. Das dient nicht zuletzt der Vernetzung der Waldschutzinitiativen und informiert über den bundesweiten Zustand der Wälder!

 


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