Petition update

Rheinland-Pfalz: Selbst vor Adligen machen die Landesforsten nicht halt!

BundesBürgerInitiative Waldschutz (BBIWS)

Nov 2, 2019 — 

Kaiserslautern-Hohenecken         Bild: junger Königsfarn

Das  Biosphärenreservat Pfälzerwald hat eine botanische Rarität und noch dazu eine „adlige“ zu bieten - den Königsfarn (Osmunda regalis)!

Er ist der größte europäische Farn und erreicht menschliche Größendimensionen bei Wuchshöhen zwischen 1,60 und 2 m. Der Königsfarn zählt nicht nur wegen seiner imposanten Größe zu den besonderen Farnen, sondern auch wegen seiner Blätter, die jeweils andere Funktionen haben. So sind wunderschöne grüne Wedelblätter für die Photosynthese zuständig, während rostbraune Blätter die zur Fortpflanzung notwendigen Sori (Sporangien) tragen – ein sehr urtümliches Merkmal! Der Königsfarn unterscheidet sich damit von "modernen" Farnen, deren Sporen ja bekanntermaßen auf der Unterseite der Farnwedel wachsen.

Die Pfälzer können stolz auf diese Adligen sein! Königsfarne waren bis Anfang des 19. Jahrhunderts  hier noch weit verbreitet. Sie bevorzugen feuchte, lichte, aber nicht vollbesonnte Standorte und sind deshalb in Waldquellmooren und an sickerfeuchten Waldhängen zu finden. Wenn aber diesen Standorten durch forstliche Eingriffe der Schatten genommen und der Wasserhaushalt nachhaltig gestört wird, dann sind die restlichen seltenen Giganten wohl bald ebenfalls von der Waldfläche verschwunden.  

Obwohl die zuständige Forstamtsleitung von Landesforsten RLP in Kaiserslautern, die Revierleitung, die untere Naturschutzbehörde und ein Naturschutzverband 2016 über einen Standort dieses streng geschützten Farnes im Bereich des Staatswaldes im Stadtteil Hohenecken schriftlich informiert waren, ist gerade dieser Standort massiv durchforstet worden und wurde damit starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Kenner des Vorkommens sind entsetzt.

Trotz Waldsterbens 2.0 und der Erkenntnis, dass nur ein dichter Laubwald den Wassernotstand im Pfälzerwald mildern kann, werden im Biosphärenreservat weiter die älteren Laubbäume gefällt, so dass etwa Buchen über 140 Jahre Seltenheitswert haben. Dabei wird offensichtlich wider besseres Wissen auch in Kauf genommen, dass streng geschützte Arten bzw. deren Standorte vernichtet werden. Alles nur, um ein paar Euro (häufig sind es gar Verluste) zu verdienen?

Wann setzt hier endlich ein Umdenken ein? Und ist der unten angeführte Schutzstatus des Königsfarnes nur eine leere Worthülse? Es scheint so.

Königsfarn (Osmunda regalis)

Rote Liste Rheinland-Pfalz: 2 - stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: 3 - gefährdet
BNatSchG §7(2), Nr.13 und 14:  - besonders geschützte Art

Quelle: www.artefakt.rlp.de

Vielleicht sollte es deshalb im Pfälzerwald besser so heißen:

Achtung! Bis zu den forstlichen Eingriffen ist das Pflücken, Ausgraben oder Schädigen des Königsfarns strengstens verboten!

Informationen zum Schutz des Pfälzerwaldes unter: 

www.schuetzt-den-pfaelzerwald.de


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