Petitioning Verein Stein-Wein-Pfad, Würzburg

Kein Beton am Stein! Gegen den Bau der modernen Aussichtsplattform am Stein


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Das Projekt

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und der fränkische Weinbauverband haben zu Marketingzwecken zwölf Weinlagen zu „magischen Orten des Frankenweins“ erklärt. Der Würzburger Steinberg soll auch dazu gehören.

Deshalb soll am oberen Ende der Rotkreuzsteige über dem Weingut Knoll eine „futuristische“ Aussichtsplattform aus Sichtbeton entstehen. Verantwortlich für dieses Projekt ist der Verein Stein-Wein-Pfad, bestehend aus den Weingütern Juliusspital, Hofkeller, Bürgerspital, Knoll und Reiss, der Stadt Würzburg, dem Eigenbetrieb Congress-Tourismus-Wirtschaft und dem Main-Franken-Kreis.

Der Entwurf der geplanten Aussichtsplattform wurde im Zuge eines Wettbewerbs für junge Architekten gefunden. Finanziell unterstützt wurde dieser durch den Architekten- und Ingenieurverein Würzburg mit seinem Vorsitzenden, dem Würzburger Stadtbaurat. Mit der Realisierung soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Kritik

Der Würzburger Stein, eine der bekanntesten Weinlagen Deutschlands, ist trotz oder gerade wegen seiner jahrhundertelangen intensiven Bewirtschaftung eines der stadtbildprägenden Elemente der Würzburger Stadtlandschaft. Deshalb sollte bei jeder Veränderung größte Sorgfalt geboten sein und die Wirkung auf die gesamte Stadt bedacht werden.

Leider wurde dieser Tatsache in der jüngsten Vergangenheit – Erweiterung der Steinburg – wenig Respekt gezollt. Dieser Umstand, wie auch die Visualisierungen der geplanten Aussichtsplattform, lassen Schlimmes für das Erscheinungsbild des Steinbergs erwarten.

Der Entwurf würde sich in seiner Form wenig harmonisch in die Landschaft einfügen, vielmehr ragt er wie ein Stachel aus dem Weinberg heraus und scheint über ihm zu schweben. Die geplante Ausführung in Beton würde die Materialität der bisherigen Bauwerke am Stein negieren und immer ein Fremdkörper bleiben.

Letztendlich erschließt sich die Notwendigkeit des Baus einer Plattform auf dem Steinberg nicht, hat man doch von nahezu jedem Punkt im Stein schon jetzt einen herrlichen Blick auf die Stadt. Der Blick von der Stadt auf den Steinberg hingegen würde entzaubert werden und bleibenden, nicht wieder gut zu machenden Schaden nehmen.

Letter to
Verein Stein-Wein-Pfad, Würzburg
An: Horst Kolesch, Vorsitzender des Vereins Stein-Wein-Pfad, Würzburg

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Kein Beton am Stein! Gegen den Bau einer modernen Aussichtsplattform am Stein


Der Würzburger Stein, eine der bekanntesten Weinlagen Deutschlands, ist trotz oder gerade wegen seiner jahrhundertelangen intensiven Bewirtschaftung eines der stadtbildprägenden Elemente der Würzburger Stadtlandschaft. Deshalb sollte bei jeder Veränderung größte Sorgfalt geboten sein und die Wirkung auf die gesamte Stadt bedacht werden.

Leider wurde dieser Tatsache in der jüngsten Vergangenheit – Erweiterung der Steinburg – wenig Respekt gezollt. Dieser Umstand, wie auch die Visualisierungen der durch ihren Verein geplanten Aussichtsplattform, lassen Schlimmes für das Erscheinungsbild des Steinbergs erwarten.

Der Entwurf würde sich in seiner Form wenig harmonisch in die Landschaft einfügen, vielmehr ragt er wie ein Stachel aus dem Weinberg heraus und scheint über ihm zu schweben. Die geplante Ausführung in Beton würde die Materialität der bisherigen Bauwerke am Stein negieren und immer ein Fremdkörper bleiben.

Letztendlich erschließt sich die Notwendigkeit des Baus einer Plattform auf dem Steinberg nicht, hat man doch von nahezu jedem Punkt im Stein schon jetzt einen herrlichen Blick auf die Stadt. Der Blick von der Stadt auf den Steinberg hingegen würde entzaubert werden und bleibenden, nicht wieder gut zu machenden Schaden nehmen.

Deshalb fordern wir den Verzicht auf das Bauvorhaben in seiner geplanten Form.

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Mit freundlichen Grüßen

Christopher Franz, Würzburg