Verbot von Silvesterfeuerwerk für Privatpersonen

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Den Brauch, Silvester zu feiern, um böse Geister für das neue Jahr zu vertreiben, gibt es bereits seit Jahrhunderten. Vor einigen Jahrzehnten kam dann natürlich auch der kommerzielle Aspekt mittels selbst zu kaufendem Feuerwerk dazu. Zwar glaubt heute keiner mehr an böse Geister, das Feuerwerk ist allerdings geblieben und nimmt immer drastischere Züge an. 

Da es sich Jahr für Jahr herausstellt, dass ein nicht geringer Teil der Deutschen nicht in der Lage ist verantwortungsvoll mit diesem Kleinsprengstoff umzugehen und sich an geltende Gesetze zu halten, habe ich mich mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. zusammengetan und fordere: Das generelle und ganzjährige Verbot des Zündens von Feuerwerken für Privatpersonen!

Zu den Gründen:

  1. Die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht wird aufgrund der Feuerwerke um das bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. Im Klartext: in der Silvesternacht wird 20% des Feinstaubs in die Luft geblasen wie durch den gesamten Autoverkehr eines Jahres. Dies ist auch für die Bürger durch immer dichter werdenden Nebel zu erkennen, der das Bestaunen der durch die Raketen hervorgerufenen Lichtspiele mancherorts gar nicht mehr zulässt. Dies hat auch schon 2016 Diplomchemiker Rudolf Schierl in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bewiesen.
  2. Jedes Jahr entlaufen und sterben Haustiere durch teilweise massenhaftes Abfeuern von sogenannten "Böllern". Da sich an die geltenden Gesetze nicht gehalten wird (Abfeuern nur am 31.12. und 01.01. erlaubt), ist es für viele Tierhalter mindestens tagelang ein Spießrutenlauf. Ganz zu schweigen von den Wildtieren, die durch die Knallerei in Panik davonlaufen und auch teilweise schwere Unfälle verursachen. Auch die ohnehin schon stark schwindenden Vogelbestände werden durch Feuerwerke gefährdet. Siehe dazu zB die Vorfälle in Arkansas (USA), als im Jahr 2011 in der Silvesternacht mehr als 3000 Vögel tot vom Himmel fielen.
  3. Die hohen Mengen an Müll, die jedes Jahr nach den Silvesterfeuerwerken auf unseren Straßen liegen bleiben und von den Kommunen weggeräumt werden müssen. Wäre dies noch vertretbar, gilt dies nicht für den Müll, der auf Privatgrundstücken oder Wasserflächen landet und diese vergiftet.
  4. Die Unfallgefahr. Jedes Jahr sterben Menschen oder werden teilweise schwer verletzt durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerk. Wenn man sich den hohen Alkoholkonsum bei den Feiern vor Auge hält, ist es eigentlich schon fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert. Vor allem Jugendliche und Kinder werden Opfer der Feuerwerkskörper. Hier einige Beispiele vom Jahreswechsel 2016/ 2017:
    - eine Siebenjährige wurde bei Hannover verletzt, als ein 14 jähriges Mädchen ihr einen Feuerwerkskörper in den Ausschnitt steckte, wo dieser dann auch explodierte
    - eine Vierjährige wurde in Bremen von einer Gruppe Jugendlicher mit Böllern beworfen
    - einem Neunjährigen wurden in Köln zwei Finger abgerissen, als er auf einem Spielplatz vermeintliche Blindgänger aufhob
    - alleine in Berlin gab es in der Silvesternacht 14 Schwerverletzte durch Feuerwerkskörper.
  5. Belastungen der Steuerzahler durch Schäden in zweistelliger Millionenhöhe jedes Jahr. Hervorgerufen durch Brände, Sachbeschädigungen, Verletzungen und Vorsätzlichkeiten wie das Zünden von Feuerwerkskörpern in Containern und Briefkästen.
  6. Ohne Rücksicht auf die Umwelt, Tiere und andere Menschen (zB Demenzkranke) wird vor und nach der erlaubten Zeit Feuerwerk abgebrannt und auch die Sicherheitszonen um Krankenhäuser, Altenheime, landwirtschaftliche Nutzflächen wird trotz angedrohter Geldbußen bis zu 50.000€ ignoriert.
  7. Auch letztes Jahr wurden diese „Kleinsprengstoffe“ gezielt zur Körperverletzung an Menschen (unter anderem Polizisten und Rettungskräfte) und Tieren verwendet. Allein dies sollte Grund genug für das Verbot sein! Dass einige der Täter alkoholisiert waren, spielt keinerlei Rolle, denn dies ist im Vorfeld bereits klar.

Da sich diese Punkte in den letzten Jahren immer weiter verstärkt haben, bitten wir Sie den Beispielen vieler Städte in Frankreich, Dänemark, Luxemburg, Holland zu folgen und ein generelles Verbot für Privatpersonen auszusprechen. Alternativ könnte in jeder Gemeinde zu einem festen Zeitpunkt ein Feuerwerk von professionellen Pyrotechnikern abgebrannt werden. So könnte man in Zukunft an einem Ort Feuerwerk genießen, ohne die ganzen negativen Auswirkungen.


Meine persönlichen Gründe, warum ich die Petition erstellt habe:

Ich bin seit mehreren Jahren im Tierschutz aktiv und die Tage um Silvester herum sind einfach nur die Hölle. Ich bin natürlich kein Spielverderber oder Paragraphenreiter. Und natürlich ist ein gut gemachtes Feuerwerk auch schön anzusehen.

Leider habe ich bereits als Kind die negativen Auswirkungen davon am eigenen Leib mitbekommen, als mein Wellensittich einen Tag vor Silvester durch Feuerwerkskörper einen Herzschlag erlitten hat.

2003 brannte dann aufgrund einer in einem Pferdestall gelandeten Rakete der komplette Stall ab. Obwohl wir direkt vor Ort waren, konnten wir zwei Pferde nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen und sie verendeten qualvoll.

Einer Freundin und mir wurden bei einem Ausritt von mehreren Jugendlichen gezielt Böller zwischen die Pferdebeine geworfen. Während mein Pferd vor Angst erstarrte, wurde meine Freundin abgeworfen und das Pferd rannte unter dem Geklatsche und Gejohle der Jugendlichen auf eine Straße. Glücklicherweise kam kein Auto und (außer einem Schlüsselbeinbruch bei meiner Freundin) kam es zu keinen großen Verletzung. Nicht auszudenken, es wäre zu einer Kollision mit einem Auto gekommen. Dies hätte Menschenleben kosten können!



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