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Petition richtet sich an UNESCO, UNESCO GLOBAL GEOPARK Dr. Lutz Möller

Deklaration: Der Tobasee soll als UNESCO GLOBAL GEOPARK nominiert werden

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Im September und Oktober 2015 hat die Gruppe PLOt (Pusat Latihan Opera Batak) aus Siantar in Nordsumatra/Indonesien die Initiative der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft e.V. WASSER IST LEBEN mit dem Stück FRAUEN AM RANDE DES SEES von Lena Simanjuntak-Mertes unterstützt. Im Stil der klassischen „Opera Batak“ hat es Aufführungen in Bad Neuenahr, Köln, Berlin und Stuttgart gegeben, bei denen die Beeinträchtigung des Biotops Tobasee und der dort lebenden Bevölkerung thematisiert wurden.

In diesem traditionellen Theaterstück wird die kritische Situation des Tobasees in Nordsumatra dargestellt: Der größte Vulkankratersee der Erde ist aktuell gefährdet, weil durch ökologische Nachlässigkeit und wirtschaftliche wie politische Fehlentwicklungen die Lebensgrundlagen beeinträchtigt sind.

Bei ergänzenden Gesprächen ist die folgende Tobasee-Deklaration verfasst worden. Sie will die Verantwortlichen vor Ort ebenso ansprechen wie übergeordnete Institutionen. Der Tobasee soll als UNESCO GLOBAL GEOPARK nominiert werden.

Mit Ihrer Unterschrift der Petition unterstützen Sie den Appell, damit sich politische und zivilgesellschaftlich Zuständige für eine zukunftssichernde Bestandssicherung des Tobasees verantwortlich einsetzen:


Tobasee Deklaration

Im Zusammenhang mit der Initiative WASSER IST LEBEN hat die Opera Batak FRAUEN AM RANDE DES SEES Probleme einer angemessenen und nachhaltigen Wasserversorgung am Tobasee in Nordsumatra / Indonesien zum Thema gemacht. Inspiriert durch die Aufführungen der Opera Batak von PLOt (Pusat Latihan Opera Batak) aus Siantar ist der interkulturelle Dialog konkretisiert worden. Fragen des Umweltschutzes, der ökonomischen und ökologischen Konsequenzen sowie der besonderen Rolle der Frauen als „Hüterinnen des Lebens“ stehen im Mittelpunkt der Erörterungen um das Menschenrecht auf Wasser.

Jüngste Entwicklungen stetiger Verschmutzung und Übernutzung des Tobasees und seines umgebenden Ökosystems bedrohen das Wohl und den Alltag der dortigen Bevölkerung. Ohne sofortige Maßnahmen werden nicht nur das Wasser, sondern auch Nahrungssicherheit, Biodiversität und andere wichtige Ressourcen gefährdet.
Die aktuelle Herausforderung ist, Indonesiens natürliches und kulturelles Erbe zu schützen, das Wohlergehen seiner Bewohner zu gewährleisten und gleichzeitig Armut zu überwinden, Ressourcenkonflikte zu verhindern und die Gesundheit von Mensch und Natur zu bewahren.

Der Tobasee steht stellvertretend für die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und die Ignoranz gegenüber traditionellen Gemeinschaften und ihrer Rechte in Indonesien. Eine gemeinsame Anstrengung zur Rettung des Sees kann die Initialzündung für die Lösung ähnlicher Probleme im gesamten Archipel bedeuten.

Nachhaltigkeit und der Schutz ökologischer und kultureller Vielfalt kann und muss die anerkannte Basis sowie die Substanz der indonesischen Gesellschaft sein.

Frauen spielen eine entscheidende Rolle in der Bereitstellung, der Bewirtschaftung und dem Schutz von Wasser – wie das Dublin Prinzip feststellt, das 1992 auf der Internationalen Konferenz zu Wasser und Umwelt (ICWE) formuliert wurde.

Vertreter der Menschen vom Tobasee und der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft haben diese Veranstaltung organisiert, um zu zeigen, welches natürliche und kulturelle Erbe auf dem Spiel steht, und um mit den Teilnehmern die Herausforderungen zu diskutieren, um dieses wertvolle Vermächtnis zu bewahren.
In den vergangenen Jahren entstanden verschiedene Gefahren für die Umwelt rund um den Tobasee mit gravierenden Auswirkungen auf das Leben der Batak:

Wasserverschmutzung durch den Eintrag von Nährstoffen, z.B. Fischfutter durch Aquakulturbetreiber und ein Rückgang der natürlich vorkommenden Fischarten

Abholzung und illegaler Holzeinschlag und damit verbunden ein Rückgang der Biodiversität und verstärkte Erosion, was letztlich auch die Landwirtschaft der lokalen Bevölkerung beeinträchtigt

Wassermangel in Dürreperioden

Wasserverschmutzung durch unzureichend gereinigte industrielle und kommunale Abwässer.


Diese Entwicklungen erfordern neue Sichtweisen und Ansätze hinsichtlich der Verantwortung politischer und gesellschaftlicher Akteure auf allen Ebenen, um den Tobasee zu schützen – seine Wasserressourcen, zugehörige Ökosysteme, Menschen und Traditionen.

 
Unsere zentralen Forderungen und Empfehlungen sind:

Nach der Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser durch die indonesische Regierung auf der UN-Vollversammlung im Juli 2010 die Umsetzung und Durchsetzung entsprechender verbindlicher Gesetze und Regeln.
Eine grundlegende Neuausrichtung nationaler und lokaler Institutionen, um einen Prozess des nachhaltigen Ressourcenmanagements am Tobasee in Gang zu setzen. Nationale und lokale Regierungen müssen sich aktiv dafür einsetzen, nicht nur Institutionen und Ansätze zum Schutz dieses einzigarteigen Ökosystems zu unterstützen, sondern auch staatliche und nicht-staatliche Initiativen, die sich für den Schutz des Tobasees engagieren.
Eine offizielle Verpflichtungserklärung, die Auflagen des UNESCO Geoparks zu erfüllen, sowie einen Aktionsplan, wie eine nachhaltige Entwicklung der Region umgesetzt werden kann. Diese sollen Synergien und Zielkonflikte berücksichtigen, die zwischen Nahrungssicherheit, Wasser, Energie, dem Schutz der Biodiversität, Ökosystemdienstleistungen, nachhaltigem Tourismus, der Existenzsicherung, nachhaltigem Konsum und Produktion entstehen. Alle Mitwirkenden und Betroffenen (Politiker, NGOs, Wirtschaft und Bevölkerung) sollten in die Entwicklung konkreter Ziele und Indikatoren einbezogen werden, dabei ineinandergreifende Fragestellungen beachten und existierende Wohlfahrtsindikatoren heranziehen.
Die Anerkennung monetärer und nicht-monetärer Werte öffentlicher Güter wie Ökosystemdienstleistungen, Gesundheit und allgemein verfügbarer Ressourcen wie Wasser. Diese müssen in wirtschaftliche Entwicklungspläne, Entscheidungsprozesse und Managementstrukturen auf nationaler und lokaler mit einfließen.
Respekt und Förderung herkömmlicher Landrechte der Batak.
Das Manuskript/Textbuch zur Opera Batak von FRAUEN AM RANDES DES SEES von Lena Simanjuntak-Mertes ist 2013 vom Katakita-Verlag, Yogyakarta/Indonesien, veröffentlicht worden (ISBN 978-979-3778-73-0).

Kontakt: mail@dig-koeln.de

 

 

Diese Petition wurde übergeben an:
  • UNESCO, UNESCO GLOBAL GEOPARK Dr. Lutz Möller

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