Stoppen Sie die Trophäenjagd-Angebote bei der Messe "Jagd und Hund!"

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Die jährlich in Dortmund stattfindende Messe "Jagd & Hund" ist Europas größte Jagdmesse. Die Veranstalter*innen werben selbst mit der Teilnahme von Aussteller*innen aus über 40 Nationen aller Kontinente. Darunter befinden sich fast 180 Reiseveranstalter*innen, die den Abschuss von Individuen gefährdeter und geschützter Arten wie verschiedener Hochseevögel und Singvögel, Eisbären, Nashörner, Elefanten, Löwen, Leoparden, Giraffen, Affen, Braunbären und Wölfe anbieten – ganz legal. Wie zu Kolonialzeiten schießen zahlungskräftige Trophäenjäger*innen bedrohte Tiere ab. Dabei erleben wir gerade den größten Artenverlust seit Menschengedenken.

Es kommen Jagdmethoden zum Einsatz, die in Deutschland aus guten Gründen verboten sind: Jagd mit Pfeil und Bogen, Armbrust oder Revolver. Oftmals ist nicht einmal ein Jagdschein erforderlich. Mancherorts werden Wildtiere wie z. B. Löwen extra in Jagdfarmen gezüchtet, um sie dort von Trophäenjäger*innen in großen Gehegen abschießen zu lassen.

Allein in Afrika töten 18.000 Trophäenjäger*innen jährlich über 100.000 Wildtiere. Der Abschuss eines einzelnen Tieres gefährdet oft dessen ganzes Familien- und Gruppensystem.Trophäenjagd wird gerne mit Artenschutz begründet, da die Erlöse der Abschüsse teilweise in Schutzprojekte fließen. Eine ethisch völlig widersinnige Art und Weise, Wildtiere zu schützen: die einen Artgenossen müssen sterben, damit andere geschützt werden.

Trophäenjagd in Afrika wird auch als eine Form der Entwicklungshilfe bezeichnet, da einzelne Personenkreise dadurch eine Einkommensquelle haben. Laut eines IUCN-Reports von 2009 verdient die lokale Bevölkerung in Afrika durchschnittlich 0,3 US-Dollar (entspricht zwischen 20 und 30 Euro-Cent) pro Person und Jahr daran, dass Jäger*innen aus dem Ausland Elefanten, Löwen oder Giraffen in ihrer Heimat erlegen. Zum Staatshaushalt der jeweiligen Länder trägt die Großwildjagd in Afrika nur mit durchschnittlich 0,006 Prozent bei. Gleichzeitig liegt die Landnutzung bei einem Prozent – ein unverhältnismäßig landintensiver Wirtschaftszweig, von dem die lokale Bevölkerung quasi nicht profitiert. Statt Trophäenjagd braucht es mehr internationale Unterstützung und Engagement, um die Wilderei in Nationalparks einzudämmen und effektiven Artenschutz zu betreiben. Trophäenjagd stellt also ein tier- und naturfeindliches Überbleibsel aus Kolonialzeiten dar, an dem nur sehr wenige Einheimische verdienen. Im Gegensatz dazu kann echter Tier- und Artenschutz auch im Kontext eines nachhaltigen Safari-Tourismus zukunftsweisende Arbeitsplätze schaffen.

Jährlich werden hunderte Trophäen international geschützter Arten nach Deutschland eingeführt, so allein zwischen 2017 und 2019 laut Bundesregierung auf eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen 89 Leoparden, 89 Flusspferde, 89 Braunbären, 85 Elefanten, 54 Löwen, 46 Wölfe, 23 Argali-Schafe, 17 Geparde, 6 Eisbären, 6 Breitmaulnashörner, 1 Spitzmaulnashorn, hunderte Zebras und Affen sowie zahlreiche weitere Arten. Trophäen für den „Privatgebrauch“ können mit behördlicher Genehmigung sogar von streng geschützten Arten, die nicht kommerziell gehandelt werden dürfen, eingeführt werden. In Deutschland ist dies nach Tierschutz-, Naturschutz- und Jagdrecht eigentlich verboten. Ein konsequentes Handeln des Bundesamtes für Naturschutz findet nicht statt.

Deutschland ist, gemeinsam mit Spanien, nach den USA der größte Importeur von Jagdtrophäen bedrohter Arten. Dabei lehnt die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland die Trophäenjagd auf bedrohte Tierarten ab! In Nachbarländern gibt es bereits entsprechende Verbote oder befinden sich in Planung.

Die Stadt Dortmund ist als alleinige Gesellschafterin der Westfalenhallen direkt mitverantwortlich für die dort durchgeführten Veranstaltungen, also auch für die „Jagd & Hund“. Die Leitung der Westfalenhallen und auch die politischen Entscheidungsträger*innen berufen sich darauf, dass alle Angebote der Messe rechtmäßig seien. Dieses Argument überzeugt leider überhaupt nicht: was Recht ist, ist nicht gleich gerecht und daher auch hinterfragbar. Nur durch die Weiterentwicklung ethischer und moralischer Vorstellungen und Normen kann es auch zu Reformen in den Bereichen Tierrechte und Tierschutz kommen.

Wir fordern Sie, Herr Oberbürgermeister Sierau, auf, allen Anbieter*innen von Trophäenjagd Werbung und Standgenehmigungen auf der jährlichen Messe „Jagd und Hund“ zu untersagen und damit ein klares Zeichen für den Tier- und Artenschutz zu setzen.

 

Quellen und weitere Informationen über die Trophäenjagd:

www.prowildlife.de/jagd-wilderei
www.prowildlife.de/hintergrund/grosswildjagd-trophaenjagd
https://www.buzzfeed.com/de/robertojurkschat/ausbeuter-artenschutz-trophaenjagd-rote-liste?utm_source=dynamic&utm_campaign=bfshareemail
http://www.prowildlife.de/projekte/eagle-network/
https://www.komitee.de/
https://www.namibia-jagdfarm.com/
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-08/grosswildjagd-jagdreisen-afrika-tierschutz/komplettansicht

Diese Petition wurde erstellt von ARIWA Ruhrgebiet.

Wer wir sind: ARIWA (Animal Rights Watch) ist ein eingetragener Verein, der für die Abschaffung jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren kämpft. ARIWA Ruhrgebiet ist die in Dortmund ansässige ehrenamtlich agierende Ortsgruppe des Ruhrgebiets.

https://www.ariwa.org/ruhrgebiet/

Foto: © Olaf Schneider / PIXELIO (www.pixelio.de)



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