Zweitstudiengebühren wegen Corona-Pandemie in Baden-Württemberg aussetzen!

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Durch die derzeitige COVID-19-Krise stehen wir alle vor neuen Herausforderungen – seien sie privat, in der Arbeitswelt oder eben in Ausbildungsverhältnissen.

Auch wir Zweitstudierenden sind davon stark betroffen: Wir bezahlen für unsere zweite Studienwahl, für unsere Bildung und unsere Zukunft Studiengebühren in Höhe von 650 € pro Semester. Dazu kommt zusätzlich ein Semesterbeitrag von rund 200 €. Für uns Studierende ist das sehr viel Geld – Geld, welches wir in der derzeitigen Krise kaum verdienen können.

Denn die meisten Studierenden haben aufgrund der Arbeits- und Bewegungs-beschränkungen durch COVID-19 ihre Teilzeit– oder Aushilfsjobs verloren.

Die Eltern unter uns haben zudem aufgrund der Schließung der Kindertagesstätten und Schulen keine Betreuungsmöglichkeiten mehr für ihr Kind/ihre Kinder, sodass eine erneute Aufnahme einer Tätigkeit erschwert wird. Einige unter uns gehören zu den Risikopatienten oder leben mit Risikopatienten in einem Haushalt, sodass auch hier die Möglichkeiten einer Jobaufnahme bspw. im Einzelhandel wegfällt.

Keiner von uns möchte sein Traumstudium bzw. seinen Traumberuf aufgeben, doch während dieser Pandemie und globalen Finanzkrise sehen sich viele Studierende aus diesen finanziellen Gründen gezwungen, ihr Studium zu unterbrechen oder gar aufzugeben.

Denn diese Krise wird länger andauern und nicht einfach wieder verschwinden. Und auch die Folgen werden wir länger zu spüren bekommen: So wurde bereits der Semesterstart auf den 20. April verlegt und es wurde ein digitales Onlinesemester eingeleitet. Seminare und Vorlesungen werden verschoben oder gar abgesagt oder stehen noch in der Schwebe. Die ersten Anläufe zum Onlinesemester sind bisher chaotisch, Server sind überlastet und die Veranstaltungen können deswegen nicht stattfinden. Zudem ist es einigen Studierenden nicht möglich, zu Hause in ruhiger Umgebung zu lernen, weil man beispielsweise kein gutes Internet, kein passendes Equipment oder keine optimale Lernumgebung hat. Ein theoretisches Semester beginnt, obwohl viele von uns natur- und geisteswissenschaftliche oder soziale Ausbildungen absolvieren, in welchen Praxiserfahrung sowie sozialer Austausch im Vordergrund stehen.

All dies wird die Bildungsqualität stark verringern und den Zugang zu Bildung für Studierende erschweren. Einige Studierende werden gezwungen sein, ihr Studium zu verlängern, was zukünftige finanzielle Hürden mit sich bringen wird - wie das Bezahlen der Studiengebühren etc.

Daher ist es nun an der Zeit, dass das Land und die Hochschulen handeln und sich mit uns Studierenden solidarisieren. Wir bitten inständig in dieser Krisensituation, die Studierenden – dabei uns Zweitstudierende als Minderheit – nicht außer Acht zu lassen und im humanitären Sinne schadensmindernd zu handeln:  Da wir die Semestergebühren für das Sommersemester 2020 bereits entrichtet haben, hoffen wir entweder auf eine Rückerstattung oder eine Aussetzung der Gebühr für das kommende Semester, welche bereits im August 2020 erneut anfallen würde.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis, Ihre Empathie und Rücksichtnahme und auf ein Entgegenkommen in dieser Krisenzeit