Gesetzliche Krankenkassen zahlt endlich unsere Brillen!

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Wieso werden in Deutschland zum Beispiel Globuli von Krankenkassen übernommen aber Brillengläser nicht? Ohne Brille können diejenigen, die darauf angewiesen sind, weder Auto fahren noch arbeiten. Sie sind im Alltag teilweise hilflos. Die medizinische Notwendigkeit ist nachgewiesen. Ein Brillenglas kostet zwischen 25 und 250 Euro, das können sich Menschen mit geringem Gehalt kaum leisten. Und die gesetzlichen Krankenkassen zahlen erst, wenn man schon fast blind ist.

Auszug aus dem AOK Katalog:

Hilfsmittel erleichtern den Alltag und verbessern die Lebensqualität. Für Brillen ihrer jungen Versicherten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr trägt die AOK die Kosten für die Gläser bis zu einem Festbetrag. Für das Brillengestell können wir keine Kosten übernehmen. Bei medizinischer Notwendigkeit und unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen übernehmen wir auch die Kosten für Kontaktlinsen. Ohne Altersbegrenzung übernimmt die AOK die Kosten für Sehhilfen

-bei Augenverletzungen oder Augenerkrankungen,
-wenn Sie eine schwere Sehbeeinträchtigung haben und mit Brille ein Sehvermögen von maximal 30 Prozent erreichen,
-wenn Sie bei Kurz- oder Weitsichtigkeit einen Fernkorrekturausgleich von mehr als sechs Dioptrien benötigen oder
-eine Hornhautverkrümmung von mehr als vier Dioptrien aufweisen.

Beispiel BKK:

Wenn Ihr Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr eine Sehhilfe oder Brille benötigt, zahlt die pronova BKK die Festbeträge direkt an die zugelassene Optikerin oder den zugelassenen Optiker bzw. die Augenärztin oder den Augenarzt. Dafür sind jedoch viele verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen, die wir Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch erläutern.

Bei Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, ist eine Kostenbeteiligung in Höhe der Festbeträge möglich. Dazu ist eine kassenärztliche Verordnung (Muster 8) durch einen Vertragsarzt erforderlich. Diese kann ausgestellt werden

-bei einem Fern-Korrekturausgleich für einen Refraktionsfehler von mehr als 6 Dioptrien bei Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder bei mehr als 4 Dioptrien bei Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
-für Versicherte mit schwerer Sehschwäche oder Blindheit. Diese liegt vor, wenn die Sehschärfe (Visus) unter Anwendung der bestmöglichen Korrektur höchstens 0,3 auf dem besseren Auge beträgt (Umgangssprachlich: Sehschärfe 30%) oder das beidäugige Gesichtsfeld höchstens 10 Grad bei zentraler Fixation beträgt.
wenn diese der Behandlung von Augenverletzungen oder Augenerkrankungen im Rahmen einer Therapie dient.

Das ist eine maßlose Frechheit.

Beim Autofahren gibt es sogar Gesetze die mich zwingen eine Brille zu tragen.

Gibt es gesetzliche Regelungen für Brillenträger?
Ja und die sind im Straßenverkehrsgesetz festgelegt. Zum Beispiel ist das Tragen einer Brille bei einer Sehleistung unter 70% Pflicht; das Nichttragen ist lt. § 79 Nr. 9 Fahrerlaubnisverordnung (FeV) in Verbindung mit dem § 24 Straßenverkehrsgesetz (StVG) eine Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld von 25 Euro belegt. Das Nichttragen einer Brille erfüllt bei einem Unfall sogar unter Umständen den Straftatbestand der Fahrlässigkeit und kann entsprechend geahndet werden.

Wer nicht laufen kann, bekommt von der Kasse Krücken, Rollator oder Rollstuhl für einen kleinen Eigenbeitrag. Laut den neuen Richtlinien übernehmen die Krankenkassen einen Festbetrag von bis zu 784,94 Euro für ein Hörgerät. Nicht übernommen wird eine einmalige gesetzliche Zuzahlung von zehn Euro pro Hörgerät (also zahlt man maximal 20 Euro für zwei Hörgeräte).

Brillenträger bekommen in den allermeisten Fällen nichts und das muss geändert werden.

Wir fordern eine Anpassung der Kostenübernahme bei Brillen an das Konzept für gängige Hilfsmittel. (Hörgeräte, Unterarmgehstützen, Rollstühle)