PLASTIKMÜLL - WACHT ENDLICH AUF, ES GIBT DOCH SCHON ALTERNATIVEN

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KUNSTSTOFF AUS SCHILF?  MISCANTHUS IST DAS NEUE PLASTIK

Der Bauernhof als Hersteller biobasierter Basischemikalien: die anvisierte Vision wird Realität. Nach langjähriger Forschungsarbeit konnte man nun aus Miscanthus einer der wichtigsten Ausgangsstoffe zur Herstellung biogener Kunststoffe gewinnen.

Aktuellste Infos dazu unter: www.agronaro.org

Am 31. Oktober 2018 eröffnet das Team vom Fachgebiet Konversionstechnologien an der Uni Hohenheim das neue Bioraffinerie-Technikum und verfolgt damit weiter das Konzept, Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu erzeugen. Was bisher bei den Hohenheimern im Labor erforscht wurde, nimmt nun den Weg in die Versuchsstation.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Kruse sollen im Technikum Plattformchemikalien der Bioökonomie hergestellt werden. Ausgangsstoffe sind Chinaschilf (Miscanthus), Chicorée-Rüben oder Altbackwaren, die in der neuen Versuchsstation künftig zur Herstellung von Hydroxymethylfurfural (HMF) dienen.

Dieser Stoff kann dann wiederum für die Herstellung von unter anderem Getränkeflaschen aus Polyethylenfuroanat (PEF) und Lebensmittelverpackungen genutzt werden.

Hydroxymethylfurfural –kurz HMF– wird beispielsweise zur Herstellung von Plastikflaschen und Nylonstrümpfen verwendet. Aber auch Lebensmittelverpackungen, Fasern für Autositze, Sportbekleidung oder Autoteile können daraus hergestellt werden.
Im ersten Schritt wird mit Wasser und Säure die Lignocellulose aus dem Miscanthus in Zucker umgewandelt. Im nächsten Schritt wird dieser zu HMF, und anschließend wird das HMF aus der wässrigen Lösung abgetrennt. Darüber hinaus entsteht bei der Vorbehandlung des Miscanthus auch Lignin, aus dem wiederum die Basischemikalien Furfural und Phenole gewonnen und zur Herstellung von Kunstharz, biogenen Spanplatten und Sperrholz verwendet werden können.
Damit soll die Bioökonomie umgesetzt werden und gleichzeitig Landwirten eine neue Einnahmequelle verschaffen und den Weg aufzeigen, wie eine lückenlose und nachhaltige Wertschöpfungskette von der Biomasse zum Produkt möglich ist. Automobilindustrie, Verpackungs- und Nahrungsmittelhersteller sowie der weltgrößte Strumpfhosenhersteller zeigen bereits großes Interesse.

 

Quelle: Verpackungsrundschau, 06. November 2018