Kein Präsenzunterricht in Baden-Württemberg, solange Covid-19 nicht unter Kontrolle ist

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 1.000.


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, sehr geehrte Frau Kultusministerin Eisenmann, 
Mit Entsetzen haben wir zu Kenntnis genommen, dass Sie Kitas und Schulen ab  1. Februar für Oberstufe und Grundschule öffnen wollen und dass dies diese Woche anhand von Infektionszahlen entschieden werden soll. Wie genau diese Zahlen aussehen wurde nicht gesagt! Geringe Erfolge sind noch kein Grund für Lockerungen. Gerade durch die Mutationen steht uns die schwierigste Phase noch bevor!  Selbst durch nur geringe Öffnungen folgen eine Unzahl vermeidbarer Kontakte auf dem Schulweg und in der Schule!

-Wir fordern Sie auf, die weitreichenden Öffnungen unverzüglich rückgängig zu machen und wirklich nur eine Notbetreung anzubieten, die nur von bestimmten Berufsgruppen genutzt werden darf. Momentan gehen teilweise trotzdem bis zu 70% der Kinder in die Kita und auch in Schulen. Schulen und Kitas sind also gar nicht zu! Ebenso sind trotz höherer Gefährdung die sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren komplett geöffnet! Die von Ihnen getroffenen Entscheidungen ignorieren wesentliche epidemiologische und virologische Erkenntnisse. Sie zwingen Menschen dazu, sich unverantwortlichen Risiken auszusetzen, und konterkarieren das Ziel des bundesweiten Lockdowns.

- Immer mehr Einzelfallstudien und international vergleichende Analysen widerlegen die gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, an Schulen gebe es kein wesentliches Infektionsgeschehen.- Durch die Virusvariante B1.1.7, die sich in vielen europäischen Staaten bereits durchsetzt, besteht die Gefahr eines massiv gesteigerten Infektionsrisikos – mit allen Konsequenzen. Ihr Beschluss ignoriert derartige Entwicklungen schlicht. Stattdessen sollen es die bereits im Herbst verwendeten Hygienekonzepte richten. Das ist grob fahrlässig.

- Für die Betroffenen (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, weiteres Personal) bedeutet all dies: Sie – und damit auch ihre Angehörigen – werden in der derzeitigen Coronalage unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt.

-  Ihre Entscheidung widerspricht klar dem Geist des Lockdownbeschlusses. Wie soll so das bundesweite Ziel einer drastischen Reduktion der Fallzahlen erreicht werden, um die Ausbreitung von B.1.1.7 zu verlangsamen, eine völlige Überlastung unseres Gesundheitssystems zu verhindern und die katastrophale Zahl der Erkrankten und Verstorbenen zu reduzieren?

-Unsere Forderung steht in keinerlei Widerspruch zu dem Ziel, Schülerinnen und Schülern eine baldige Rückkehr zu möglichst umfassendem Präsenzunterricht zu ermöglichen. Im Gegenteil: Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer konsequenten Eindämmungsstrategie. Mit ihrem Vorgehen rückt es in immer weitere Ferne. Wenn wir jetzt zu früh die Schulen öffnen, dann sehen wir die Konsequenzen (in Form von Infektionen und Todesfällen) in ein paar Wochen, was dazu führen wird, dass der Lockdown weiter verschärft werden muss und noch länger dauert. Daher fordern wir eine konsequente Umsetzung der Schulschließungen ohne Ausnahmen und eine Verschiebung des Notenschlusses, um Klausuren auch noch später schreiben zu können und auch den Stoff aus dem Fernlernunterricht vorher nochmal in Präsenz wiederholen zu können. Welchen Sinn ergibt es, nur für Klausuren in die Schule zu kommen, um ein gesetztes Datum einzuhalten, das man auch verschieben könnte (siehe z.B. in Bayern). Man hat dann trotzdem viele Kontakte (im Bus und Schulgebäude), auch wenn nur für wenige Stunden am Tag. 

-Ich schreibe nächstes Jahr Abi und gehöre somit auch zu den Abschlussklassen und habe eine Risikoperson daheim. Ich weiß, wie es sich anfühlt beide Omas an Corona zu verlieren, obwohl man sie fast ein Jahr nicht besucht hat. Die psychische Belastung ist extrem hoch. Wenn man es dann noch selbst verantworten muss, weil man jemanden daheim ansteckt, da man in die Schule muss, will ich mir nicht vorstellen müssen, wie sich das anfühlt.


-Bitte verlängern Sie das Homeschooling mindestens bis zum 14. 02. 2020, bzw bis eine Inzidenz von <50 erreicht ist! Kein Präsenzunterricht in BW bis die Pandemie unter Kontrolle ist!