Olympisches Dorf: Bedingungslose Wohnzeitverlängerung aufgrund der COVID-19-Pandemie

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Wir fordern ein Semester bedingungslose Wohnzeitverlängerung für alle Studierenden, die momentan in Wohnheimen des Studentenwerk Münchens und speziell in der Wohnanlage Oberwiesenfeld wohnen. Die aktuelle Situation der Covid-19 Pandemie verursacht große finanzielle und psychologische Unsicherheit in der Bevölkerung und trifft besonders Studierende hart.

 

Verzögerung des Studienfortschritts

Das Studium stellt uns im diesjährigen Sommersemester allesamt vor große Herausforderungen. Das  durch die COVID-19 Pandemie bedingte ausschließliche Online-Studium nimmt uns Studierenden die Chance, das Studium ohne Zeitverlust zu absolvieren: Praktika, Praxisübungen und Exkursionen, welche die Lehre an deutschen Hochschulen eigentlich beinhaltet, können nicht stattfinden und müssen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der plötzliche Umstieg von der Präsenzlehre zu einem reinen Online-Studium hat zu unzureichenden Lehrmethoden, schlechtem Austausch und Unübersichtlichkeit geführt und schränkt den Fortschritt des Studiums stark ein. Auch die fehlende Möglichkeit zu privaten Sprechstunden, sowie die Unsicherheit oder gar das Wegfallen von Prüfungen, setzt uns Studierende unter unzumutbaren Druck. In dieser Situation können ECTS nicht im gewohnten und geplanten Umfang erreicht werden, was eine Verzögerung des Studienfortschritts zu Folge hat. Da ein Platz im Studentenwohnheim zumindest für die angemessene Zeit, die für das Absolvieren eines Vollzeitstudium benötigt wird, gewährleistet werden sollte, ist eine bedingungslose Wohnzeitverlängerung um ein Semester für alle Studenten die logische Folge.


Existenzängste

Studierende sind eine Bevölkerungsgruppe, die sich oft durch Minijobs und andere kleinere Nebenverdienste ihren Lebensunterhalt verdienen. Durch die Pandemie haben viele Studierende ihren Job verloren und stehen jetzt vor großen finanziellen Unsicherheiten. 

Überforderung und Existenzängste kommen auf: der Druck, auf dem Münchner Wohnungsmarkt auch noch eine bezahlbare Wohnung zu finden, während man ohnehin vor finanziellen Sorgen und universitären Herausforderungen steht, wird ohne Zweifel für viele in schlechten universitären Leistungen resultieren. Vor allem schon schwach dastehende Studierende (Studierende mit Behinderungen, Studierende mit Kind, Studierende aus niedrigem sozioökonomischem Status) werden weiter benachteiligt. 


Psychische Folgen

Auch die Studierenden sind seit mehreren Wochen durch die Ausgangsbeschränkungen auf sich allein gestellt. Vor allem in der Wohnanlage Oberwiesenfeld, in der die Studenten nicht in Wohngemeinschaften, sondern Einzelapartments leben, führt dies zu Isolation und Vereinsamung. Viele Studierende fühlen sich in dieser Situation mit ihren Existenzängsten allein gelassen. 

 

Lösung

Die LMU schreibt in einem Statement auf ihrer Website: “Die Länder werden sich insoweit gemeinsam beim Bund dafür einsetzen, dass beim BAföG, dem Kindergeld, der Krankenversicherung u. ä. flexible Regelungen gefunden werden, die den Lebenswirklichkeiten der Studentinnen und Studenten in der aktuellen Situation gerecht werden.”  

Während also Universitäten, einige Behörden und auch Versicherungen ihren modus operandi stark anpassen, um der aktuellen Situation gerecht zu werden, geht die Abteilung für Studentisches Wohnen des Studentenwerks München bisher kaum auf die oben beschriebenen Sorgen der Studenten ein. Insbesondere die verlängerte Studiendauer und die damit verbundene Notwendigkeit einer Wohnzeitverlängerung stellt hier ein Problem dar.

Diese flexiblen Regelungen sollten sich auch auf die Wohnsituation der Studierenden übertragen lassen. Es gab schon oft während Bauphasen eine bedingungslose Wohnzeitverlängerung für alle betroffenen Studierenden. Von dieser Pandemie sind wir alle betroffen und wir hoffen inständig, dass Sie unsere Forderung nach einer Wohnzeitverlängerung um ein Semester nachkommen können. Es geht um die psychische und somit auch körperliche Gesundheit von Studierenden.


Mit freundlichen Grüßen, Studierende aus dem Olydorf