Streuobst richtig schützen - Hochstamm-Schutz ab 160 cm Stammhöhe!

Streuobst richtig schützen - Hochstamm-Schutz ab 160 cm Stammhöhe!

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Gerhard Bronner
Gerhard Bronner hat diese Petition unterschrieben.

Die Unterzeichnenden fordern das Land Baden-Württemberg auf, den Schutz von Streuobstbeständen im Sinne von Landwirtschaft, Naturschutz und Bewirtschaftern umzusetzen:

In der Gesetzestextbegründung zum Naturschutzgesetz §33a „Streuobstbestände“ soll stehen:

„Hochstämmige Obstbäume haben eine Stammhöhe von mindestens 160 cm.“

Und nicht wie bisher:

„Üblicherweise haben die hochstämmigen Streuobstbäume eine Stammhöhe von mindestens 140 cm“.

Warum?

1)      In ganz Deutschland gilt schon seit dem 19. Jahrhundert: „Hochstamm-Obstbäume“ haben eine Mindeststammhöhe von 160 cm (bei Neupflanzungen seit 1995 mindestens 180 cm). Baden-Württemberg sollte nicht zu einer bisher einmaligen Begriffsverwirrung beitragen.

2)      Ein Schutz von Beständen, in denen laut Gesetz „überwiegend Hochstämme“ mit mind. 160 cm Stammhöhe stehen, ermöglicht bis zu 50% Bäume, die unter 160 cm Stammhöhe besitzen.

3)      Naturschutz: Bei 140 cm Stammhöhe ist die Beschattung dichter, naturverträgliche Mahd erschwert. Gefährdete Pflanzen- und Insektenarten sind seltener. Die Bedeutung von Obstbäumen für den Naturschutz wächst bis zu einer Stammhöhe von 180-200 cm, da Spechte ihre Bruthöhlen nur in seltenen Ausnahmefällen in Bäume mit 140 cm oder 160 cm Stammhöhe zimmern.

4)      Landwirtschaft, Bewirtschafter, Kommunen: Die Mahd mit landwirtschaftlichen Geräten wie auch mit Balkenmähern im Rahmen von Landschaftspflege wird bei einer höheren Stammhöhe erleichtert. Konflikte bei der Beweidung sind zudem seltener.

Der Schutz von Beständen mit mindestens der Hälfte der Bäume ab 160 cm Stammhöhe ergänzt sich mit der FAKT-Förderung bereits ab 140 cm Stammhöhe: Denn die ökonomisch begründete Mehrarbeit („Erschwernisausgleich“) gibt es auch schon bei Dreiviertel-Stämmen ab 140 cm.

 

Obst-Gen-Garten Bad Schönborn, Erwin Holzer

Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Gerhard Bronner

Pomologen-Verein e.V., Sabine Fortak

Prof. Klaus Schmieder, Universität Hohenheim

Prof. Frank Schurr, Universität Hohenheim

Prof. Rainer Luick, Hochschule Rottenburg

Prof. Stefan Ruge, Hochschule Rottenburg

P.S. Vertreter von Institutionen werden gebeten, dies in der Kommentar-Spalte zu vermerken.