Petition update

ZU WENIG! ZU SPÄT! ETATKÜRZUNG FÜR 2020 UND KEINE STRATEGIE

Professor Dr. Kristina Wolff
Germany

Nov 25, 2019 — 

Liebe Community, liebe Unterstützer*innen,

"Wir müssen dafür sorgen, dass Gewalt an Frauen so früh wie möglich erkannt wird und Frauen schnell Hilfe bekommen. Gewalt an Frauen geht uns alle an." (*)

Aha.

Am besten Ohne Vokabel?

Ohne Gesamtstrategie?

Ohne adäquaten Maßnahmen-Etat?

Die Initiative verspricht zu wenig, zu spät.

Statt kosmetischer Maßnahmen, müssen Femizide wirksam adressiert werden. Es gibt nach wie vor eine eklatante Unterversorgung beim Schutz der akut von Gewalt betroffenen Frauen. Nach wie vor gibt es keinerlei Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. 

DE FACTO WERDEN DIE MITTEL SOGAR GEKÜRZT!

Dr. Giffey versprach bereits im November letzten Jahres 35 Millionen Euro für das Jahr 2020 bereitzustellen, heute verspricht sie 120 Millionen Euro auf vier Jahre verteilt, sprich jährlich 30 Millionen Euro für den Ausbau von Beratungsstellen und Frauenhäusern. Für das kommende Jahr gibt es also eine Kürzung der Mittel von 5 Millionen Euro. Leider sind diese Mittel auch nur für Baumaßnahmen, nicht aber für Präventionsmaßnahmen vorgesehen. (**). 

Die heutige Inszenierung des BMFSFJ ist kein Grund zu feiern.

Es reicht nicht aus, Gewalt gegen Frauen nur an Gedenktagen öffentlichkeitswirksam zu thematisieren. Dr. Giffey vertuscht, dass die Bundesregierung erst jetzt, mit zwei Jahren Verspätung überhaupt anfängt die Minimalanforderung der Istanbulkonvention zu erfüllen. In dieser Zeitspanne mussten mindestens 300 Frauen den fehlenden Schutz mit ihrem Leben bezahlen.

Die Initiative vertuscht, dass hunderte, mittel- und unmittelbar vom Tode bedrohte Mädchen und Frauen in und von der Bundesrepublik Deutschland auch weiterhin keinen Schutz ihres Lebens erwarten können. 

Auch die Zahlen der in Deutschland getöteten Frauen stimmen nicht. Nach meinen Zählungen, wurden in Deutschland allein in diesem Jahr bereits 153 Mädchen und Frauen gewaltsam getötet. 

Dennoch begrüße ich die Bemühungen um ein neues Budget, das an die Errichtung der unter Artikel 10 geforderten Koordinierungsstelle geknüpft werden soll, und freue mich, dass der Druck des bevorstehenden Audits durch die GREVIO, der Aufsichtskommission des Europarats, wohl wirkt.

Gleichzeitig fordere ich die Bundesregierung heute – am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf – mehr zu tun! Gewalt gegen Frauen betrifft uns alle und wir sind alle gefragt, Femizide endlich auf die öffentliche und politische Agenda in Deutschland zu setzen. Während auf internationaler Ebene offen über Femizide diskutiert wird und die öffentliche Debatte in vielen Ländern bereits zu Strafrechtsreformen sowie Präventionsinitiativen auf nationaler Ebene geführt haben, will die deutsche Bundesregierung noch nicht einmal den Begriff “Femizid” definieren.

https://www.facebook.com/Change.orgDeutschland/videos/444407542927642/ Es ist natürlich super, wenn Sie/Ihr weiter unterstützt und teilt und multipliziert und zum Signieren von #saveXX auffordert, so, dass wir GEMEINSAM NICHT LEISER WERDEN!

Wir sind bereits viele und werden immer mehr: DANKE an den Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V., schön, dass Sie/ Ihr ebenfalls dabei seid!

https://www.arbeitskreis-frauengesundheit.de/2019/11/25/zum-internationalen-tag-gegen-gewalt-gegen-frauen-savexx/

Habt alle eine gute -und vor allem sichere!- Zeit,

Prof. Dr. Kristina Wolff

 

IMMER NOCH:

Seit Montag, 14. Januar 2019 werden die 20-jährige Bisrat T. H. und ihr fünf Monate alter Sohn Mekson K. H. in Wabern vermisst.

Seit Montag, 18. Februar 2019 wird die 15-jährige Rebecca Reusch in Berlin vermisst.

Seit Sonntag, 23. Juni 2019 wird die 35-jährige Anna Smaczny aus Gelsenkirchen vermisst.

Seit Samstag, 06. Juli 2019 wird die 38-jährige Shahnaz Parven in Stuttgart vermisst.

Seit Samstag, 13. Juli 2019 werden die 16-jährige Tatjana und ihre 41-jährige Mutter Maria Gertsuski in München vermisst.

Seit Sonntag, 14. Juli 2019 wird die 24-jährige Nadine G. mit ihrem fünf Wochen alten Säugling in Nürnberg vermisst.

Seit Donnerstag, 18. Juli 2019 wird die 75-jährige Jutta Sajelian aus Eltville vermisst.    

Seit Freitag, 23. August 2019 werden die beiden Mädchen Amya Kashit (9 Jahre) und Layla Kashit (8 Jahre) sowie ihr Bruder Subhi Kashit (5 Jahre) in Gera vermisst.

Seit Samstag 07. September 2019 wird die 26-jährige Mutter eines 5-Jährigen in Duisburg vermisst.

Seit Mittwoch, 25. September 2019 wird die 23-jährige Studentin Yolanda Klug in Leipzig vermisst.

Seit Montag, 30. September 2019 wird die 17-jährige Juliane Holzwart in Freisen vermisst.

Seit Donnerstag, 10. Oktober 2019 wird die 70-jährige Brigitte Späth, geborene Frese in Dieburg vermisst.

Seit Freitag, 18. Oktober 2019 wird die 57-jährige Susanne Tillmann in Ingolstadt vermisst.

Seit Mittwoch, 23. Oktober 2019 wird die 43-jährige Iryna U. in Frankfurt vermisst.

 

DEUTSCHLAND HAT VIELE GESICHTER.

Machen Sie sich Ihr Bild: https://www.instagram.com/saveXX_ger

 (*) Zitat Dr. Giffey https://staerker-als-gewalt.de/

(**)BMFSFJ 2018, BMFSFJ 2019

(***) Stand 21.11.2019

Leider wird auch diese Petition regelmäßig zur Multiplikation destruktiver Parolen verschiedener Reichsbürger*innen und/oder AfDler*innen und/oder anderer Trolle, missbraucht. Die Namen derer, die sich hier auf unterstem Stammtisch-Niveau negativ auslassen wiederholen sich, die populistischen Inhalte bleiben gleich. Dazu erneut:

Nahezu jede bundesdeutsche Familie hat in ihrer Biographie eine Fluchtgeschichte, sei es auf Basis religiöser (Hugenotten), politischer (Weltkriege), sexueller (Homophobie) oder anderer Umstände. Es ist ein, sehr häufig passiv erworbenes, Privileg, in einem Land leben zu dürfen, dass es sich leisten kann, Bedürftigen Platz und Schutz anzubieten.

Insofern appelliere ich dringend an Alle, noch einmal sehr genau zu überlegen, ob man selbst, bzw. die eigene Familie vom o.g. Schutz, der hier wieder und wieder, qua rechtspopulistisch-hetzenden Kommentaren, per se in Frage gestellt wird, profitierte, bevor ein weiterer, gesellschaftsspaltender und, auch in Bezug auf das Petitionsthema, völlig deplatzierter Kommentar abgelassen wird.

#saveXX richtet sich in die diametral gegenteilige Richtung aus: Der o.g. Schutz möge endlich effizient auf die Gruppe der bedrohten, gefährdeten und bereits misshandelten Frauen ausgeweitet werden! So, wie es den Anforderungen des Grundgesetzes, der Istanbul-Konventionen und auch der UN-Menschenrechtscharta entspricht.

Für den fortwährenden Versuch, das Petitionsthema durch Zerfasern aufzuweichen, indem:
1.) Die Schuld pauschal "den Flüchtlingen/ Immigranten/ Ausländern" zugeschoben wird
2.) daraufhin festgestellt wird, damit sei die verbleibende Zahl der Tötungen so gering, dass
3.) kein Handlungsbedarf bestehe, weil es kein relevantes Thema mehr gäbe, bietet diese Petition keinen Raum.

 


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