Durchschnittsnoten statt Abschlussprüfungen

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Entscheidungen der Steuerkammern: 

Am 16.03.2020 haben die Kammern entschieden, dass die Abschlussprüfung für die Steuerfachangestellten im Sommer 2020 zum ursprünglichen Termin, den 26. und 27.03.2020, auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Eine Entscheidung die für uns zwar absolut nachvollziehbar ist, dennoch waren in dem am 16.03.2020 veröffentlichten Statement weder unsere Sorgen noch Ängste, im Hinblick auf den weiteren Ablauf der Abschlussprüfungen, berücksichtigt worden. Bis zur nächsten Information, für uns angehenden Absolventinnen und Absolventen, vergingen weitere vier Wochen. Am 17.04.2020 wurde sich schließlich neu beraten. Das Ergebnis ist mehr als unbefriedigend und ändert an der aktuellen Lage absolut nichts. Das Ergebnis lautet, dass sich weiterhin nicht konkret zu den neuen Durchführungsterminen geäußert werden kann. Unsere Sorgen und Ängste wann, wie und ob überhaupt eine Durchführung stattfinden kann wurde wiederholt nicht thematisiert. 

 

Aktuelle Situation der angehenden Steuerfachangestellten:

Seit dem 16.03.2020 wissen wir nicht wie und ob unsere Abschlussprüfung stattfinden sollen bzw. werden. Dadurch, dass auch der Berufsschulunterricht eingestellt wurde, können notwendige Lehrinhalte nicht thematisiert werden und aufkommende Fragen, im Hinblick auf Problemstellungen, durch unsere Lehrkräfte höchstens per E-Mail beantwortet werden. Des Weiteren sind durch die gesetzliche Kontaktsperre Lerngruppen nicht mehr möglich. 

Einige Auszubildende nahmen zudem seit dem Winter 2020 Vorbereitungskurse wahr, um Lerndefizite auszumerzen und Fragen zu bestimmten Themen mit geschultem Fachpersonal zu klären. Diese können ebenfalls seit Monaten nicht mehr stattfinden. Wie soll man so erlerntes Prüfungswissen vertiefen, bzw. aufbauen und wie wird sichergestellt, dass wir als aktueller Abschlussjahrgang dieselben Voraussetzungen, wie vorherige Jahrgänge erhalten? Eine weitere Problematik im Zusammenhang mit der Pandemie ist die Tatsache, dass Auszubildende teilweise eine 40-Stunden Arbeitswoche im Betrieb haben. Andere Auszubildene bekommen jedoch von ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit Zuhause sich nur auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten. Wie stellt man daher sicher, dass alle Auszubildenen dieselben Grundvoraussetzungen haben? Der zeitliche Druck steigt ebenfalls. Einige Auszubildende haben schon eine neue Arbeitsstelle oder sich für einen neuen beruflichen Werdegang entschieden. Ein zeitnaher Abschluss ist daher essenziell. Natürlich bringt die Pandemie die Zeitplanung von allen Menschen durcheinander und keiner weiß so wirklich wie es weiter gehen soll. Aber der aktuelle Umgang mit uns als zukünftige Steuerfachangestellte ist mehr als mangelhaft.

 Mit welcher Note der Abschluss erreicht wird, ist zudem in naher Zukunft nicht mehr wichtig. Wichtig ist dann, wie man sich präsentiert, wie der Lebenslauf aussieht und welche Beurteilungen man vom vorherigen Arbeitgeber bekommt. In der Praxis zählt bestanden oder nicht bestanden. 

 

Unsere Forderungen : 

Ein Abschluss auf Basis von bereits aller erbrachten Noten und Leistungen im Betrieb wie Sorgen und Nöte des Abschlussjahrgangs ernstnehmen und in der Entscheidungsfindung berücksichtigen. 

Wir sind in einem dualen System und eine Beurteilung der Arbeitgeber, sowie die bis jetzt erbrachten schulischen Leistungen, müssen auch zählen. Das Schreiben dieser Prüfung geschieht unter Voraussetzung die es noch nie gegeben hat weswegen eine neue Form der Beurteilung sinnvoll und gut zu begründen ist. Wir hängen wortwörtlich in der Luft. Doch es muss weitergehen! Jetzt gehen die ersten Klassen zurück in die Schule, aber wie lange sind die Hygienevorschriften einhaltbar? Wie lange wird es dauern, bis weitere Klassen in die Schulen dürfen? 

Eine Lösung würde unsere Forderung geben. Denn die Fragen der Unsicherheit wäre damit geklärt!