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Kindern soziale Kontakte auch in der Corona-Krise ermöglichen

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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Stephan Weil,

wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Die strengen Corona-Regeln werden auch in Niedersachsen nur vorsichtig gelockert. Das ist richtig. Dass dabei aber ausgerechnet Kinder durchs Raster fallen, ist nicht hinnehmbar.

Während auch in Niedersachsen Autohäuser und Geschäfte wieder öffnen, werden bis auf weiteres Kitas, Krippen und Horte weiterhin nur in Notbetreuung laufen. In Grundschulen werden nur die Schüler*innen der 4. Klasse teilweise beschult. Spielplätze, Sportanlagen und Parks bleiben geschlossen. Treffen mit gleichaltrigen Freunden bleiben für Kinder weiterhin tabu.

Für Kinder bedeutet das, dass sie voraussichtlich über Monate außer ihren Eltern und ggf. Geschwistern keine sozialen Kontakte haben werden. Dabei ist es wissenschaftlicher Konsens, dass für Kinder soziale Kontakte und Freundschaften zu anderen Kindern, sowie frühkindliche Bildung entscheidend dazu beitragen, sich altersgerecht zu entwickeln und ein zufriedenes Leben führen zu können.

Gleichzeitig  verweigern zunehmend Einzelhandelsgeschäfte Kindern den Zutritt, so dass auch Maßnahmen zur Versorgung für Familien eine zusätzliche Hürde darstellen. Für Eltern wird die Gestaltung einer adäquaten kindgerechten Betreuung immer schwieriger, da gleichzeitig durch die Öffnungen der Maßnahmen nun auch der berufliche Druck zunimmt. Unter dem familiären Druck leiden Kinder ganz besonders.

Während in der Pandemie Ausgangssperren für Risikogruppen vermieden wurden, werden Kinder durch die Gesamtheit der Maßnahmen in die soziale Isolation gezwungen. Viele Eltern fühlen sich von der Politik alleingelassen. Das Verweigern der Grundbedürfnisse von Kindern wird offensichtlich als Kollateralschaden in Kauf genommen.

Die Ausweitung der Notbetreuung auf lediglich weitere Personengruppen löst dabei die wesentlichen Probleme nicht. Eine Kindertagesstätte ist keine Betreuungsstation für arbeitende Eltern, sondern dient der frühkindlichen Bildung und Förderung sozialer Kompetenzen. Unabhängig davon ob einzelne Eltern beruflichen Druck haben und dadurch „in Not“ sind, haben alle Kinder die Not, kindgerechte Förderung und soziale Kontakte zu erhalten.

Kindern pauschal und ohne konkrete Perspektive über Monate ihre Grundbedürfnisse zu verweigern, bedeutet für sie, für ihre Familien und für die Gesellschaft, nicht auf Sicht, sondern gegen die Wand zu fahren. Dies betrifft insbesondere Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen.

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

wir fordern Sie dringend auf, Maßnahmen einzuleiten um die Bedürfnisse von Kindern und deren Familien in der Corona-Krise zu schützen. Insbesondere schlagen wir hierzu folgende Punkte vor:

  • Es ist nicht zu rechtfertigen, dass eine Modeboutique öffnet, aber eine Familie sich nicht auf einen Spielplatz setzen darf, wenn Mindestabstände zu anderen gewahrt sind.
  • Es müssen innovative und kreative Alternativen für Familien gefunden werden. Es mag ungewohnt sein, aber es wäre durchaus möglich, spezielle Ausgeh-, Betreuungszeiten oder Einkaufszeiten für Familien festzulegen.
  • Die elementarsten Bedürfnisse aller Kinder müssen berücksichtig werden: ein Kita-Besuch in Kleingruppen, z.B. in Schichten, ggf. nur in den Außenanlagen, muss unabhängig von Notbetreuungen für alle Kinder möglich sein.
  • Damit wieder Kontakte zu Freunden ermöglicht werden können, müssen Kontaktsperren für Familien mit Kindern reduziert werden. Denkbar wären z.B. Treffen auf feste Gruppen zu beschränken.
  • Altersdiskriminierung von Kindern im Alltag darf kein Standard werden. Einzelhändler brauchen einen vorgegebenen Rahmen innerhalb dessen der Zugang zu Geschäften für Kinder ggf. reguliert werden kann.
  • Kurzfristige Erweiterung der Hygienestandards in den KiTa´s um Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und Bereitstellung von ausreichenden medizinischem Material, wie Desinfektionsmittel, Spender, Handschuhen usw.

 

Wir würden es begrüßen wenn Sie zur Entlastung der Eltern innerhalb der Beratung der niedersächsischen Landesregierung, sowie in Konsultationen mit der Bundesregierung und den anderen Landesregierungen zudem nachfolgende Punkte einbringen:

  • Einführung eines Corona-Elterngeldes für Eltern, die aufgrund der notwendigen Kinderbetreuung ihre Arbeit nicht ausüben können.
  • Ausweitung des Kündigungsschutzes für Eltern für die Dauer der Corona-Krise.
  • Anspruch auf temporäre Reduzierung der Arbeitszeit für Eltern und Rückkehrrecht in die alte Arbeitszeit für die Dauer der Corona-Krise.
  • Erstattung der Kita-Beiträge im Falle der Nichtbetreuung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Meike Artmann & Christian Wechselbaum

für die Lilienthaler Elterninitiative „Die Familienthaler“

www.familienthaler.de



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