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Initiative "Ostpark bleibt assi"

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Schwanenweiher, sau assi, bestimmt schon mal gehört? Mit diesem Schlachtruf soll jetzt auch das letzte öffentliche Fleckchen Erde in Landau umgestaltet werden. Als Gipfel des Gentrifizierungsprozesses, dem im Zuge des Sanierungswahns schon einige der schönsten Landauer Baracken zum Opfer gefallen sind, soll jetzt auch der Ostpark in Landau "familienfreundlich" gestaltet werden. Dies geht aus einem Facebook-Post sowie einer offiziellen Mitteilung der Pressestelle der Stadt Landau hervor1.

 

Klingt intuitiv vielleicht erst mal nicht schlecht - doch was bedeutet das im Einzelnen? Stein des Anstoßes für das angestrebte Maßnahmenpaket scheint das gesunkene "subjektive Sicherheitsgefühl einiger Menschen"2 (OB Hirsch) gewesen zu sein. Dies geht ebenso aus einem im September 2016 erschienenen Beitrag der ARD hervor, in dem sich einige (vornehmlich sehr, sehr alte) Menschen über die "Zustände" im Park beschweren. Angestrebt wurde zunächst eine Videoüberwachung der Parkanlage, welche sich aufgrund des verhältnismäßig niedrigen Kriminalitätsniveaus jedoch nicht rechtfertigen ließ1.

 

Nun wird in der Parkanlage ein Alkoholverbot angestrebt, um einem gewissen Klientel die Freude bei der Nutzung der Öffentlichen Parkanlage zu vergällen. Diese Verbotszone soll sich bis zum Heinrich-Heine-Platz (Ja, genau, da wo ihr Studis abends gerne Flunkyball spielt) erstrecken. Hier drängt sich allerdings die Frage auf, ob die Maßnahme neben einer Homogenisierung der Parkbesucher noch auf die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für die Vertretung der lärmschutztechnischen Interessen der Anwohner in den Gentrifizierungsbunkern an der Queich abzielt.

 

Damit der gutbürgerlichen Wonne in den kommenden Frühlingsmonaten auch nichts mehr im Weg steht, soll der Pluralität jetzt von offizieller Seite eine Absage erteilt werden. Trinker, Obdachlose und Studenten passen einfach nicht in ein Sanierungsgebiet, ne?

 

Andere angestrebte Maßnahmen könnten sich hingegen sogar als sinnvoll erweisen. Der Ausbau der Beleuchtung könnte jedem Parkbesucher zu Gute kommen, denn mal ganz ehrlich, wer trinkt schon gerne im Dunkeln?

 

Mehr Vollzugsbeamte einzusetzen um die "Störer" ihres Platzes zu verweisen ist auch nur eine Verlagerung des Problems, stellt euch vor hinten beim McDonalds saufen zu müssen! Aber Spaß bei Seite, solche "Bereinigungsmaßnahmen" unterstützen nur weitere Spaltungsprozesse. Menschen in prekären Lebenssituationen eine der letzten Möglichkeiten sozialer Teilhabe zu nehmen, fällt im besten Fall unter Symptombekämpfung.

 

Die Schaffung eine Stelle für einen Streetworker unterstützen wir in jedem Fall, finden aber, dass man daraus auch gerne mehr Stellen machen könnte. Hier wird’s langsam wärmer, Reintegration statt homogenem Einheitsbrei!

Sucht ist nicht nur das Problem der Landauer Trinker, sondern auch die des Gutbürgerlichen Milieus mit Ihrer Sucht nach Ruhe! Wer berät die? Niemand! Man hört immer wieder auch von älteren Menschen in Landau sei nichts mehr los, wundert uns nicht. Wer gentrifiziert, muss sich nicht wundern, dass das Hippe Volk aus Langeweile wieder wegzieht, weil man der Stadt ihre Seele raubte.

 

In diesem Sinne, klein Görli bleibt Stabil - und wir werden für unseren Schwanenweiher kämpfen!

 

1 http://landau.de/index.php?object=tx|2644.5&ModID=255&FID=2644.607.1 sowie https://www.facebook.com/landau.de/photos/a.639429329431481.1073741826.224863644221387/1458122074228865/

2 http://www.ardmediathek.de/tv/Landesschau-Rheinland-Pfalz/Anwohner-meiden-Ostpark-in-Landau/SWR-Rheinland-Pfalz/Video?bcastId=207880&documentId=37896582



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