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Petition richtet sich an Landeshauptstadt München

Stadtplanung mit Herz

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Herzlich willkommen bei Stadtplanung mit Herz!

Sie finden im folgenden zunächst eine Kurzfassung, sowie weiter unten im Anschluss eine ausführlichere Langfassung unseres Anliegens.

Danke auf jeden Fall schon einmal für Ihr Interesse!

 

Stadtplanung mit Herz – K U R Z F A S S U N G

München muss Weltstadt mit Herz bleiben!

 

NEIN zu städtebaulichem Wildwuchs ohne Verkehrskonzept, Schulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen.

JA zu einer städtebaulichen, sozialen und verkehrlichen Gesamtplanung!

 

NEIN zu Verkehrschaos und Blechlawinen.

JA zu mehr Verkehrsentlastung und -sicherheit für Kinder und Senioren!

 

NEIN zu anonymen Hochhauskomplexen.

JA zum Erhalt eines liebens- und lebenswerten Stadtteilcharakters!

 

NEIN zu dicht gedrängten Wohnwüsten ohne Grünfl ächen.

JA zu maßvollem Wachstum und qualifizierter Nachverdichtung!

 

NEIN zu Stadtplanung gegen den Bürgerwillen.

JA zu einer frühzeitigen und echten Bürgerbeteiligung!

 

  

Stadtplanung mit Herz – L A N G F A S S U N G

München muss Weltstadt mit Herz bleiben!

Immer mehr Menschen können sich München nicht mehr leisten. Die Mieten sind hoch und steigen ständig weiter. Wohneigentum wird immer teurer. Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum. Die Münchnerinnen und Münchner finden sich aber auch aus anderen Gründen in ihrer Stadt immer weniger wieder: Das Stadtbild wird mühelos geopfert, der liebenswerte Charakter der Stadt und ihrer gewachsenen Stadtteile wird einerseits anspruchs- und einfallslosen Bebauungsformen, andererseits dann aber einer Gentrifizierung geopfert.

 

Im Einzelnen zeigt sich folgendes Bild:

 

 

Der Stadt ist es bisher nicht gelungen, Möglichkeiten und Grenzen der städtebaulichen Expansion Münchens in einem integrierten städtebaulichen, sozialen und verkehrlichen Gesamtkonzept darzustellen.

Stattdessen bleibt die Planung kleinteilig und auch bei großen Neubauprojekten losgelöst von der Gesamtentwicklung im Stadtbezirk.

Zwingende Voraussetzung einer städtebaulichen Expansion ist der Ausbau sowohl der sozialen (Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen u. ä.), als auch der verkehrlichen Infrastruktur. Diese wird aber von der Stadt hintangestellt und hinkt weit hinter dem Einwohnerzuwachs hinterher. Die Folge dieses infrastrukturellen Defizites sind schon heute ein Mangel an Kinderbetreuungsangeboten, überlange Schulwege, überfüllte Verkehrsmittel, ein in manchen Gebieten immenser Parkdruck sowie Verkehrsstörungen und -behinderungen.

Die sich bietenden Chancen, um die städtebaulichen Fehlentwicklungen der 60er und 70er Jahre, zu korrigieren, sind bis heute nicht genutzt worden; vielmehr ist eher Wiederholung bzw. gar Verfestigung eingetreten.

Der Wohnungsbau auf freien Flächen wird in Formen und Dimensionen geplant, die weder städtebaulich verträglich, noch von den Wohnbedingungen her zumutbar sind. Allein in einem Stadtbezirk, wie dem 19. (Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried, Solln), der durch Geschosswohnungsbau, Kleinsiedlung und Gartenstadtcharakter geprägt ist, sind rund 20 große Wohntürme, die das Gesicht des Stadtbezirks dauerhaft verändern werden, in Diskussion bzw. in Planung oder gar schon gebaut.

Die an sich sinnvolle Nachverdichtung wird in ihrem Maß überzogen und überfordert die Eigenart der betreffenden Gebiete.

Gleichzeitig werden für den Wohnungsbau geeignete Flächen städtebaulich „verschenkt“. Die aus der Absiedlung von Gewerbe entstehenden städtebaulichen Chancen werden nicht genutzt bzw. zum Teil gar nicht erkannt, die mögliche Öffnung von Flächen für den Wohnungsbau „verschlafen“ und dadurch deren städtebaulicher Verfall, bis hin zu einer massiven Ausweitung des Rotlichtgewerbes, indirekt begünstigt.

Die Tendenz zum Hochhausbau, der gegenüber dem Geschosswohnungsbau deutliche höhere Herstellungskosten (und damit in der Folge auch deutlich höhere Verkaufs- und schließlich auch Mietpreise) auslöst ohne damit einen Zugewinn an Wohnraumfläche zu ermöglichen, zeigt wie die Gentrifizierung: Die Stadt muss aufhören, durch eine mangelhafte bzw. zu passive Stadtplanung dem Bebauungsform-bedingten Mietpreisanstieg Vorschub zu leisten.

Die Architektur ist bei einer Reihe von Neubaugebieten völlig missraten und beeinträchtigt das Stadtbild negativ. Denn die Bebauung auf neuen Arealen besteht leider oft aus gesichtslosen monotonen Riegeln. Deshalb ist der städtische Planungsgrundsatz „kompakt – urban – grün“ zu ersetzen.

 

 

Forderungen

Aus diesen Missständen ergeben sich folgende Forderungen für eine künftige „Stadtplanung mit Herz“:

 

 

1.

Grundsatz

 

Die mit dem Wachstum Münchens verbundenen städtebaulichen Veränderungen gilt es aktiv und vorausschauend so zu gestalten, dass die städtebauliche Besonderheit der Stadtbezirke erhalten und nachhaltig weiterentwickelt wird. Städtebauliche, soziale und infrastrukturelle Aspekte müssen dabei gleichermaßen aufeinander abgestimmt und gewürdigt werden. Die gravierenden Planungsfehler einer städtebaulichen Überforderung, wie in Neuperlach oder der Messestadt Riem, dürfen sich keinesfalls wiederholen bzw. fortsetzen.

 

 

2.

Themenkomplex Stadtstruktur

 

Die Stadt muss die Bauleitplanung wesentlich stärker auf das Ziel der Wahrung der städtebaulichen Identität des jeweiligen Stadtbezirks ausrichten.

2.1.

Hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung (GFZ, GRZ, Außenmaße Baukörper) muss bei ergänzender Wohnbebauung der den gewachsenen Charakter des jeweiligen Quartiers prägende Rahmen auch den Maßstab für die neue Bebauung bilden. Bei neuer Wohnbebauung auf großen Flächen (etwa bei der Ausweisung neuer Baugebiete oder der Umnutzung ehemals gewerblich genutzter Flächen) ist im Sinne einer Flächenausnutzung für den Wohnungsbau auch eine Akzentsetzung möglich, allerdings muss hier zumindest der Gesamtcharakter des Stadtteils im größeren Umgriff (Rahmen von GFZ, GRZ, Außenmaße Baukörper) den Maßstab bilden.

2.2.

Die sich aus dem Maß der baulichen Nutzung ergebende prognostische Bevölkerungsdichte (EW ha) ist bei der Rahmenbetrachtung ebenfalls mit in den Blick zu nehmen und ebenfalls in einem maßvollen Rahmen zu halten.

2.3.

Der Anteil von Freizeit- und Grünflächen (Erholungsflächen, Waldflächen, Wasserflächen) an der Gesamtfläche sowohl des jeweiligen Stadtbezirks, als auch der jeweiligen Stadtteile ist dauerhaft stabil zu halten.

2.4.

Vor weiteren Entscheidungen zu isolierten Einzelplanungen großer Neubauprojekte muss die Stadt schnellstmöglich und unter enger Beteiligung der Bürger ein Gesamtkonzept erarbeiten, wie die weitere wohnungsbauliche Ausnutzung von Flächen in dem jeweiligen Stadtbezirk städteplanerisch, sozial und infrastrukturell gelingen kann.

 

 

3.

Themenkomplex Bebauungsformen

3.1.

Wohntürme sind kein städtebaulich geeignetes Mittel für den Wohnungsbau in München. Sie bringen keinen Raumnutzen gegenüber einer in der Höhe maßvollen Bebauung, sind aber stattdessen in ihren Auswirkungen auf gesundheitliche und soziale Aspekte kritisch und städteplanerisch ein schwer zu korrigierender Fehler. Lebenswerte und humane Wohnverhältnisse setzen überschaubare Gebäudedimensionen sowie Grünflächen und Rückzugsräume voraus, die aus den einzelnen Wohnungen erreichbar sind. Dies ist in Wohntürmen nicht realisierbar. Darüber hinaus sind Wohntürme – wegen der gegenüber dem Geschosswohnungsbau wesentlich höheren Herstellungskosten (und damit auch Verkaufs- und schließlich auch Mietpreise) – ein weiterer Preistreiber“ für den Wohnungsmarkt, der obendrein dennoch keinerlei Flächengewinn für zusätzlichen Wohnraum ermöglicht.

3.2.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung soll in Zusammenarbeit mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt einen Entwurf für einen "Münchner Katalog für Wohngesundheit" erarbeiten, der im Vollzug des § 1 Abs. 6 BauGB besondere Anforderungen für Blockbebauungen aufstellt, die geeignet sind, die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen solcher Bebauungsformen auf die Bewohner wirksam zu kompensieren. Dazu gehören beispielsweise Vorgaben an

 

-        Dimensionierung, Form und Erscheinungsbild der einzelnen Gebäudeteile,

-        die Bauphysik,

-        die Energieeffizienz,

-        die Harmonisierung mit äußeren klimatischen Einflüsse,

-        das Innenraumklima – dazu gehören Konzepte wie etwa
(ab einer gewissen Bauhöhe)

-        die Integration von Begegnungsflächen, Atrien und (innenliegenden) Gärten unmittelbar in das Gebäude und v. a. seine höheren Etagen –,

-        die Sicherheit im Gebäude,

-        die Umgebungsbedingungen und

-        die Pflege des Wohnumfelds.

 

Die Landeshauptstadt München muss ihre hohe Lebensqualität auch und gerade im Wohnungsbau gewährleisten und deswegen besondere Anforderungen an gesundheitlich und sozial kritische Bebauungsformen stellen. Dieser Katalog soll dann insbesondere evtl. weiteren Planungen für große Wohnungsbauprojekte zu Grunde gelegt werden.

 

 

4.

Themenkomplex Infrastruktur

 

Die Grenzen der städtebaulichen Expansion müssen insbesondere durch die Grenzen der Infrastruktur bestimmt werden: Sowohl die soziale Infrastruktur (Kinderbetreuungseinrichtungen, Grund- und weiterführende Schulen mit Ganztagsangeboten u. ä.) sowie die Verkehrsinfrastruktur (ÖPNV) sind auf den immensen, durch den zusätzlichen Wohnungsbau bedingten, Einwohnerzuwachs nicht vorbereitet. Leider ist die Stadt vielfach entweder bei der Infrastrukturplanung zu zögerlich und bei deren Verknüpfung mit der Bauleitplanung zu inkonsequent oder verkennt schlicht die natürlichen Grenzen der herstellbaren Infrastruktur. Die Folge dieses infrastrukturellen Defizites sind schon heute ein Mangel an Kinderbetreuungsangeboten, überlange Schulwege, ein in manchen Gebieten immenser Parkdruck sowie Verkehrsstörungen und -behinderungen.

4.1.

Die Gewährleistung der notwendigen Infrastruktur (soziale Infrastruktur, wie Kinderbetreuungseinrichtungen, Grund- und weiterführende Schulen mit Ganztagsangeboten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen u. ä. sowie die Verkehrsinfrastruktur) – etwa durch eigene städtische Baumaßnahmen, durch die Bereitstellung oder zumindest die Ausweisung von Flächen, durch Standortförderung u. s. w. – muss zwingende Voraussetzung für jedwede städtebauliche Expansion sein! Die Stadt muss dabei die Bauleitplanung im wesentlich enger und konsequenter mit der Infrastrukturplanung verknüpfen.

4.2.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung muss für besonders wachstumsintensive Stadtbezirke qualifizierte Infrastrukturuntersuchungen veranlassen, die auch prognostische Aussagen auf der Basis des zu erwartenden Zuzugs und der zu erwartenden städtebaulichen Expansion enthält.

4.3.

Aus den Ergebnissen dieser Infrastrukturuntersuchung ist dann unter frühzeitiger Beteiligung der Bürger und des Bezirksausschusses ein Vorschlag für ein „Handlungsprogramm Infrastruktur“ abzuleiten.Das Handlungsprogramm Infrastruktur wird generell sowohl der Bauleitplanung, als auch den bauaufsichtlichen Genehmigungsverfahren zu Grunde gelegt.

 

 

 

 

Diese Petition wurde übergeben an:
  • Landeshauptstadt München

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