Gemeinsam gegen Rassismus in Marburg - Solidarität şimdi!

Gemeinsam gegen Rassismus in Marburg - Solidarität şimdi!

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Bei 200 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Empfehlungen gelistet!

DIDF-Jugend Marburg hat diese Petition an Stadt Marburg gestartet.

Gemeinsam gegen Rassismus in Marburg - Solidarität şimdi!

Die Rechtsentwicklung in Europa und vor allem in Deutschland ist besorgniserregend. Das zeigen nicht nur die Entwicklungen in Landes- und Bundesparlamenten, sondern auch der Umstand, dass rassistische Äußerungen wieder in die Gesellschaft vordringen. Den Nährboden dafür haben Sozialabbau, eine Finanzkrise und die Privatisierung öffentlicher Lebensbereiche schon früh geschaffen. Die Gesellschaft leidet unter fehlendem bezahlbarem Wohnraum, steigender Prekarisierung der Beschäftigten, einer Rezension, die mit etlichen Kündigungen und Kurzarbeit begleitet wird und Zukunftsängsten.

Die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, die staatlich untermauerten Repressionen des NSU 2.0, der Terror in Halle und der rechtsterroristische Anschlag in Hanau zeigen, dass rechte Attentate noch lange nicht der Vergangenheit angehören. Der NSU-Prozess hat die Fragezeichen um den NSU-Komplex nicht aufgelöst. Im Gegenteil: die Theorie vom Tätertrio wurde starr beibehalten statt des gesamten Netzwerks dahinter zu durchleuchten. Im Zusammenhang mit Halle und Hanau wird erneut über Einzelfälle gesprochen. Das ist schon in Anbetracht der Häufigkeit von rechten Anschlägen absolut absurd und nicht hinnehmbar.

Seit dem massiven Erstarken der AfD – nicht nur im Osten Deutschlands, sondern auch im restlichen Bundesgebiet – müssen wir eines endgültig feststellen: die sogenannte „Alternative für Deutschland“ versucht immer erfolgreicher sich als anerkannte Partei und akzeptierter Koalitionspartner etablieren. Mit diesem Status erhält sie eine Bühne und auch Mittel bis in die Mitte der Gesellschaft als Meinungsmacher durchzudringen.

Diese Ereignisse und Entwicklungen haben uns zum entschlossenen handeln gerufen. Deshalb fordern wir von der Stadt Marburg und den zugehörigen Institutionen folgende sechs Maßnahmen:

Die Errichtung eines Mahnmals und die Umbenennung der Bismarckstraße im Südviertel, für alle Opfer von rechter Gewalt in Deutschland. Denn wir sind der Meinung, dass auch in Marburg ein Ort geschaffen werden müsse, um an diese Menschen zu erinnern sowie Gerechtigkeit zu fordern. Es gibt, wie in vielen anderen Städten auch, Denkmäler von Kolonialisten und Sklavenhändlern. Aber ein Mahnmal für alle Opfer von rechter Gewalt gibt es nicht, dass vor allem auch an die heutige Zeit erinnert und mahnt. Wir sind uns ebenso bewusst, dass sich der Rassismus mit einem Mahnmal und der Umbenennung einer Straße nicht auflösen wird, sondern einen täglichen Kampf benötigt, weitaus mehr als nur einen Tag zum Gedenken.

Um den Rassismus effektiv bekämpfen zu können, muss die soziale Frage mit in den Vordergrund gerückt werden. Um aufzeigen zu können, dass nicht Menschen mit Migrationshintergrund die verantwortlichen des Problems sind, sondern die neoliberale Politik. Die trägt dazu bei, dass arbeitenden Menschen immer mehr in den Abgrund gezerrt werden und die rechten Parteien diesen Nährboden für sich nutzen, um noch weiter zu Spalten. Das wird unserer Meinung nach besonders an der Wohnungsfrage deutlich. Neben der klassischen Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe, Herkunft oder Religion haben auch Menschen mit niedrigem Einkommen deutlich schlechtere Chancen auf eine angemessene und lebenswerte Wohnung – auch in Marburg. Jede Person hat das Recht auf eine adäquate Unterkunft entsprechend den Bedürfnissen und Lebensumständen des Menschen. Deshalb fordern wir mehr bezahlbare Wohnungen für ein menschenwürdiges Leben unabhängig von der Hautfarbe, Herkunft, Religion oder der sozialen Herkunft.

Wie in den vielen anderen Städten in der Bundesrepublik wollen auch wir hier eine unabhängige Beschwerdestelle in Marburg. Betroffene von Polizeigewalt haben ein Recht darauf, dass eine wirksame Beschwerde zu garantieren und sicherzustellen ist. Entsprechende Vorwürfe sind unabhängig sowie angemessen zu untersuchen und Betroffene sollen im Verfahren beteiligt werden.

Neben unserer Plattform gibt es auch weitere Initiativen, Gruppen und Jugendorganisationen, die sich seit Jahren aktiv gegen Rassismus engagieren und für ein solidarisches Miteinander in unserer Stadt einsetzen.
Für all diese wichtige Arbeit, fehlt es uns dringend an notwendigen Mitteln und Räumen.Deshalb fordern wir, die Förderung ohne bürokratische Hürden von Initiativen, Gruppen und Jugendorganisationen, die sich aktiv gegen Rassismus engagiere, sowie die freie Nutzung von Räumlichkeiten der Stadt Marburg.

Wieso wir vor unserer Tür anfangen müssen und auch unsere Stadt Marburg nicht frei von rassistischen Gedanken sind, zeigen auch die vielen Burschenschaften mit ihren exclusiven Villen. Diese können zu beginn jedes Semesters ungehindert und frei an junge Studierende mit günstigen Unterkünften und mit attraktiven Partys an Sie herantreten, um Sie anzuwerben. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass viele Burschenschaften nicht nur Ort des Vergnügens, sondern auch Austragungsorte für rechte Konferenzen sind. Dabei werden prominente Rechte gesichtet: Sei es Menschen aus dem Umfeld der AfD, der Identitären Bewegung oder der NPD. Damit muss Schluss sein. Wenn sich die Stadt und die Universität tatsächlich als eine rassismusfreie Stadt präsentieren will, muss sie handeln und sich gegen rechte Burschenschaften stellen. Deshalb fordern wir, eine strikte Vergabe der TeamerInnen Plätze für die Orientierungswoche, um das werben von Studierenden für Burschenschaften zu hindern.

Wir Fordern insgesamt:

  • die Errichtung eines Mahnmals als Gedenkstätte/Ort, für alle Opfer von rechter Gewalt in Deutschland
  • die Umbenennung der Bismarckstraße im Südviertel, für alle Opfer von rechter Gewalt in Deutschland
  • mehr bezahlbaren Wohnraum, für ein menschenwürdiges Leben unabhängig von der Hautfarbe, Herkunft, Religion oder der sozialen Zugehörigkeit
  • eine unabhängige Beschwerdestelle in Marburg
  • Förderung von Initiativen, Gruppen und Jugendorganisationen, die sich aktiv gegen Rassismus engagieren, ohne Bürokratische Hürden, sowie die freie Nutzung von Räumlichkeiten der Stadt Marburg
  • eine strikte Vergabe der TeamerInnen Plätze für die Orientierungswoche, um das werben von Studierenden für Burschenschaften zu hindern

Wer sind wir: https://yenihayat.de/2020/09/12/marburg-aktiv-gegen-rassismus/

 

ErstunterzeichnerInnen:

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten - VVN-BdA Marburg

Dilara Bingöl, Bundesvorstandsmitglied DIDF-Jugend, Marburg 

Eren Gültekin, Journalist YeniHayat – NeuesLeben, Marburg 

Anja Kerstin Lercher , Vorstandsmitglied KV Die Linke Marburg-Biedenkopf 

Bündnis Jugend gegen Krieg - JgK Marburg 

Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken Marburg 

Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband - SDS.dielinke Marburg 

Fabian Dzewas-Rehm, Gewerkschaftssekretär ver.di, Marburg

Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend - SDAJ Marburg

Deutsche Kommunistische Partei - DKP Marburg 

Tanja Bauder-Wöhr, Stadtverordnete, Marburg 

Bund der Alevitischen Studierenden - BDAS Marburg

Referat für Sozial Finanziell Kulturell benachteiligte Studierende an der Philipps­Universität - SoFiKuS Marburg

Grüne Jugend Marburg 

Autonomen Schwulenreferates im AStA Marburg - ASR Marburg

Kritische Mediziner*innen - KritMed Marburg

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - GEW Studis Marburg

Orry Mittenmayer , Gewerkschafter, Marburg

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten - JungeNGG Marburg

Julek Flechtner, Jugendbildungsreferent, Marburg

Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen - AGF Marburg

Fridays for Future - FFF Marburg

Interventionistische Linke Marburg - gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t.

Allgemeine Student*innen-Ausschuss - AStA Marburg

 

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