Erhalt der Waldflächen bei Ottendorf-Okrilla

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Sehr geehrter Herr Staatsminister Wolfram Günther,

Auf der Website des SMEKUL wird darauf hingewiesen, dass die in Ottendorf-Okrilla unmittelbar bevorstehenden Rodungsarbeiten einen geringen Flächenumfang betreffen und berg- sowie forstrechtlich genehmigt sind.

Doch wir fragen: Auf welcher wissenschaftlichen Basis fusst die Einschätzung, der Moorwald sei nicht von dem genehmigten Vorhaben betroffen? Entspricht sie den Tatsachen?

Die Fällarbeiten dienen der Errichtung einer Förderbandanlage, welche in direktem Zusammenhang mit der Ausweitung des Kiesabbaus auf den heutigen Waldflächen steht.
Die Genehmigung des Abbaugebietes (Würschnitz) stammt aus dem Jahr 1999.
In den vergangenen 21 Jahren hat sich auf der betroffenen Fläche ein gesunder und artenreicher Wald weiterentwickelt, der als Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten dient, darunter die Rote-Liste-Art Kreuzotter. Eine aktuelle artenschutzrechtliche Prüfung hat nicht stattgefunden.

Die beabsichtigte Auskiesung erfolgt im Geltungsbereich eines LSG und eines Trinkwasser-schutzgebietes. Vor dem Hintergrund dramatisch sinkender Grundwasserstände in der gesamten Region, einem deutschlandweit grassierenden Waldsterben und der gar nicht betrachteten Funktion des Waldes und der Waldmoore als CO2-Senke, ist es für uns nicht hinnehmbar, dass ein derartiges Vorhaben mit 21 Jahren Verspätung ungeprüft durchgeführt werden soll und darf.

Der deutsche Wald liegt großflächig im Sterben, jedoch hier sollen zusammenhängende und völlig intakte Waldbestände gerodet werden? Für den Abbau eines Rohstoffs, der in der Region gut zugänglich auch unter Ackerflächen verfügbar wäre? Die sogenannte "Ersatzaufforstung" im übrigen kann einem gewachsenen und gesunden Wald nicht einen Tropfen Wassers reichen.

Die hydrologischen Auswirkungen der geplanten Auskiesung sind nicht in ihrer Verknüpfung mit den benachbarten Flächen und Schutzgebieten betrachtet worden. Wie ist das mit der von der Bundeskanzlerin geforderten Trendwende zu nachhaltigem Wirtschaften zu vereinbaren?

Wir wenden uns nicht nur gegen das Vorhaben Würschnitz-West, sondern auch und vor allem gegen das Abbaugebiet Würschnitz, welches 1999 genehmigt wurde und derzeit rund 20 Jahre hinter der ursprünglichen Abbauplanung zurück liegt.

Wir fordern Sie auf, die Gesamtmaßnahme Kiesabbaugebiet bei Ottendorf-Okrilla, einschliesslich aller bereits genehmigten und noch zu beantragenden Erweiterungs-flächen, auf einen zeitgemäßen Prüfstand zu stellen!

Das gesamte Vorhaben muss einer aktuellen und unabhängigen Umweltprüfung unterzogen werden, um sämtliche Gefährdungen geschützter Arten und des regionalen Grund-wassersystems zweifelsfrei auszuschließen. Die Auswirkungen sind im Kontext des Klimawandels und der daraus resultierenden Bedrohungen neu einzuordnen und das Vorhaben ggf. auch zu verwerfen.

Sehr geehrter Herr Staatsminister, auch im Hinblick auf Ihren politischen Werdegang bei den sächsischen Grünen vertrauen wir darauf, dass Sie uns beim Erhalt dieses einzigartigen Naturraums unterstützen werden.


Mit freundlichen Grüßen,
BI Contra Kiesabbau, Parents For Future Sachsen



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