Petition richtet sich an Senatsverwaltung für Berliner Stadtentwicklung und Umwelt und an 2 mehr

Rettet den Wassersport auf dem Berliner Müggelsee!

2.280
Unterstützer/innen auf Change.org

Die Stadt Berlin will fast den ganzen Müggelsee zum Landschaftsschutzgebiet bzw. sogar zum Naturschutzgebiet erklären. Damit dürfen manche Bereiche gar nicht mehr betreten oder befahren werden, manche nur sehr eingeschränkt. Dann können viele Sportler den See nicht mehr zur Erholung nutzen.
Wehrt Euch gegen die völlig überbordende Unterschutzstellung eines städtischen Sees, der nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen zur Erholung dienen muss !!!

Die Unterschutzstellung des Müggelsees und der angrenzenden Gewässer gefährdet den organisierten sowie den Freizeitsport erheblich – Der Senat zeigt sich uneinsichtig

07.11.2016 Heidolf Baumann vom Bezirkssportbund Treptow-Köpenick e.V.

Am 9. November 2016, um 19:00 Uhr, werden im Rathaus Köpenick die konsolidierte Fassung der Verordnung zur Unterschutzstellung des Müggelsees und eine Abschlusserklärung nach Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt und es ist mit heftigen Diskussionen zu rechnen.

Der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick e.V. ist die Interessenvertretung und Dachorganisation der Treptow-Köpenicker Sportvereine. Ihr gehören zurzeit 156 Vereine mit weit über 30.000 Sportlern an. Davon sind ca. 80 Wassersportvereine - die vielen Angelvereine gar nicht mitgerechnet.

Der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick e.V. wird diese Abschlusserklärung nicht unterzeichnen!

Begründung:
Am 26.08.2016 erklärte der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel: "Der muskelbetriebene Sport (Rudern, Kanu), Segeln, Schwimmen und andere Formen des Wassersports auf dem Großen Müggelsee und den angrenzenden Gewässern sind weiter möglich wie bisher und werden durch die Ausweisung als Landschafts- und Naturschutzgebiet nicht eingeschränkt".

Diese Zusicherung wurde durch die konsolidierten Fassung der Verordnung sowie die Abschlusserklärung wieder "aufgeweicht", da es in der Folge der NSG-Ausweisung zu einer Naturschutzgebietsbefahrensverordnung durch Bundesbehörden mit Befahrensverboten kommen wird. Außerdem darf der Wassersport plötzlich nur noch ausgeübt werden, wenn er "schutzzweckverträglich" ist. Damit hat sich der Senat wieder ein "Hintertürchen" geschaffen, den Sportbetrieb doch einzuschränken oder zu verbieten.

Der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick fordert daher:

• Im § 3 der Verordnung zur Unterschutzstellung des Müggelsees müssen als Regelungsziel der Erhalt des Müggelsees als wichtiges Wassersportrevier und der Wassersport allgemein festgeschrieben werden. 

• Beschränkung der Naturschutzgebiete Müggelsee und den Bänken auf die im GEK bereits verhandelten und von allen Seiten akzeptierten Meidungszonen - max. aber 150 Meter vom Ufer.

• Verzicht auf Befahrensregelungen/ -verordnungen für die Bundeswasserstraßen Müggelsee und "Die Bänke" auch, wenn diese Landesgewässer werden sollten.

• Bisher liegen den Vertretern des Sports verschiedene und z.T. widersprüchliche sowie zu ungenaue Karten mit den geplanten Naturschutzgebieten vor.
 Anfang August wurde eine Übersichtskarte für "Die Bänke" veröffentlicht wonach dieses Gebiet mit Ausnahme des bereits bestehenden alten LSG aus dem Schutzgebiet herausgenommen wurde. Wir fordern, dass das so bleibt und dass die LSG- und NSG-Gebiete auf dem Müggelsee und den Bänken in einer amtlichen Karte mit exakten Koordinaten (Nördliche Breite / Östliche Länge) dargestellt werden.

• Der Vorbehalt der "Schutzgebietsverträglichkeit" für sportliche Veranstaltungen und Trainings sowie für jegliche Formen des Freizeitsports muss aus der Verordnung und dem Abschlussbericht ersatzlos gestrichen werden

• Der Seglerverein Rahnsdorf ist darauf angewiesen, dass im Gebiet "Die Bänke" sowohl eine Fahrrinne als auch der Hafen des Vereins eine bestimmte Wassertiefe aufweisen wie das im GEK vorgesehen ist. Wir fordern daher die Zusicherung der Senats- sowie der Bezirksverwaltung, dass der Verein die entsprechende Genehmigung zur zeitnahen Entschlammung und Freihaltung der Bänke auf eine Tiefe von 2,5 m und eine Breite von 50 m gemäß GEK erhält, wodurch auch die Brutbedingungen der Trauerseeschwalben sichergestellt werden.

• Der Genehmigungsvorbehalt der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde für den Betrieb, die Unterhaltung und Ersatzbauten von Steganlagen muss entfallen.

• Durch ein ausgewiesenes Schutzgebiet und die Betonnung des Strandbades Rahnsdorf können der Catamaran- und Surfclub sowie die Surf- und Segelschule an der Borkenbude lediglich einen schmalen Korridor nutzen, der nicht mehr ausreichend ist, um den Hafen ohne Motor verlassen zu können. Der Betrieb von Bootsmotoren ist dort aber generell verboten. Dadurch wird der Verein an der Ausübung seines Sports extrem gehindert und für die Segelschule ist das geschäfts- und existenzschädigend. Wir fordern, dass dieser Korridor erheblich erweitert wird und erst an der südlichen Grenze des Objektes beginnt. Das bereits vorhandene NSG darf nicht auf den See ausgeweitet werden, da in diesem Bereich das Anfängertraining der Surfschule, des Seglerverein Rahnsdorf 1926 e.V. und des Catamaran- und Surfclubs stattfindet. Außerdem wäre dadurch die Existenz der vorhandenen Steganlagen gefährdet.

Darüber hinaus stellt sich grundsätzlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Naturschutzgebietes auf dem Müggelsee. Man kann in einer Stadt, die dicht besiedelt ist, die Bürger nicht durch die Einrichtung von Naturschutzgebieten "aussperren". Dafür hat eine Großstadt nicht genügend Platz. Die Bürger haben einen Anspruch und ein Recht darauf, die Naturflächen der Stadt zu nutzen. Aber genau das soll ihnen verwehrt werden.

Es gibt aber noch ein anderes, viel gravierenderes Problem: Alle wissen, dass irgendwann (falls der Flughafen doch noch einmal fertig werden sollte) eine der Flugschneisen, trotz massiver Proteste, direkt über den Müggelsee führen wird. Wenn dann im Minutentakt der See überflogen wird, rieseln unzählige Verbrennungsrückstände der Triebwerke über dem See nieder. Ein massiver Umweltschaden ist damit quasi vorprogrammiert. Man braucht sich dazu nur das Umfeld des Flughafens Tegel ansehen. Auf vielen Teichen und Pools findet man Ölfilme, hervorgerufen durch den Flugverkehr.
Außerdem wird aus den noch produzierenden Braunkohlentagebauen in der Lausitz und in Sachsen permanent das Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Dieses Wasser ist sulfathaltig, also giftig, und hat längst Berlin erreicht und wird, z.B. auch für das Trinkwasser, zur wachsenden Gefahr. Glaubt man etwa, dass die schmutzige Luft und das vergiftete Wasser an den Bojen eines Naturschutzgebietes Halt machen?

Also ist das Ganze doch nur purer Aktionismus und hat eine Alibifunktion gegenüber der EU. "Man hat auch in Berlin etwas für den Naturschutz getan" – koste es, was es wolle und ob es sinnvoll ist oder auch nicht.

Der Vorstand des Bezirkssportbundes Treptow-Köpenick e.V.

Diese Petition wird versendet an:
  • Senatsverwaltung für Berliner Stadtentwicklung und Umwelt
  • Regierender Bürgermeister von Berlin
  • Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel


    Surf- und Segelschule Müggelsee startete diese Petition mit einer einzelnen Unterschrift und hat nun 2.280 Unterstützer/innen. Starten Sie heute eine Petition, um sich für Ihr Anliegen einzusetzen.




    Heute: Ralf verlässt sich auf Sie

    Ralf Dietrich benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Senatsverwaltung für Berliner Stadtentwicklung und Umwelt: Rettet den Wassersport auf dem Berliner Müggelsee!”. Jetzt machen Sie Ralf und 2.279 Unterstützer/innen mit.