Hamburg - Jurastudium: Staatliche Pflichtfachprüfung nicht weiter erschweren!

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Die juristische Ausbildung zählt zu den anspruchsvollsten und langwierigsten Lebensentscheidungen junger AkademikerInnen.

Wesentliches Element der Ausbildung ist die juristische Pflichtfachprüfung (1. Staatsexamen). Auf die schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen arbeiten Studierende jahrelang hin und gehen dabei immense Risiken ein:

  • Angesichts fehlender akademischer Absicherung durch den Erwerb studienbegleitender Abschlüsse (LL.B., LL.M. bzw. Dipl. Jur.) und der über die Jahre immer umfassenderen Anforderungen an die Kenntnisse, wächst nicht bloß der Bestehensdruck.
  • Viele Studierende verschulden sich nicht unerheblich oder verzichten aus Zeitmangel auf finanziellen Nebenerwerb.
  • Die Corona-Krise hat diesen Zustand weiter verschärft. Dieses äußert sich etwa in einer radikal gewandelten Lehre mit immensen Umstellungsbedarfen, einer Begrenzung unentbehrlicher Bibliotheks-Kapazitäten oder Kontakt-Beschränkungen für studentischen Austausch.

Trotz dieser Erschwernisse hat das Justizprüfungsamt verfügt, dass in Hilfsmitteln entgegen der bisherigen Rechtslage Markierungen u.ä. ab Oktober 2021 generell nicht mehr zulässig sind.

  • Gerade der Oktober-Termin für die schriftlichen Prüfungen wird jedoch von den pandemiebedingt besonders stark betroffenen Prüflinge vermehrt wahrgenommen werden. Für diese Gruppe hatte die Bürgerschaft indes eine Verlängerung beschlossen, um die Folgen der Pandemie abzumildern. Weshalb ausgerechnet jetzt eine solche Änderung vorgenommen werden soll, ist daher nicht nur wertungswidersprüchlich, sondern überdies gegenüber anderen Prüfungsdurchgängen im Hinblick auf die Chancengerechtigkeit schlechterdings nicht nachvollziehbar.
  • Wegen dieser überraschenden und gewichtigen Änderungen ist ferner unverständlich, weshalb gerade dieser viel zu kurz bemessene Übergangszeitraum bestimmt wurde.
  • Dass derselbe Prüfling dadurch mangels Anpassungsmöglichkeit in einem einheitlichen Prüfungsvorgang unterschiedlichen Hilfsmittelverfügungen unterworfen ist, bekräftigt die fehlende Berücksichtigung der betroffenen Belange.

Wir fordern die zuständige Senatorin für Justiz und die Leiterin des Justizprüfungsamtes dazu auf, die bestehende Rechtslage nicht noch weiter zulasten der Studierenden zu ändern/ändern zu lassen und darauf hinzuwirken, dass die Hilfsmittelverfügung wieder in ursprünglicher Fassung gilt.