Petition Closed

In Deutschland sterben jährlich mehr als 10.000 Menschen durch Suizid: Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch und HIV/Aids zusammen. Trotzdem gibt es keine bundesweite Aufklärungskampagne mit dem Ziel, Informationen zu vermitteln, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und somit Suizide zu verhindern.

Alle 53 Minuten nimmt sich ein Mensch das Leben, etwa alle 4 Minuten versucht es jemand. Warum gibt es Kampagnen über Verkehrssicherheit, Suchtkrankheiten und Safer Sex, aber keine über Suizid? Nicht einmal Informationsmaterial zum Thema Suizid und Depression hält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit, beispielsweise für Lehrer, Eltern und Schüler. Dabei ist Suizid bei jungen Menschen die zweithäufigste Todesursache.

Wir fordern anlässlich des Welt-Suizidpräventionstages am 10. September und der bevorstehenden Bundestagswahl eine bundesweite Informationskampagne zur Aufklärung über Suizid. Suizid ist ein Tabuthema – das muss sich ändern. Denn nur wenn das Thema zur Sprache kommt, kann man auch handeln. Und helfen. Suizid darf nicht totgeschwiegen werden. Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem man offen über Depression und seelische Krisen reden kann.

Dies kann wirkungsvoll nur mit einer Aufklärungskampagne durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erreicht werden. Die BZgA und das Bundesgesundheitsministerium müssen der Aufklärungsarbeit über Suizid höhere Priorität einräumen. Wir wünschen von beiden Gremien eine offizielle Zusage, dass sie sich des Themas annehmen. Außerdem muss das Bundesgesundheitsministerium dafür notwendige finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Hilf uns mit Deiner Unterschrift, Suizide zu verhindern. Werde eine Freundin oder ein Freund fürs Leben. Sprich darüber und sorge durch diese Petition dafür, dass auch andere erfahren, dass

+ Suizid jeden betreffen kann,

+ es klare Hinweise in Äußerungen und im Verhalten von Freunden gibt, auf die man achten kann,

+ es Hilfe gibt und Suizide verhindert werden können.

Denn: Nur wer Bescheid weiß, kann auch helfen.

Unterschreibe die Petition und teile diesen Link mit Deinen FreundInnen und Bekannten. Wir danken Dir für Deine Unterstützung!

Die gesammelten Unterschriften wollen wir im Herbst an das Bundesgesundheitsministerium übergeben.

 

Mehr zum Thema Suizid findest Du auf den folgenden Seiten:

Unsere Website: www.frnd.de

Unsere Infografik über Suizid

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über Suizidprävention 

International Association for Suicide Prevention IASP

Spiegel Online "Projekte gegen Jugendsuizid: Mehr Aufmerksamkeit kann Leben retten"

Berliner Zeitung: "Suizid ist immer noch ein Tabuthema"

 


 

Hintergrund:

Internationale Initiativen:

Die Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiert, dass Suizidprävention in vielen Ländern nur unzureichend betrieben wird. Sie betont, dass in vielen Gesellschaften:

(1) Suizid nicht als fundamentales Problem wahrgenommen wird, und

(2) ein Tabu herrscht, das Thema offen anzusprechen.

In einem Großteil der Länder hat Suizidprävention keine Priorität. Deutschland ist eines davon. Die WHO initiierte am 10. September 2003 den Welt-Suizidpräventionstag mit der Begründung, dass Suizid eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt darstellt. Der Aktionstag wird seither jährlich von der International Association for Suicide Prevention (IASP) durchgeführt.

Das Problem:

Gibt man auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Suchworte „Suizid“ und „Selbstmord“ ein, erscheinen keine passenden Ergebnisse. Fordert man bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Informationsmaterial an, geht man leer aus. Die BZgA startete 2012 eine großartige Posterkampagne zur Aidsaufklärung. Ähnliches brauchen wir auch für die Suizidaufklärung.

Der Kontext:

Wirkungsvolle Suizidprävention bedarf eines umfassenden nationalen Aktionsprogramms. Das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro) arbeitet bereits an der Erstellung eines umfassenden Präventionsprogramms. Es kann jedoch noch lange dauern, bis Ergebnisse sichtbar werden. Bis dahin ist eine bundesweite Aufklärungskampagne ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der bereits viel verändern und Suizide verhindern kann.

 


 

Wer sind Freunde fürs Leben?

Freunde fürs Leben e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der junge Menschen über das Thema Depression und Suizid aufklärt. Unser Ziel ist es, Suizide zu verhindern. Durch unsere Website und Facebook-Seite, den YouTube-Kanal frnd.tv und unser Informationsmaterial bieten wir einen einfachen und sympathisch-modernen Zugang zu einem relativ schweren Thema und schaffen dadurch ein Bewusstsein für Suizid und Depression - in der Öffentlichkeit, im Freundeskreis und in der Familie. Damit Signale und Hilferufe besser erkannt werden und Hilfsangebote schneller genutzt werden.

Die Gründer von Freunde fürs Leben, Diana Doko und Gerald Schömbs, haben geliebte Menschen verloren oder sind durch Erlebnisse in ihrem unmittelbaren Umfeld betroffen. Sie haben plötzlich und auf schmerzliche Art gelernt, dass Depression und Suizid auch sie betrifft. Aus dieser Erkenntnis heraus beschlossen sie, sich zu engagieren. Denn es muss mehr Freunde fürs Leben geben, damit es weniger Entscheidungen zum Suizid gibt.

Letter to
Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Prof. Dr. Elisabeth Pott
Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesminister für Gesundheit Ulrike Flach
Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesminister für Gesundheit Annette Widmann-Mauz
and 1 other
Staatssekretär, Bundesminister für Gesundheit Thomas Ilka
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Pott,
sehr geehrte Frau Flach
sehr geehrte Frau Widmann-Mauz,
sehr geehrter Herr Ilka,

in Deutschland sterben jährlich mehr als 10.000 Menschen durch Suizid: Alle 53 Minuten nimmt sich ein Mensch das Leben, etwa alle 4 Minuten versucht es jemand. Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch und HIV/Aids zusammen.
Trotzdem gibt es keine bundesweite Aufklärungskampagne zur Suizidprävention mit dem Ziel, Informationen zu vermitteln und somit Betroffenen frühzeitig zu helfen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt nicht einmal Informationsmaterial zum Thema Suizid und Depression zur Verfügung. Warum gibt es Kampagnen über Verkehrssicherheit, Suchtkrankheiten und Safer Sex, aber keine zum Thema Suizid?

Ich fordere Sie mit meiner Unterschrift dazu auf, der Suizidprävention in Deutschland eine höhere Priorität zu verleihen. Setzen sie Aufklärung über Suizid auf Ihre Themenliste. Gestalten Sie den nächsten Haushalt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung so, dass ausreichend finanzielle Mittel für eine bundesweite Aufklärungskampagne zur Verfügung stehen. Ich fordere eine verbindliche Zusage, dass Sie sich dieses vernachlässigten Themas annehmen.
Denn Suizid kann jeden betreffen. Suizide können verhindert werden. Hierfür muss jedoch ein Bewusstsein für das Thema in der Gesellschaft geschaffen werden. Denn nur wer Bescheid weiß, kann auch helfen.

Helfen Sie mit, Suizide zu verhindern. Werden auch Sie Freunde fürs Leben.