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Schulen des Gemeinsames Lernens / Inklusion NRW in der Sackgasse

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Gegenwärtige Situation

Schulen des Gemeinsamen Lernens (Bündelschulen) und Schwerpunktschulen sind keine Lösung für unhaltbare Inklusionspolitik in NRW. Jetzt sollen auch in Leverkusen Schulen des Gemeinsamen Lernens entstehen. Damit öffnet sich nur eine weitere Sackgassen einer verfehlten Inklusion.

FORDERUNG

Wir fordern die Entwicklung besserer Modelle, aber nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in einem Prozess an dem Eltern, Lehrer, Personalräte beteiligt sind.

Dabei sollten pädagogische und ethische Gesichtspunkte im Zentrum stehen und nicht ideologische und finanzielle.

Begründung:

Das Scheitern schulpolitischer Entscheidungen kann nicht durch Wortkreationen wie Schule des Gemeinsamen Lernens (Bündelschule) oder Schwerpunktschulen verschleiert werden.

Die Einrichtung der Schule des Gemeinsamen Lernens (GL) und Schwerpunktschulen zeigt, dass Inklusion in NRW nach ca.2 Jahren gescheitert ist, da jetzt diese Schulen faktisch die Funktion der Förderschulen übernehmen.

Der große Unterschied ist jedoch, dass die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, nicht mehr adäquat gefördert werden können und eine intensive, persönliche und fundierte Begleitung in diesen Schulen überhaupt nicht mehr möglich ist.

Sie können den Kindern niemals das bieten, was Förderschulen können.

Der Grund hierfür ist,

-        dass aufgrund der personellen Situation,

-        der Klassengrößen,

-        der nicht entsprechend ausgebildeten Lehrkräfte

-        und der räumlichen Verhältnisse

eine angemessene schulische Förderung  absolut unmöglich ist.

An der richtigen Haltung der Lehrkräfte im Hinblick auf die Forderungen der Inklusion lieg es mit Sicherheit nicht.

Während  Sonderpädagogen Spezialisten sind, die für einen bestimmten Förderschwerpunkt ausgebildet wurden, sind Grundschullehrer für keinen Förderschwerpunkt besonders befähigt. Nun soll er das machen, was nicht einmal Sonderpädagogen können, nämlich Kinder aller Förderschwerpunkte gleichzeitig fördern. Wer behauptet, das könnte doch klappen, sollte sich mit Zahnschmerzen, während einer Grippewelle, in ein vollbesetztes Wartezimmer setzen und hoffen das der Allgemeinmediziner ihm seinen Zahn genauso ziehen kann, wie ein hochspezialisierter Zahnarzt.

Der unglaubliche Vorteil, welche die Schule des GL nun in Leverkusen bringen, soll darin liegen, dass der ohnehin schon bestürzende Personalschlüssel von Sonderpädagogen, (max. 0,7 Sonderpädagogen für eine Grundschule) jetzt auf max. 2 Sonderpädagogen für diese Schulen (zum Teil mit 17 Klassen) hochgesetzt wird. Gleichzeitig sollen sich die Sonderpädagogen aber immer mehr aus dem Arbeit mit den Kindern zurückziehen und nur noch beobachtend und beratend (konzeptionell) tätig sein.

Zu den bereits inkludierten Kindern aus dem Schuleinzugsgebiet kommen nun noch Kinder mit Förderbedarf aus den umliegenden Grundschulen. Das heißt, der einzelne Lehrer, der jetzt schon an der Belastungsgrenze ist, bekommt noch weitere Inklusionskinder in die Klasse, in welche auch noch zum Teil traumatisierte Flüchtlingskinder integriert werden müssen. Dies bedingt, dass notgedrungen immer mehr Verwahrung statt Förderung stattfindet, denn insbesondere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bedürfen einer besonders intensiven, zeitaufwendigen persönlichen Betreuung. Mit anzusehen, wie man nicht mehr leisten kann, ist für die Lehrkräfte aus ethischen Gründen eine hohe psychische Belastung, die auch zum Burnout führen kann.

Wer möchte jetzt mit einer solchen Lehrkraft tauschen? Und bedenken sie, es handelt sich hier um  Klassen mit bis zu 30 Schülern und keiner Doppelbesetzung. Wobei gemeinsames Lernen (und dies impliziert für uns, nicht bloßes Austeilen von differenzierten Arbeitsblättern) sowieso nicht stattfinden kann, da die meisten Schüler völlig unterschiedliche Voraussetzungen haben und einige nicht Deutsch sprechen.

Gleichzeitig werden sich die Eltern der Regelschüler überlegen, ob sie ihr Kind an einer solchen Schule (freie Schulwahl) anmelden werden. Nicht weil sie etwas gegen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben, sondern weil sie zu Recht befürchten, dass die Lehrkraft der Förderung und Forderung ihres Kindes nicht mehr im entsprechenden Maße nachkommen kann. Denn wenn in einer Klasse Kinder mit bis zu vier Förderschwerpunkten sitzen, ist normaler Unterricht kaum noch möglich. So wird einen Trend, der unlängst von einer Bertelsmannstudie belegt wurde, noch verstärkt.

https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2016/januar/freie-grundschulwahl-verschaerft-die-soziale-trennung-von-schuelern/

Wir behaupten nicht, dass es nicht auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt, die an einer Regelschule gut zu integrieren sind, aber wer behauptet, dies sei für alle Kinder unter diesen katastrophalen Voraussetzungen möglich, sollte das erst einmal 4 Wochen selbst evaluieren.

Letztlich  lässt dieses Vorgehen nur eine Vermutung zu:

Von Beginn an hatten die Initiatoren des Inklusionsprozesses in NRW möglicherweise den Plan:

Teure Förderschulen zu schließen, teure Sonderpädagogen auf ein Minimum zu  begrenzen und die Regelschullehrer mit der Inklusion alleinzulassen.

Diese Petition wurde übergeben an:
  • Schulministerium NRW
  • Bezirksregierung Köln
  • Schulamt für die Primarstufe Leverkusen
  • Fachbereich Schulen der Stadt Leverkusen

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