Verschiebung statt Entfall der Abschlussfahrten

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 100.


Das Jahr 2020 stellt für uns alle eine Herausforderung dar. Neben enormen psychischen Stress, Gedanken die um das Coronavirus kreisen, Ängsten um Eltern und Verwandte und großen Mengen an Schulaufgaben zum Selbststudium (was vielen nicht leicht fällt) wurde nun im Zuge der Maßnahmen auch die Abschlussfahrt des aktuellen Jahrgangs Q2 abgesagt. Die Verbreitung des Virus soll verlangsamt werden - Das ist uns allen bewusst, und dem wollen wir natürlich auch keinesfalls entgegenstehen! Die Abschlussfahrt ist jedoch für viele Schülerinnen und Schüler der "krönende Abschluss" einer zwölf- oder dreizehnjährigen Schulzeit. Ein wahres Highlight, nochmals zurückblicken auf eine lange, prägende Zeit, nochmals Spaß haben, mit den Menschen, die einen in vielen Fällen schon lange auf dem eigenen Weg begleiten, bevor sich die Wege dann nach dem Abitur - vielleicht, in manchen Fällen - trennen. Vielleicht können die entsprechenden Verantwortlichen an dieser Stelle auch mal an ihre eigene Abschlussfahrt zurückdenken. Für viele ein Erlebnis, welches sie nie vergessen werden, oder? Tausende Schüler in Deutschland leiden aktuell unter den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus: Freunde können nicht mehr getroffen werden und die Osterferien konnten ebenfalls nur sehr bedingt genossen werden. Das Leiden unter der sozialen Isolation ist für einige sehr groß, und gerade deshalb finden wir es nicht in Ordnung, die Abschlussfahrt (die letzte Fahrt der Schulzeit!) ersatzlos zu streichen. Bei der Fahrt geht es nicht nur ausschließlich um den Aspekt, andere Kulturen und Länder kennenzulernen, sondern auch darum, gemeinsam, als Gruppe, mit Freunden und Kommilitonen, eine gute Zeit zu haben und einzigartige Erinnerungen mitzunehmen. Wir wären alle gerne in die von uns gewählten Reiseziele gefahren. Doch wir verstehen, dass das Risiko nicht in jedem Land (gleich) gut einschätzbar ist, und dass es fast unmöglich ist, Voraussagen über die Entwicklungen in der Zukunft zu treffen. Deshalb verstehen wir, dass Fahrten ins Ausland nicht ermöglicht werden können und fordern dies auch auf keinen Fall. Doch auch in Deutschland gibt es schöne Ziele für eine Abschlussfahrt! Wie wäre es beispielsweise mit einem Städtetrip nach Hamburg? Auch hier lassen sich viele für den Unterricht relevante Unternehmungen finden. Beispiel Hamburg: Eine Tour durch den "Bunker im Dunkeln" könnte den Schülern die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges noch einmal hautnah und auf eine viel authentischere Art und Weise nahe bringen, als es theoretischer Frontalunterricht je schaffen könnte. Gleichzeitig können die Schüler ein tolles Gruppenerlebnis haben und müssten nicht auf die für viele "als legendär geltende" Abschlussfahrt verzichten - und vielleicht ist genau dieses Gruppenerlebnis für viele Schülerseelen wahrer Balsam, nachdem solange auf soziale Kontakte verzichtet werden musste. Wir fordern also, die Abschlussfahrten nicht komplett abzusagen, sondern auf weniger riskante und besser beurteilbare Reiseziele (vermutlich müssten diese innerhalb Deutschland bleiben, was auch in Ordnung wäre) zu beschränken. Des Weiteren könnten wir uns selbstverständlich auf eine Verschiebung des Termins einlassen. Die Abschlussfahrt der Lichtenbergschule ist bereits für den September angesetzt und muss dementsprechend auf Anweisung des Kultusministeriums Hessen abgesagt werden. Wenn wir in dieser Zeit den Unterricht besuchen, könnte also ein Ausweichtermin gefunden werden, beispielsweise nach den Herbstferien. Falls auch dies nicht möglich ist, wären wir auch mit einer Verschiebung auf das Jahr 2021 einverstanden. Viele Schüler sprachen sich in dem Zuge dafür aus, die Fahrt nach den schriftlichen Abiturprüfungen und den Osterferien 2021 durchzuführen. Sie sehen, wir sind kompromissbereit. Wir wollen lediglich nicht dem Erlebnis der Abschlussfahrt, welches für die meisten Schüler schlicht und ergreifend zur Schulzeit dazu gehört, vollständig ausgeschlossen werden. Wir lassen uns gerne auf andere Termine und andere Reiseziele ein, aber wären äußerst enttäuscht und frustriert, falls es für unseren Jahrgang gar keine Abschlussfahrt geben würde. Deshalb bitten wir darum, sich mit den von uns genannten Vorschlägen auseinanderzusetzen und an einer Lösung zu arbeiten, mit der alle Beteiligten etwas glücklicher werden, als ganz ohne Fahrt. 

Herzliche Grüße

Der Jahrgang Q2 der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule Kassel