Schulbegleitung Bayern-wir fordern Kontinuität, faire Bezahlung statt prekärer Bedingungen

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Der Freistaat, die Bezirke und die Kommunen verhindern gegenseitig seit Jahren, die Weiterentwicklung der "Schulbegleitungen" zu "schulischen Assistenzkräften", da sie sich nicht einig sind, wer die Finanzierung dafür übernehmen müsste.

Ganz besonders der Freistaat Bayern drückt sich davor die Verantwortung für diesen Bereich zu übernehmen, da dieser dann in den Bildungsbereich fallen würde. Denn dadurch würde ja der Staatshaushalt belastet werden. Aber so geht die Belastung auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft und es werden Kämpfe auf kleine behinderte Kinderrücken ausgetragen.

Unser Sohn geht sehr gerne in seine Schule. Er vermisst seine Mitschüler uns seine Klassenlehrerin. Er kann nicht verstehen, weshalb auch nach einem halben Jahr die Schule keine neue Schulbegleitung für ihn finden konnte und er nicht zur Schule gehen kann. Ohne Schulbegleitung darf er jedoch nicht zur Schule, da seine gesundheitliche Beeinträchtigung zu gefährlichen Synkopen führen kann, die im schlimmsten Fall eine Organschädigung verursachen könnte. Die Lehrerin kann bei 24 Kinder darauf natürlich nicht immer achten. Es kam bereits zu mehreren schweren körperlichen Zusammenbrüchen, als wir es ohne Schulbegleitung in der Schule versucht hatten.

Unser Sohn ist in der Zwischenzeit so traurig, dass er letzte Woche zu mir sage "Mama, es wäre besser ich würde einfach einschlafen. Dann hätte ich diese Erkrankung nicht und wir hätten dieses Schulproblem nicht mehr."

Es macht uns Eltern so maslos traurig, wie hier mit diesen Kindern in Bayern umgegangen wird und kein Verantworlicher sich traut offen diese Missstände der schulischen Inklusion in Bayern anzusprechen.

Unser Sohn kann seit über einem halben Jahr nicht zur Schule gehen, weil sich das Jugendamt und der Bezirk Oberbayern seit 2 Jahren um die Zuständigkeit streiten und das Jugendamt  bei über 11 Trägern keine neue Schulbegleitung finden konnte, da in unserem Fall die Refinanzierung zwischen dem Jugendamt/Bezirk und dem Träger im Krankheitsfall unseres Sohnes nur ca. an 20 Tagen bezahlt wird, da das Jugendamt und der Bezirk "nur" die tatsächlich geleisteten Stunden der Schulbegleitung an den Träger bezahlen.

Ist das Kind nun öfters als 20 Tage im Jahr krank und das ist bei unserem Sohn durch seine Behinderung der Fall, erhält die Schulbegleitung für diese Zeiten keinen Cent. In Bayern erhalten die Schulbgleitungen wegen dieser Problematik deshalb in der Regel keine Festverträge bei den Trägern mehr. Deshalb wird die Tätigkeit als Schulbegleitung zu arbeiten immer unattraktiver und es sind kaum noch Fachkräfte auf dem freien Markt zu finden. Für Hilfskräfte ist es kaum noch möglich davon zu leben. Denn gerade Mütter, die diese Halbtagsstelle gerne ausüben könnten, sind aber auf ein sicheres und monatliches Einkommen angewiesen.

Wenn die Träger keine Festverträge machen können, da die Refinanzierung  somit nicht für alle Krankheitstage der zu betreuenden Schüler gesichert werden kann, werden bald kaum noch Personen als Schulbegleitungen arbeiten können, da es sich unter den Schulbegleitern gerade herum gesprochen hat und auch die Träger sind darüber informiert. So stellen bereits erste Träger den Dienst der Schulbegleitung wieder ein, da es ein unrentables Geschäftsmodell ist und auf die Versprechungen vom Jugendamt und den Bezirken nicht mehr vertraut wird.

So kann Inklusion in Bayern nicht funktionieren und ist durch die fehlende Entwicklung inklusiver Strukturen gescheitert. Obwohl dieses Problem seit vielen Jahren in der Politik bekannt ist, wird einfach nichts unternommen um die Strukuren zu verbessen. Es geht nur ums Geld. Inklusion darf nichts kosten. Die behinderten Kinder mit ihren engagierten Eltern sind für den Freistaat nur eine Behinderung.

Wir dachten, es gäbe wenigstens vereinzelt Träger die Festverträge für Sonderfälle anbieten können. Das scheint in Bayern nicht der Fall zu sein, da es keine offiziellen Sondervereinbarungen mit den Leistungsträgern gibt für die volle Bezahlung der kranken Kinder gibt. Dies lässt sich derzeit nur im Einzelfall mit guten Anwälten und einer Klage beim Sozialgericht erwirken. Doch das können sich viele Familien nicht leisten.

Wir fordern daher von der Politik einen Vorschlag für eine rasche Lösung dieser Bezahlungsproblematik sowie eine faire und monatliche Bezahlung für Schulbegleitungen in Bayern, damit behinderte Kinder überhaupt eine Chance haben eine Regelschule besuchen zu können und ihre freie Wahl auf Inklusion auch in der Schule leben können. Die Förderschulen werden auch vom Sozialministerium gezahlt, da müßte es doch möglich sein, irgendwie die Schulbegleitungen fair zu bezahlen, die derzeit die Inklusion in Bayern stemmen, auch wenn sie es rechtlich garnicht dürfen.

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Vielen Dank an alle Unterstützer!
Susann Dohm

Inklusionsbewegung Starnberg
Selbsthilfegruppe und Elterninitiative
Telefon: 08151 / 55 995 83
Mobil: 0172 / 2 66 77 20
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