Erfolg

Gewährleistung des Türkischunterrichtes an der Montessori-Grundschule in Berlin Kreuzberg

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Mit Sorge und Entsetzen, mussten wir als Eltern der Schüler der Montessori-orientierten Nürtingen-Grundschule in Berlin Kreuzberg feststellen, dass der Türkischunterricht eingestellt wurde. Dies geschah ohne die Befragung der betroffenen Eltern. Auf die Frage eines Elternvertreters, antwortete ihr der Schulleiter Herr Markus Schega wie folgt:

„Wir dulden hier auf dieser Schule kein faschistisches Konsulatstürkisch.“

Klarstellung von Herrn Schega nach einem Gespräch, bei dem auch einige Elternvertreter zugegen waren: 

"Die GEV hat das beschlossen, mit der Begründung, der Konsulatsunterricht wäre zu nationalistisch."

Dieser Aussage entnehmen wir, dass die Entscheidung über die Abschaffung des Türkischunterrichtes eine politisch motivierte Entscheidung ist und weiterhin auch, dass der Herr Schega sehr politisiert zu sein scheint und sich nicht scheut, seine Einstellung über das Neutralitätsgebot des Staates, insbesondere in den Schulen, zu stellen. Dies ist für uns Eltern besorgniserregend und nicht hinnehmbar, da sich solche einseitige Äußerungen unweigerlich auch auf die soziale Stellung der türkischstämmigen Schüler und ihre zukünftigen Leistungen auswirken wird.

Die politische Bildung an den Schulen richtet sich nach drei im Beutelsbacher Konsens festgelegten Grundsätzen:


-Überwältigungsverbot - Lehrkräfte dürfen Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen, sondern müssen ihnen die Gelegenheit geben, sich selbst zu positionieren.

-Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.

-Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen.

Lehrer sollen Schüler also informieren, ohne sie zu indoktrinieren. Hierzu das bayrische Kultusministerium:

"Schülerinnen und Schüler dürfen nicht einseitig beeinflusst werden. Persönliche Meinungsäußerungen sind daher im Unterricht deutlich als solche zu kennzeichnen. Lehrkräfte sind im Unterricht der parteipolitischen Neutralität verpflichtet."

Der Herr Schega sollte als Schulleiter darüber wachen, dass diese Grundsätze eingehalten werden, und Kontroverse Themen nicht zu Fakten erklären und dementsprechende Entscheidungen über den Köpfen der betroffenen Eltern hinweg treffen. Insbesondere dann nicht, wenn es um die mehrsprachige Bildung von Schülern geht. Auf sämtlichen Foren und in sämtlichen Studien wird die Bildung von mehreren Sprachen und ihre Vorteile erwähnt. Für uns ist es daher unverständlich und nicht zu akzeptieren, warum den türkischstämmigen Kindern die Möglichkeit verwehrt wird, neben der deutschen Sprache, auch ihre Muttersprache in Wort und Schrift zu erlernen.
Wir finden die Aussage des Herrn Markus Schega in seiner Funktion als Schulleiter äußerst besorgniserregend und beängstigend im Hinblick auf die weitere Entwicklung der betroffenen Kinder.
Weiterhin möchten wir den Herrn Markus Schega und auch das Bezirksamt Kreuzberg/Friedrichshain neben diesen Aspekten auf das Kulturabkommen zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahre 1957 hinweisen.

Artikel 1 dieses Abkommens lautet:

„Jede Vertragspartei wird bestrebt sein, an Universitäten und anderen Lehranstalten ihres Landes die Errichtung und den Ausbau von Lehrstühlen, Lehrgängen und Vorlesungen zu fördern, die sich mit der Sprache, der Literatur, den Einrichtungen und der Geschichte des anderen Landes befassen.“

Artikel 2:
„Jede Vertragspartei wird bestrebt sein, im Rahmen der Bestimmungen des örtlich geltenden Rechts kulturelle Einrichtungen der anderen Vertragspartei im eigenen Lande zu fördern.“

Auf der Grundlage dieser Punkte und auch für den weiteren Werdegang der betroffenen SchülerInnen fordern wir Herrn Schega auf, sich für seine Äußerungen zu entschuldigen und den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg den Türkischunterricht unverzüglich wieder einzuführen.



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