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Wir haben Agrarindustrie in Sachsen satt! Für eine bäuerliche und ökologischere, für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Sachsen!

++ Wir haben es satt +++ Demo in Dresden +++ 5. Juli 2014 +++ 12:30h Bhf. Neustadt ++

Mannigfaltige Probleme bedrohen die Zukunftsfähigkeit der sächsischen Landwirtschaft: 2/3 der Agrarflächen sind von Bodenerosion bedroht, die Biodiversität geht dramatisch zurück, die strukturelle Vielfalt ist angesichts von riesigen Monokulturen gefährdet, Bienenvölker sterben, alte Arten und Kulturformen wie Streuobstwiesen verschwinden und riesige Tiermastanlagen stehen für nicht-artgerechte Tierhaltung und verseuchen das Grundwasser mit ihren Abfallprodukten.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken braucht es eine bäuerliche Landwirtschaft, die sich auch als Umweltschutz begreift, regionale Versorgung gewährleistet, die gleichermaßen innovativ ist und Traditionen und alte Arten bewahrt, aber auch vom technischen Fortschritt profitiert.

„Meine Landwirtschaft Sachsen“ – ein Bündnis von Bauern und Bäuerinnen, Verbrauchern und Verbraucherinnen, Umweltschützern und Umweltschützerinnen engagiert sich für diesen Wandel in der Agrarpolitik. Aus unserem Positionspapier haben wir Forderungen an den sächsischen Landtag formuliert, die Sie mit Ihrer Stimmen unterstützen können!

Wir fordern den sächsischen Landtag auf, folgende Maßnahmen zu unternehmen:

  • Fördergelder in der Landwirtschaft nur in Verbindung mit Umweltschutz einsetzen!
    Übergreifendes Ziel bei der Vergabe von Fördermitteln in der Landwirtschaft muss ein wirksamer Natur- und Umweltschutz sein. Dies schließt im Einklang mit den Zielen der EU etwa die Verringerung von Treibhausgasemissionen, die Anpassung an den Klimawandel, den Natur- und Biodiversitätsschutz und die Verringerung des Ressourcenverbrauchs ein.
    Fördermittel dürfen nicht vergeben werden, um etablierte Praktiken einer industrialisierten Landwirtschaft zu unterstützen.

  • Stärkere Förderung des ökologischen Landbaus
    Der ökologische Landbau trägt nachhaltig zur Verbesserung der Bodenqualität bei. Er ermöglicht einen Erhalt der Biodiversität u. a. durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und erhält die Agrobiodiversität und strukturelle Vielfalt. Der Verzicht auf mineralischen Dünger trägt zum Klimaschutz bei. Eine weite Fruchtfolge begünstigt die nötige Kreislaufführung von Phosphor und erhält so die Fruchtbarkeit der Böden.

  • Vielfältige Strukturen ermöglichen – bäuerliche Agrarstrukturen fördern
    Der bäuerliche Nachwuchs braucht Förderung, um landwirtschaftliche Neugründungen zu erleichtern. Dazu gehören keine flächenbezogenen Subventionen, die kleinere Betriebe benachteiligen und bäuerliche Neugründungen blockieren. Stattdessen sollen regionale Landwirtschaft und dezentrale Kreisläufe gestärkt werden.

  • Premium- statt Basisförderung bei Investitionen in Tierhaltungsanlagen
    Eine Förderung von Investitionen im Bereich der Nutztierhaltung sollte nur dann erfolgen, wenn in dem Investitionsvorhaben sicher gestellt wird, dass die Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erfüllt werden und in besonderem Maße erhöhten Anforderungen an Ressourcen- und Energieeffizienz entsprechen.

  • Sachsen soll gentechnikfrei bleiben
    Die Umwelt und die Lebensmittelwirtschaft in Sachsen müssen vor der Gentechnik geschützt werden. Dies bietet auch einen wirtschaftlichen Standortvorteil. Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut schränkt die Anbauvielfalt ein. Gentechnikfreie Fütterung mit regional erzeugtem Eiweißfutter muss möglich und wirtschaftlich sein. So kann auf billige Futtermittelimporte aus Lateinamerika verzichtet werden, die Not und Elend bei den dortigen Kleinbauern hervorrufen.

  • Mittelstandsförderung und Stärkung regionaler Landwirtschaft
    Durch die Förderung von regionalen Wertschöpfungsketten können Ressourcen gespart und Arbeitsplätze in Sachsen geschaffen werden. Dazu ist es notwendig, die regionale Wissensbasis zu erweitern und wieder handwerkliche Verarbeitung anzusiedeln. Eine marktnahe regionale Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und Futtermittel stärkt den Wirtschaftsstandort Sachsen und ist gleichzeitig ein Beitrag zur Energie- und Verkehrswende in Deutschland.

  • Kochen als Kulturtechnik, Landwirtschaft und Tierhaltung gehören zur Ausbildung ab dem Vorschulalter und auf die Agenda der öffentlichen Debatte
    Die Wechselwirkung zwischen Stadt und Land und deren Annäherung ist notwendig, um das gegenseitige Verständnis zu fördern, da der Großteil der sächsischen Verbraucher in der Stadt lebt, die Lebensmittel dagegen im ländlichen Bereich erzeugt werden. Kochen als Kulturtechnik und Landwirtschaft und Tierhaltung als Lebensgrundlage sollten Gegenstand der Erziehung in Schulen und Kindergärten werden, da dieses Grundwissen über die Generationen durch das Angebot von Industrieprodukten verloren geht.

 

This petition was delivered to:
  • Sächsischer Landtag


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