Runder Tisch und Anerkennung der Fakten im "Drug Desaster Duogynon".

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"Drug Desaster Duogynon": Nach "Contergan" eine vertuschte Arzneimittel-"Katastrophe"?

Als Bürgerin dieses Landes und Angehörige eines Gesundheitsberufes bin ich (siehe Hashtags #Duogynononerin und ä#Duogynoner) empört, dass es Lobbyisten und Lobbyistinnen seit Jahrzehnten gelungen ist, Bekanntwerden und Aufklärung im Arzneimittelskandal "#Duogynon" zu verhindern. Gab es nach "Contergan" eine vertuschte Arzneimittel-"Katastrophe"? 

Ein Faktencheck meinerseits hat mich davon überzeugt. Als Apothekerin und Pharmaziehistorikerin halte ich es für meine Pflicht, dies öffentlich zu machen, und bitte alle Menschen in Deutschland und in der Welt um Unterstützung. Die Wahrheit muss endlich ans Licht gebracht werden. 

Duogynon (1978 in "Cumorit" umbenannt) war ein Arzneimittel für Frauen auf Hormonbasis. Es wurde in Deutschland von 1950 bis 1981 von der Berliner Fa. Schering vertrieben. 2006 wurde die Fa. Schering vom Bayer Konzern übernommen.

Duogynon (später Cumorit) wurde in zwei Applikationsformen vertrieben.

Duogynon Tabletten enthielten Norethisteron (acetat) und Ethinylöstradiol. Die Inhaltsstoffe der Duogynon Spritzampullen waren Progesteron und Östradiolbenzoat.

Norethisteron ist ein Progestin, also ein rein synthetisches Gelbkörperhormon. Chemisch gesehen handelt es sich um ein terminales Alkin.

Auch Ethinylöstradiol ist Chemie pur (Östrogen) und ebenfalls ein terminales Alkin. Nach anerkanntem Stand der Pharmazeutischen Chemie sind Alkine besonders reaktionsfähige Verbindungen.

 Duogynon war ein hormonelles Frauenarzneimittel mit mehreren Indikationen:

1. hormoneller Schwangerschaftstest

2. Behandlung der sog. "Sekundären Amenorrhoe"; Behandlung von Menstruationsstörungen

3. (Illegale) Verwendung zu Schwangerschaftsabbrüchen mittels Überdosierung.

 Nach Bekanntwerden der Contergan-"Katastrophe" durch einen Presseartikel in der Welt am Sonntag vom 26.11.1961 berieten Experten im Nordrhein-Westfälischen Innenministerium, ob es weitere potentiell für das ungeborene Kind schädliche Arzneimittel gäbe. Im Besprechungsprotokoll der Expertenkommission vom 30.11.1961 wurde schriftlich festgehalten: "Duogynon".

Aktivitäten der zuständigen Gesundheitsbehörden infolge dieser Erkenntnis sind nicht bekannt.

Im Jahre 1967 warnte die britische Kinderärztin Dr. Isabel Gal in einer Publikation in "Nature": Primodos (brit. Warenname für Duogynon) führt mutmaßlich zu Kindesmissbildungen (Blasenekstrophie, Herzfehler, Fehlbildungen der Extremitäten usw.).

Reaktionen auf Gals Warnung? Auf Behördenseite passierte sowohl in Großbritannien als auch in der Bundesrepublik Deutschland nichts.

Jedoch wurden in den Laboratorien der Fa. Schering diesbezügliche Tierexperimente eingeleitet. Mit verheerendem Ergebnis?

Infos unter duogynonopfer.de sowie in der Reportage im Ersten "Der vertuschte Skandal" siehe https://www.youtube.com/watch?v=jZa1Ycl8hhs

Jason Farrell, Reporter bei Sky News, berichtete ebenfalls. Siehe https://www.youtube.com/watch?v=7ZRkCNUQvBA

Die 1978 gegründete Interessensgemeinschaft duogynongeschädigter Kinder e.V.  veranlasste die Einleitung eines Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin. Das Verfahren wurde am 19.12.1980 eingestellt.

Grund: Das ungeborene Leben steht in Deutschland nicht unter dem Schutz des Gesetzgebers. Erst der Mensch wird vom Grundgesetz geschützt. Das Leben des Menschen beginnt mit der Geburt.

Die Berliner Fa. Schering nahm Duogynon 1981 aus dem Handel.

Ab 2009 bemühten sich Vertreter der "Kindergeneration", Licht ins Dunkel im "Fall Duogynon" zu bringen. Aber Bayer (juristischer Rechtsnachfolger der Fa. Schering) berief sich auf Verjährung. Deutsche Gerichtsinstanzen schlossen sich an.

Neuester Stand der Dinge:

Die Forschergruppe um den Aberdeener Biologen Prof. Dr. Neil Vargesson untersuchte durch Tierversuche an Zebrafischen die Teratogenität der Inhaltsstoffe von Duogynon Tabletten (Norethisteron und Ethinylöstradiol). Die Publikation in "Nature" vom 13.02.2018 bestätigt die Erfahrungen am Menschen. Aufgrund von Zeitzeugenberichten ist bekannt, dass Duogynon in den 1960er und 1970er Jahren als Abortivum verwendet wurde. Die Einnahme von 4 oder 6 statt der in der Gebrauchsanweisung empfohlenen 2 Tabletten führte zum Abbruch einer Schwangerschaft. Wie in der Medizin und in der Pharmazie bekannt ist, ist es von der Dosierung und vom Zeitpunkt der Einnahme in der Frühschwangerschaft abhängig, ob ein Arzneistoff fruchtschädigend oder abortiv (abtreibend) wirkt. Eine abortive Wirkung ohne gleichzeitige teratogene (fruchtschädigende) Wirkung ist bei Arzneistoffen extrem selten.

Im Februar 2018 teilten die britische Premierministerin Theresa May und der britische Gesundheitsminister Jeremy Hunt dem britischen Parliament mit: Es wird eine Neubewertung "im Fall Primodos (brit. Warenzeichen für Duogynon)" geben. In Großbritannien soll jetzt alles auf den Tisch kommen. 

Und in Deutschland?

Wie geht es im "Drug Desaster Duogynon" hierzulande weiter?

Das liegt bei uns! Helfen Sie bitte mit, die Botschaft zu verbreiten:

SCHLUSS mit der Vertuschung!

NEIN zu Behördenwillkür und Einflussnahme von Lobbyisten und Lobbyistinnen!

Ich fordere Anerkennung der Fakten und Einrichtung eines "Runden Tisches" für duogynongeschädigte Menschen. Zu den Zielen des Runden Tisches soll es gehören, eine Entschädigungsregelung zu finden - in welcher Form auch immer.

Dringend erforderlich:

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte möge umgehend per Presseerklärung dafür sorgen, dass bekannt wird:

Der Aberdeener Biologe Prof. Dr. Neil Vargesson hat tierexperimentell an Zebrafischen die Erfahrungen mit dem Hormonmittel Duogynon (später Cumorit) am Menschen bestätigt.

Ein Arzneimittel wie Duogynon, das bei Überdosierung als illegales Abtreibungsmittel Verwendung gefunden hat, muss per se teratogen (fruchtschädigend) wirken.

Teratogene und abortive Eigenschaften von Arzneistoffen wie Norethisteron und Ethinylöstradiol sind eine Frage der Dosis und des Zeitpunktes des Einwirkens auf das ungeborene Kind. Das ist anerkannter Stand der teratologischen Forschung zwischen 1950 bis heute.

 

 

 

 

 

   



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