Roma-Familie Gashi aus dem Kosovo soll in Deutschland bleiben!

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Die Familie Gashi stammt aus dem Kosovo und gehört zu der ethnischen Gruppe der Roma. Die Roma sind im Kosovo „Menschen 2.Klasse“ und werden aus rassistischen Gründen verfolgt und benachteiligt. Sie haben keinen Zugang zum Sozial- und Gesundheitswesen und zum Arbeitsmarkt.
Der Vater der Familie, Xhafer, 58 Jahre alt, ist Ingenieur für Bergbauwesen und hat 19 Jahre in einem Magnesit-Bergwerk neben seinem Heimatdorf gearbeitet. Seine Frau Ljulja ist 49 Jahre alt. Die drei Kinder sind Muhamet, 19 Jahre, das Mädchen Hafije, 17 Jahre, und Ahmet, 12 Jahre alt.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg der Kosovo-Albaner März bis Mai 1999,
der von der NATO unterstützt wurde, wurde im Kosovo eine von der NATO und der EU unterstützte Regierung der Albaner installiert.
Die Albaner führten gegenüber den Minderheiten „ethnische Säuberungen“ durch.
Am 29. Juni 1999 wurden von den Albanern alle Häuser der Roma im Heimatdorf der Gashis und damit auch die Häuser der Familie zerstört und sie aller Rechte auf ihren Besitz beraubt.
Danach hat die Familie 14 Jahre im Barackenlager gelebt, ohne Arbeit
und ohne staatliche Unterstützung. Sie hat mehrmals versucht,
wieder zu ihrem Land und Besitz zu kommen, aber die albanischen Behörden
und die Polizei haben die Unterstützung verweigert, weil sie Roma sind.

2007 hat der Staat von Kosovo ein Teil ihres Landes enteignet für den Ausbau des Flughafens von Pristina, ohne Geld dafür zu bezahlen.
Der Sohn Muhamet wurde 2008 in der Schule von albanischen Mitschülern mit dem Messer verletzt.
Die älteste Tochter Fatima wurde 2012 von Albanern auf offener Strasse entführt und ist seitdem vermisst. Die Polizei hat nicht geholfen, weil sie Roma sind.

Da die Familie durch die weiter andauernde rassistische Verfolgung und Benachteiligung im Kosovo keine Zukunft mehr sah, ist sie nach Deutschland gekommen und hat am 20.12.2013 Asyl beantragt.
Leider wurde der Asylantrag im Februar 2015 abgelehnt. Auch die Klage vor dem Verwaltungsgericht wurde im Sept.2015 abgelehnt.
Rassistische Verfolgung wurde nicht als Asylgrund anerkannt!

Die Familie Gashi war inzwischen in unserem Dorf gut integriert.
Die Kinder gingen normal in die Schule und sprechen fließend Deutsch. Ahmet spielte im Nachbardorf im Fußballverein. Muhamet ging in Bitburg in das Berufsvorbereitungsjahr und hätte im Sommer seinen Hauptschulabschluss gemacht mit dem Ziel, dann eine Ausbildung zu beginnen. Er fungierte in allen Verhandlungen mit den Behörden, bei Ärzten und im Jobcenter problemlos als Dolmetscher.

Nachdem die Familie dann der "freiwilligen Rückführung" zugestimmt hatte, wurde sie dann - nach Ankündigung innerhalb 24 Stunden - am 18. Dezember 2015 nachts in den Flieger nach Pristina gesetzt.
Die Familie Gashi hat dann im Kosovo einige Wochen in einer Bushaltestelle "gelebt", bis sie in einem Keller unterkommen konnte. Sie hatten keinen Zugang zum Gesundheits- und Sozialsystem, und der Schulbesuch wurde den Kindern verwehrt. Im Dorf, in dem sie gewohnt haben und wo sie vor der Vertreibung 2 Häuser samt Land besaßen, wurde ihnen unmißverständlich klar gemacht, dass sie dort nichts mehr zu suchen hätten. Von der Polizei bekamen sie keine Unterstützung.

Nach ein paar Monaten wurde ihnen noch das Geld gestohlen, welches sie als "Übergang" bekommen hatten. Darauf hatten sie keine Möglichkeit mehr gesehen als aus dem Kosovo wegzugehen.
Sie gingen dann nach Serbien, nach Kragujevac.Dort versuchten sie zu überleben (bei 30 Euro im Monat Sozialhilfe), fanden manchmal eine Arbeit, meistens nicht.
Auch hier gingen die Kinder nicht in die Schule, weil sie Angst vor Schlägen durch die serbischen Kinder hatten.

Im Jahr 2017 wurde erst der Vater, dann die Mutter krank. Der Vater mußte sich einer Prostataoperation unterziehen, die Mutter lag nach einem Herzinfarkt einige Zeit im Koma und musste dann auch operiert werden.
Die Operationen mussten sie im Vorhinein bezahlen - und konnten das nur, weil sie Geld  von deutschen Freunden bekommen haben.

Mehrmals wurde ihnen vom Vermieter der Strom abgestellt, weil sie kein Geld hatten. Im Ofen verbrannten sie Plastikteile, weil sie kein Holz kaufen konnten.
Im Oktober 2017 wollten serbische Jugendliche den Sohn Muhamet verprügeln. Da ging der Vater dazwischen. Seitdem wird er von der Polizei gesucht. Dem entzog sich der Vater, indem er nach Deutschland floh.

Nachdem die Familie genug Geld zusammen hatte, kam der Rest der Familie Ende November hinterher, zusammen mit der jungen, noch minderjährigen Ehefrau des Sohnes Muhamet. Sie haben dann in Trier noch einmal Asyl beantragt und wohnen derzeit in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Im  Januar 2018 wurden ihre Asylanträge innerhalb einer Woche abgelehnt. Die Tatsache, dass die Familie, weil sie Roma sind, aus rassistischen Gründen verfolgt und vertrieben wurde, spielt in den Begründungen überhaupt keine Rolle. Dabei ist nach dem Asylgesetz ethnische Verfolgung ein Asylgrund.

Deutschland hat gegenüber den Roma eine besondere moralische und politische Verantwortung, nachdem im Nazistaat im Namen Deutschlands Hunderttausende Sinti und Roma in den KZs ermordet wurden.

Die Familie ist verzweifelt und würde lieber tot als lebendig in den Kosovo zurückgehen.

 



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