Petition update

Besuch im Ministerium - Einsatz für #Schwedeneck

Prof. Dr. Linda Maria Koldau
Schwedeneck, Germany

Mar 21, 2016 — Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

am 10. März 2016 fand im schleswig-holsteinischen Umweltministerium (MELUR) ein Treffen zwischen Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle und Vertretern zahlreicher Bürgerinitiativen in Schleswig-Holstein statt, die sich gegen Ölförderung, Fracking und CO2-Lagerung in ihrer jeweiligen Region wehren. Auch unsere Bürgerinitiative „Hände weg von Schwedeneck“ war bei diesem Treffen vertreten und stellte Fragen zum Vorhaben der DEA, in Schwedeneck Öl zu fördern.

Wichtige Fragen sind leider offen geblieben; wir wollen sie Minister Dr. Habeck stellen, wenn er am 9. Mai 2016 zu einer öffentlichen Veranstaltung unserer Bürgerinitiative kommt. Immerhin hat Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle einige Zusagen gemacht. An diese Zusagen habe ich in einem Brief erinnert, der heute an die Staatssekretärin gegangen ist. Sie können ihn auf https://haendewegvonschwedeneck.files.wordpress.com/2016/01/brief-an-staatssekretc3a4rin-dr-nestle.pdf herunterladen.

Unten in diesem Update finden Sie zwei Auszüge aus dem Brief. Wir werden nicht damit aufhören, das Ministerium und Minister Dr. Habeck daran zu erinnern, dass eine Ölförderung in einem derart geschützten Gebiet wie Schwedeneck absurd wäre und gegen zahlreiche öffentliche Interessen verstoßen würde.

Wir halten Sie auf dem Laufenden – danke für Ihre Unterstützung!

Mit besten Grüßen

Prof. Dr. Linda Maria Koldau




Klimawandel:
Wir schließen uns hier voll und ganz den Aussagen der Bürgerinitiative „Angeliter bohren nach“ in ihrem Schreiben vom 16. März 2016 an. Es ist unverständlich, wie das schleswig-holsteinische MELUR auch nur erwägen kann, weitere Erdölfelder in Schleswig-Holstein zu erschließen. Dies erscheint angesichts des faktischen Überangebots von Kohlenwasserstoffen auf dem Weltmarkt nicht nur absurd, sondern widerspricht:
a) der Energiewende-Politik der Bundesregierung und des SH-MELUR selbst;
b) den Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz;
c) der Pflicht des MELUR, europäisch geschützte Naturgebiete und Arten vor Eingriffen zu schützen,
d) §1 des BBergG, der die Erschließung neuer Erdöl-/Erdgasfelder nur vorsieht, wenn die Rohstoffversorgung durch Erdöl/Erdgas nicht gesichert ist.
Wie Umweltminister Dr. Habeck erwägen kann, angesichts dieser Widersprüche das europäisch geschützte FFH-Gebiet „Südküste der Eckernförder Bucht“ einer langfristigen Ölförderung preiszugeben, ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar.


Umweltverträglichkeitsprüfung mit vertiefter Prüfung der speziellen Gegebenheiten in Schwedeneck:
Wir fordern die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung und umfangreichen Information der Öffentlichkeit. Nur eine Vorprüfung durchzuführen, wäre in Schwedeneck keineswegs ausreichend, da die Stellungnahme des MELUR vom 17. Okt. 2012 abschließend betont, „…dass Interessen des Natur- und Artenschutzes das beantragte Vorhaben ausschließen“, und die Bewilligung des LBEG nur mit der Einschränkung erfolgt ist, dass die in der Stellungnahme genannten Aspekte des Natur- und Artenschutzes „vertieft zu prüfen“ sind.
In Schwedeneck sind bei einer UVP nicht nur der Artenschutz und die zahlreichen Biotope zu berücksichtigen, sondern vor allem auch die geologische Sondersituation der instabilen Steilküste. In einem Bericht der Kieler Nachrichten vom 29. Februar 2016 (S. 16) hat der Küstengeologe Dr. Klaus Schwarzer von der Universität Kiel dargelegt, dass das Küstenprofil von Schwedeneck nicht in Gefahr ist, solange der Mensch nicht ins natürliche Gleichgewicht der dynamischen Küste eingreift. Ein massiverer Eingriff in dieses Gleichgewicht als Bohrungen nach und Förderung von Öl ist in der Tat nicht vorstellbar: Kein Landwirt, kein Forstbetrieb und kein Bauunternehmen verfügt über Maschinen von einer derartigen Kraft und Reichweite wie die der Ölindustrie. Da zum Schutz der Uferschwalben, die an dieser Steilküste brüten, schon bestimmte Sportarten von April bis Oktober verboten sind, gehen wir selbstverständlich davon aus, dass eine Ölförderung erst recht nicht zulässig ist und deshalb auch künftig die Stellungnahme des MELUR ihre volle Geltung behält: „…dass Interessen des Natur- und Artenschutzes das beantragte Vorhaben ausschließen.“
Darüber hinaus fordern wir eine vertiefte Prüfung, wie die Reinheit des vorhandenen, hervorragenden Trink- und Grundwassers in Schwedeneck gesichert werden kann. Allein durch die 35 Altbohrungen besteht die unmittelbare Gefahr, dass unser Wasser bei neuerlicher Ölförderung durch das mitgeförderte, stark giftige und radioaktive Lagerstättenwasser kontaminiert wird und so dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen bei den hier lebenden Menschen verursacht.


Discussion

Please enter a comment.

We were unable to post your comment. Please try again.