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JETZT KlimaGESAMTlösung für die Aula und Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig!

Bürgerinitiativkreis "Wort halten"

Jan 29, 2020 — 

In einem Bericht der Leipziger Volkszeitung Ende 2019 wird der Sprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) hinsichtlich der Aula und Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig mit den verblüffenden Worten zitiert: „Hinsichtlich einer Vollklimatisierung gab es in der ursprünglichen Baumaßnahme und gibt es von Seiten der Universität Leipzig als Nutzer keinen Bedarf.“  Daher habe das SIB eine Klimatisierung weder geplant noch ausgeführt.

Der Bürgerinitiativkreis „Wort halten“ ist hierüber fassungslos! 2008 vereinbaren führende Vertreter des Freistaates Sachsen, der Landeskirche, der Stadt Leipzig unter Vermittlung der Generalbundesanwältin a.D. Prof. Monika Harms im sog. Harms-Kompromiss: "Es besteht schließlich Einigkeit darüber, die vor der Sprengung 1968 geretteten Teile der Universitätskirche St. Pauli nach ihrer Restaurierung an den historischen Ort zurückzubringen, um sie dort auch der Öffentlichkeit in einem würdigen Rahmen zugänglich zu machen. Sie sind untrennbar mit der langen Universitätsgeschichte verbunden und sollen auch in ihrer kulturhistorischen Bedeutung gewürdigt werden." Und in der Folge der nächsten 10 Jahre versäumen es der Freistaat Sachsen und die Universität Leipzig, adäquate raumklimatische Voraussetzungen zu schaffen, die eine Rückkehr der geretteten Ausstattungsstücke inklusive der symbolträchtigen Barockkanzel auch tatsächlich zuverlässig ermöglichen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Der Bürgerinitiativkreis fordert unter der Ägide der neuen Staatsregierung: Schluss mit dem Vorwand, dass das Klima für die Aula und Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig nicht ausreichend ist für die Aufstellung der geretteten Barockkanzel! Schluss mit der absurden Behauptung des Kustos der Universität Leipzig in einem Beitrag von MDR Kultur am 29. Dezember 2019, dass die „Vernichtung“ der Kanzel im Falle ihrer Aufstellung drohen würde. Diese Behauptungen sind nicht nur angesichts des bisher nicht angemeldeten Bedarfs der Universität Leipzig für eine Vollklimatisierung des Gesamtraumes unglaubwürdig. Die Unglaubwürdigkeit wird vielmehr noch dadurch gesteigert, dass die Universitätsleitung derzeit gar an einer Teilklimalösung arbeitet, die einfachste Chancen auch zur generellen Verbesserung des Gesamtraumklimas ungenutzt lässt: Der Bürgerinitiativkreis „Wort halten“ hat Kenntnis davon, dass die Universität Leipzig eine Entwurfsplanung zur Teilklimatisierung der Westempore der Aula und Universitätskirche St. Pauli durch die INNIUS GTD GmbH in die Wege geleitet hat: 18309OALP – Orgel Aula Leipzig Paulinum, Stand 19. September 2019. Dies geschah bezeichnenderweise nur wenige Tage nachdem am 10. September 2019 der Kustos den Senatoren der Universität raumklimatische Bedenken gegen die Aufstellung der historischen Barockkanzel präsentiert hatte.

Die jetzt bekanntgewordene Entwurfsplanung sieht eine bautechnische Anlage vor, mit der immerhin 3.000 m3 befeuchtete Luft pro Stunde (!) im Bereich der Jehmlich-Orgel eingebracht werden kann, um die relative Luftfeuchtigkeitsschwankungen zu stabilisieren und somit auch möglichen Schäden an der Orgel vorzubeugen. Die Projektierung geht von einmaligen Kosten der technischen Gebäudeausrüstung von weniger als 60 (!) T€ aus. Der Wasserverbrauch für die Befeuchtung wird im Umluftbetrieb mit wenig mehr als 8 Litern (!) pro Stunde kalkuliert. Ferner aufschlussreich: Zur Senkung der Betriebskosten der neuen Anlage empfiehlt die vorliegende Entwurfsplanung, künftig auf die bisherige Zuführung von einem Außenluftanteil im Umluftbetrieb zu verzichten, wenn Aula und Universitätskirche St. Pauli nicht mit Personen belegt sind. Dieser Vorgang wirft gravierende Fragen auf:

Warum wird INNIUS GTD nicht mit einer Planung beauftragt, die die Befeuchtung des Gesamt(!)raumes vorsieht, wenn schon die nur für die Jehmlich-Orgel geplante Anlage die Befeuchtung eines Großteils desjenigen Luftvolumens, das auch für eine Mindestklimatisierung des Gesamtraumes ausreichend wäre, zu erschwinglichen Preisen erreicht? Warum unternimmt die Universität jetzt nicht das Naheliegende, um die Gesamtraumklimasituation ebenso für die Aufstellung der geretteten Barockkanzel maßgeblich zu verbessern?
Warum wurde der Öffentlichkeit (und den Senatoren der Universität?) beim Senatsbeschluss am 10. September verschwiegen, dass bereits eine Projektierung zur Raumluftbefeuchtung im Hauptraum beauftragt war, die ohne weiteres auch maßgeblichen Einfluss auf die Frage der raumklimatischen Machbarkeit einer Kanzelaufstellung durch Vermeidung von bisherigen Trockenheitsspitzen haben würde? 
Warum wurde der Öffentlichkeit (und den Senatoren der Universität?) auch nicht gesagt, dass die temporären Trockenheitsspitzen, die bisher als „Beweis“ für die Nichtmachbarkeit einer Kanzelaufstellung herhalten mussten, überwiegend in Phasen ohne Personenbelegung des Raumes gemessen wurden? Warum wurde verschwiegen, dass in genau diesen Phasen ohne jede Not trockene Außenluft (!) in die Umwälzanlage beigemischt wurde, die das Klimamonitoring maßgeblich negativ beeinflusst?!? Wer hatte bisher entsprechend „die Hände“ an der Umwälzanlage? Warum sind offenkundig bisher keine C02-Fühler in Betrieb?

Wie auch immer – es drängt sich mit der nun vorliegenden Entwurfsplanung der Beweis auf, dass es ohne weiteres bei ausgesprochen überschaubarem Investitionsaufwand möglich ist, eine ganzjährige Mindestluftfeuchtigkeit im Gesamtraum (!) zu gewährleisten. Dies sollte für einen der teuersten und größten Bauvorhaben des Freistaates Sachsen in den vergangenen Jahren letztlich auch eine große Selbstverständlichkeit sein! Dies wäre gleichermaßen im Interesse von Universitätsmusik, Universitätsgottesdienst und Kustodie! Somit ergäben sich auch erweiterte Möglichkeiten für eine Aufstellung von Ausstattungsstücken der alten Universitätskirche im Gesamtraum, alle Musikinstrumente wären besser geschützt. Und vor allem auch regelmäßiger als bisher könnten Veranstaltungen im Gesamtraum bei geöffneter Glaswand ermöglicht werden, da nicht mehr wie bisher seitens der Kustodie mögliche Schäden an den Epitaphien infolge eines häufigen Zusammenschaltens von Raumbereichen mit deutlich unterschiedlichen Klimazonen zu befürchten wären.


Im Lichte all dieser neuen Erkenntnisse sind die ursprünglichen Positionen des Bürgerinitiativkreises aktueller denn je:
Wir treten unverändert dafür ein,
* dass der Freistaat Sachsen künftig alle erforderlichen Maßnahmen ergreift, um ein Mindestklima zu gewährleisten, das notwendig ist, um sowohl die Orgeln als auch die Ausstattungsstücke in dem als Universitätskirche und Aula genutzten Gesamtraum hinreichend zu schützen!
* dass anerkannte Experten für Raumklima & Denkmalschutz im Einvernehmen zwischen Staatsregierung und Universität beauftragt werden, eine wissenschaftlichen Standards genügende Expertise zur Machbarkeit der Kanzelaufstellung anzufertigen.
* dass das bisherige Klimamonitoring jetzt unter probeweiser Anbringung (von Teilen) der im Mai 1968 geretteten historischen Barockkanzel der Universitätskirche St. Pauli weiterqualifiziert wird,
* dass im Sinne der Forderungen des Universitätspredigers amicable Lösungen unter Einbeziehung der hierzu gemäß Staatskirchenvertrag verpflichteten sächsischen Staatsregierung gefunden werden,
* dass "WORT HALTEN!" gilt! Konkret: Die Regelungen des sog. Harms-Kompromisses, zu denen sich die Universitätsleitung im Dezember 2008 schriftlich verpflichtet hatte, sind in Hinblick auf die gerettete Kanzel der Universitätskirche umzusetzen.

Wir appellieren an die neue Staatsregierung, der notwendigen Gesamtklimalösung jetzt mit all ihren Möglichkeiten den Weg zu ebnen. Der Bürgerinitiativkreis bleibt solidarisch mit der Bedarfsanmeldung des Universitätspredigers zur historischen Kanzel und den wiederholten diesbezüglichen Erklärungen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. Wir werden nicht ruhen, bis die Regelung des sog. Harms-Kompromisses vollständig umgesetzt sind und die Universitätsleitung somit auch ihr 2008 gegebenes Wort eingelöst hat!


Leipzig, den 29.01.2020

Christine Clauß                                     Jost Brüggenwirth  


im Namen der Mitunterzeichner der Onlinepetition des Bürgerinitiativkreises "Wort halten":
Steffen Berlich
Stephan Bickardt, Direktor der Evangelischen Akademie Meißen
Prof.Georg Christoph Biller, Thomaskantor a.D.
Benedikt Bierbaum, Senator der Universität Leipzig
Prof. Dr. Herbert Blomstedt, Gewandhauskapellmeister a.D.
Jochen Bohl, Bischof i.R.
Heidi Bohley
Prof. Dr. Peter Borneleit
Georg-Ludwig von Breitenbuch, MdL, stellv. Vorsitzender der CDU Fraktion
Dr.-Ing. E.h. Eberhard Burger, Baudirektor i.R. und Sprecher der Geschäftsführung i.R. der Stiftung Frauenkirche Dresden
Prof. Dr. Alexander Deeg, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Dr. Rainer Eckert, Direktor bei Zeitgeschichtliches Forum Leipzig i.R.
Prof. Dr. med. Frank Emmrich, Leiter a.D. des Fraunhofer Instituts für Zelltherapie und Immunologie
Dr. Thomas Feist, ehem. MdB, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Stadt Leipzig
Sebastian Führer, Pfarrer an der Nathanaelkirche zu Leipzig
Hans Geisler, Staatsminister a.D.
Sebastian Gemkow, MdL
Gregor Giele, Propst der Kath. Propstei St. Trinitatis Leipzig
Dr. Roman Götze, Rechtsanwalt
Wolfram Günther, MdL
Prof. Ludwig Güttler, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Monika Harms, Generalbundesanwältin a.D.
Helga Hassenrück, Vorstandsmitglied des Paulinervereins e.V.
Dr. Martin Helmstedt, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Martin Henker, Superintendent des Kirchenbezirks Leipzig
Prof. Dr. Jens Herzer, Vorstand der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Martin Hundertmark, Pfarrer an der Thomaskirche zu Leipzig
Dr. Christian Jonas, stellv. Vorstandsvorsitzender des Paulinervereins e.V.
Prof. Dr. Eberhard Keller
Dr. Johannes Kimme, Präsident a.D. des Landeskirchenamtes der Ev.-Luth.Landeskirche Sachsen
Dr. Klaus Knödel, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Dr. Michael Korn
Prof. Dr. Peter Krumbiegel und Cornelia Krumbiegel
Frank Kupfer, Staatsminister a.D.
Johannes Lehnert, Pfarrer
Bernd-Lutz Lange, Kabarettist
Prof. Dr. Rüdiger Lux, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Dr. Heinrich Magirius, Landeskonservator a.D.
Rainer Manertz, Sprecher Verbund Zerstörter Kirchen (VZK)
Prof. Kurt Ulrich Mayer, Rechtsanwalt
Dr. Robert Moore, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Gerd Mucke, stellv. Vorstandsvorsitzender des Paulinervereins e.V.
Jochen Müller-Berndorff, Notar i.R:
Günter Neubert, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Mareth Oldiges
Prof. Siegfried Pank, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Birgit und Michael Pommer, Pommer Spezialbetonbau GmbH
Ulrike Poppe, Bürgerrechtlerin
Silke Rahn, Vorstandsmitglied des Paulinervereins e.V.
Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann
Thorsten Reich, Vorstandsmitglied des Paulinervereins e.V.
Wilfried Richard, Vorstandsvorsitzender des Paulinervereins e.V.
Claus-Uwe Rothkegel, Rothkegel Baufachhandel, stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender Stadtrat Leipzig
Prof. Dr. Uwe Schirmer, Dechant und Domherr des Domkapitels Meißen
Friedrich Schorlemmer, Pfarrer a.D. Schlosskirche Lutherstadt Wittenberg
Thomaskantor Gotthold Schwarz, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Arnd Schulheiß, Maler und Grafiker
Werner Schulz, ehem. MdEP
Prof. Dr. Matthias Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Bernhard Stief, Pfarrer St. Nikolaikirche zu Leipzig
Dr. Ulrich Stötzner, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Dr. Jürgen Stückrad
Britta Taddiken, Pfarrerin an der Thomaskirche zu Leipzig
Dr. Wolfgang Thierse, MdB und Bundestagspräsident a.D.
Gabriele Tiefensee
Prof. David Timm, Universitätsmusikdirektor, Kurator der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Heinrich Timmerevers, Bischof Bistum Dresden Meissen
Katharina Turre
Prof. Ulrich Urban und Elke Urban, Kuratorin der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Arnold Vaatz, stellv. Vorsitzender der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion
Prof. Martin Christian Vogel, Hochschule f. Musik Detmold, Vorstand Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung
Dr. Natalie K. Watson
Dr. Annette Weidhas, stellv. Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Gunter Weißgerber, ehem. MdB
Karin Wieckhorst, Fotografin
Prof. Dr. Peter Zimmerling, Universitätsprediger, Kurator Stiftung „Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig“
Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann


und weitere über 1300 Personen, die sich bis dato schon der Change.org Petition „Wort halten“ angeschlossen haben.
https://www.change.org/p/rektorat-der-universität-leipzig-wort-halten

 
Kontakt:
Bürgerinitiativkreis "Wort halten"
c/o Stiftung "Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig"
Burgstr. 5
04109 Leipzig
info@stiftung-universitaetskirche.de

 


weiterführende Dokumentationen:
Offener Brief des Universitätspredigers im Original vom 29.09.2019
Schreiben des Bürgerinitiativkreises an die Universitätsleitung und Senatoren vom 10.09.2019
Auszug aus rechtswissenschaftlicher Abhandlung Goerlich/Schmidt zum Amt des Universitätspredigers


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