Ein Denkmal für den Befreier Berlins: Nikolai Bersarin

Ein Denkmal für den Befreier Berlins: Nikolai Bersarin

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Karl Rehbaum
Karl Rehbaum hat diese Petition unterschrieben.

Nachdenken über ein Denkmal

Diese Zeilen schreibe ich aus eigenem Anliegen, unaufgefordert. Es geht mir um die Erinnerung an einen Menschen, den ich nie kennenlernen konnte und dessen Name möglicherweise nicht vielen Berlinern geläufig ist: Nikolai Bersarin. Manche Ältere wissen, dass er 1945 für kurze Zeit der erste sowjetische Stadtkommandant war. Ich empfinde es noch immer als tragisch, dass er, der durch blutige Kämpfe Berlin erreichte, in der endlich befreienden Waffenruhe am 16.Juni bei einem Motoradunfall ums Leben kam. Nun, am 75. Jahrestag des Kriegsendes, erinnerte der Historiker Götz Aly, ihm sei Dank, an Bersarins Wirken für die Stadt: „Er hat Ordnung und Versorgung gesichert. Er entschied unideologisch und frei von Rachsucht. Er wollte Deutschen nicht antun, was Deutsche der sowjetischen Bevölkerung angetan haben.“ Ein begrüntes Rondell in Friedrichshain bekam dank öffentlichen Engagements seinen Namen. Aber mir ist nach wie vor unbegreiflich, dass dieser Mann nie eine angemessene Ehrung erfahren hat.

Umso mehr erfreut mich, dass jetzt Mitglieder eines Bersarin-Aktivs vorgeschlagen haben, dass ihm ein Ort des Gedenkens, ein Denkmal   errichtet werden sollte - wie Götz Aly meinte „am besten im Tiergarten, diesem hoch ambivalenten deutschen Ort“. Auch Kultursenator Klaus Lederer befürwortete die Idee, sagte dazu aber, dass es kein „Projekt von oben“ sein dürfe, sondern „viele sollen das wollen“. Dieser Denkanstoß ist der Anlass meines Schreibens. Ich hoffe, unter den ver.di-Senioren Mitstreiter zu finden, die gleich mir den Gedanken aufnehmen und sich für seine Umsetzung engagieren. Damit er an Breite gewinnt, Unterstützer findet. Es geht immerhin um einen wichtigen Teil unserer Geschichte. Und mir geht es darum, Nikolai Bersarin vor weiterem Vergessen zu bewahren.