Entgeltfortzahlung für Eltern während der aktuellen Schul- und KITA-Schließungen

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Ab 17.03.20 sind auch die Berliner Schulen und Kindertagesstätten auf unbestimmte Zeit geschlossen. Eine sinnvolle Maßnahme, die hoffentlich dazu beitragen wird, die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen. Leider tragen die betroffenen Familien allein die Kosten für diese Maßnahme, die zum Schutz der Gesellschaft getroffen wurde. Abhängig von ihrer Tätigkeit und dem Betreuungsbedarf der Kinder kann für einige Eltern Homeoffice eine Lösung sein. Viele aber werden ihrer Erwerbstätigkeit auf unbestimmte Zeit nicht nachgehen können. In meinen Augen ist die Betreuung der Kinder in dieser Notsituation keineswegs Privatsache, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die die betroffenen Eltern für uns alle erfüllen und bei der sie wiederum auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen sind. Diese Unterstützung sollte in Form einer Entgeltfortzahlung für ein Elternteil pro Familie mit Kindern unter 12 Jahren stattfinden. 

Viele Arbeitgeber haben sich bereits bereit erklärt, ihren Angestellten diese Form der Unterstützung zu gewähren. Aber ausgerechnet der Berliner Senat verweigert seinen Angestellten sowie den Angestellten öffentlich finanzierter Institutionen diese Unterstützung. Stattdessen schlägt er als Lösung vor, Erholungsurlaub für diese zusätzliche Betreuungszeit zu nehmen oder Arbeitszeitkonten vorübergehend zu belasten und die entstandenen Minusstunden "später" abzuarbeiten. Gerade für berufstätige Eltern mit kleinen Kindern sind diese Vorschläge unzumutbar, da sie auch "später" noch kleine Kinder haben werden und schon im normalen Alltag mit ihrer Zeit haushalten müssen, um Familie und Arbeit in Einklang zu bringen. Wie sollen sie da eine unbestimmte Zeit an Minusstunden abarbeiten? Auch ihren Urlaub werden sie "später" brauchen, um Schulferien und KITA-Schließzeiten abzudecken. 

Wir können diese Belastung nicht auf die Familien, die schwächsten Glieder der Gesellschaften, abwälzen. 

Ich fordere Sie deshalb auf, als Arbeitgeber mit gutem Beispiel voranzugehen und Ihren Angestellten die Betreuung ihrer Kinder unter Entgeltfortzahlung zu ermöglichen und dasselbe auch den Einrichtungen zu erlauben, die Zuwendungen der öffentlichen Hand erhalten.