Petition geschlossen.

STRAFANZEIGE GEGEN BESUCHER VERGNÜGUNGSPARKS UND TEILNEHMER GRUNDRECHTEDEMOS

Diese Petition hat 66 Unterschriften erreicht


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Mitstreiter und mit Betroffene,

mit dieser Corona-Petition kündige ich Strafanzeige wegen Körperverletzung/schwerer Körperverletzung gegen die Teilnehmer/innen und Besucher/innen der Anfang und Mai 2020  durchgeführten Grundrechtedemonstrationen und Ende Mai 2020 geöffneten Vergnügungsparks und deren Betreiber an. Die entsprechenden Strafanzeigen werden sich sowohl gegen "unbekannt", als auch gegen "bekannt" richten. 

Inwieweit sich die Behörden (Gerichte, Ortspolizeibehörden, Polizei) durch ihre Urteile, Erlaubnisbescheide und ihr laissez - faires Verhalten (Polizei) und - wie schon erwähnt - die Betreiber der Vergnügungsparks mit strafbar gemacht haben und noch strafbar machen, muss in diesem Zusammenhang geklärt werden.  

Ich selbst bin 68 Jahre alt und nehme zwar an den genannten Demonstrationen bewusst nicht teil, bin aber durch die Teilnehmer der Grundrechtedemonstrationen in so fern bedroht und gefährdet, als dass durch die teilweise durch sie hervorgerufenen sehr großen Menschenansammlungen  a) die zweite Welle der Corona-Pandemie, durch die ich gefährdet werde, regelrecht herausgefordert wird, und b) ich bei meinen Einkaufserledigungen  (auch mit Maske und Abstand) schon heute  einer höheren Gefahr, mich anzustecken, ausgesetzt bin.

PETERCHEN'S CORONA-FAHRT "Unglaubliches aus dem Ländle"
24. Mai, 2020 um 9:56 Uhr, Keine Kommentare


Es gibt Zeitgenossen (1), die können oder wollen grundsätzlich nicht differenziert denken und argumentieren und neigen gleichzeitig zum Pauschalisieren. Und - wie könnte es anders sein - gibt es anderseits auch solche Menschen (2), die sehr wohl unterscheiden können und nicht alles in einen Topf werfen. Seit einigen Wochen jedoch gibt es leider eine bisher mir nicht bekannte Schicht in der Gesellschaft (3), die zwar allgemein als gebildet und intelligent gilt, es jedoch aufgegeben hat bzw. aufgrund der Gegebenheiten schier nicht mehr in der Lage ist, verschiedentlich einzuordnen, was sich ereignet - und Spreu vom Weizen trennen können. Und das just zu der Zeit, wo wir allgemein von der Corona-Krise sprechen, welche die einen sehr ernst nehmen und die anderen sie aber leugnen. Um da noch übrig zu bleiben, um zu der kleinen Gruppe (4) zu gehören, die noch "durchblickt", weiterhin differenzieren kann und die Sache ernst nimmt, ohne dabei Gefahr zu laufen, als Hypochonder oder "Merkel-Regime-Treuer" abgestempelt zu werden, gehört mehr als nur Intelligenz dazu.

Das von mir Beschriebene ereignete und ereignet sich während der Corona-Krise 2020, ist aber dieser selbst nicht geschuldet, sondern dem Umgang der in unserer Gesellschaft Verantwortlichen und vom Bürger Gewählten mit der Krise. Und das gerade zum Anfang (also seit ~ dem 15. Februar) und zum "Ende" hin (seit ~ 10. Mai). Dabei richtet sich mein Augenmerk nicht auf  Entscheidungen, Maßnahmen und Vorkehrungen explizit, sondern auf die Botschaft der Widersprüchlichkeiten, die diese unter das Volk gebracht haben und immer noch bringen, daher auch zu erklären ist, dass der Einfältige und grundsätzlich Misstrauische und zu Verschwörungen Neigende zu dem Resultat kommen muss, es sei doch alles gar nicht schlimm und sowieso eine "Merkellüge". Und selbst jene, die bisher kühlen Kopf bewahrten, warnten und antizipierten, kommen teilweise ins "Wanken" und fragen sich, ob sie einem "R-Faktor" glauben sollen, oder ob nicht doch eher der "VA-Faktor" (VerArsche) der richtigere sei.


Aktuelles Beispiel vom Wochenende (Fr.) aus Baden-Württemberg. Gestern ließ der Gesundheitsminister des "Ländle", der Ravensburger Manne Lucha verkünden, dass aufgrund der Corona-Krise womöglich auch die Weihnachtsmärkte 2020 (November/Dezember 2020) und die "Fastnächte" 2021 (Rosenmontag am 15. Februar) nicht statt finden werden können. Wobei die hiesige Presse, ihm das Wort "drohen" in den Mund legte, was zeigt, wie die dortigen Redakteur/*innen "ticken", und sich der Macht ihrer Worte nicht immer bewusst sind.  --- --- ---


Einen Tag später (heute) titelt die Zeitung "Am 29. Mai dürfen Freizeitparks wie Europapark, Spieleland, Legoland, Tripsdrill, Center Parcs, Traumland und Skyline Park wieder öffnen. Alle wichtigen Infos für Besucher gibt es hier." Dabei bringt sie zu dem Artikel folgendes Bild *) von Vater und Sohn in einem der Freizeitparks, das ich mir "erlaubt" habe zu "bearbeiten" (1 Bild sagt mehr als 1.000 Worte). Bereits vor drei Wochen gab es diese Ankündigung, wozu ich einen entsprechenden längeren Kommentar geschrieben hatte.


Regionale-Bemerkung. Ich gehe davon aus, wie ich bereits schon an anderer Stelle geschrieben hatte, dass unter dieser Prämisse auch 2021 das Ravensburger Rutenfest nicht stattfinden kann - vor allem dann, wenn die Gesellschaft ihre Vernunft ab der nächsten Woche an der "Garderobe des Vergnügens"abgibt.


Ich bin nicht besonders klug, sondern weise lediglich einen Durchschnitts-IQ auf. Womöglich ist diese Tatsache der Grund dafür, dass ich eine Konvergenz bei beiden politischen Erklärungen, die nur 20 Stunden auseinander liegen, nicht erkennen kann, sondern ganz gegenteilig eine frappante und entlarvende Divergenz, Antinomie und einen nicht hinnehmbaren Kontrast. Ist das womöglich ein Neo-Dualismus der Politiker, Virologen und Epidemiologen, den der Bürger zu schlucken hat, oder ist das einfach nur Verzweiflung und/oder Dummheit? 


Wenn ich (ich traue mir zu, Manne Lucha zumindest an dieser Stelle zu verstehen) davon ausgehen muss, dass sowohl im Dezember 2020 (in 200 Tagen) und auch im Februar 2021 (in 250 Tagen), das Covid-Sars-2-Virus im "Ländle" noch in der Weise sein Unwesen treiben könnte (realer Konjunktiv) und also so grassiert und zirkuliert, dass große Menschenansammlungen dann verboten werden - wie kann es dann zu dem faktischen Imperativ der Vergnügungsparks "Lasset die Kindlein und Eltern zu mir kommen" - erlaubt von denselben Politikern - kommen? Und zwar bereits Ende Mai 2020 (6 Tage)?? Vorsichtsmaßnahmen hin oder her - völlig widersinnig und unverantwortlich ist das - trotz aller "Schranken".

Im Namen der Vernunft und der gegenseitigen Verantwortung,

Stefan Weinert, 88212 Ravensburg (D) 
Mit Respekt und Freundlichkeit 
       

Theologe - Publizist - Sozialberater
---------------------------------------------------
      Stefan Weinert, D - 88212 Ravensburg

     http://rath-aus-ravensburg.mozello.com/
 
-------------------------------------------------


Juristische Begründung

I. Strafbarkeit wegen gefährlicher Körperverletzung §§ 223, 224 StGB

Wer eine andere Person mit dem Coronavirus infiziert, der erfüllt den objektiven Tatbestand der Körperverletzung – und dies selbst dann, wenn der Infizierte über keinerlei Symptome klagt. Zwar erfordert eine körperliche Misshandlung spürbare Folgen der Infektion. Eine Gesundheitsschädigungliegt aber bereits in der Infektion mit einer nicht ganz unerheblichen Krankheit selbst, in deren Folge der betroffene auch selbst infektiös sein kann (vgl. BGH, Urteil vom 04-11-1988 – 1 StR 262/88).

Ggf. kann auch eine Strafbarkeit nach § 224 StGB wegen gefährlicher Körperverletzung vorliegen. In Betracht kommt die Beibringung eines anderen gesundheitsschädlichen Stoffes (Nr. 1, 2. Alt.) sowie eine lebensgefährliche Behandlung (Nr. 5).

Nach hM. sind Erreger von Krankheiten als gesundheitsschädliche Stoffe iSd. § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB anzusehen (statt vieler Schönke/Schröder/Sternberg-Lieben, 30. Aufl. 2019, StGB § 224 Rn. 2c). Um in Bagatellfälle unangemessen hohen Strafe und einen Wertungswiderspruch mit den Nr. 2-5 zu vermeiden, ist über den Wortlaut hinaus erforderlich, dass die Substanz nach ihrer Art und dem konkreten Einsatz zur Verursachung einer erheblichen Gesundheitsschädigung geeignet ist. Nur so kann die gegenüber dem Grundtatbestand des § 223 StGB massive Strafrahmenerhöhung gerechtfertigt werden. Auch wenn einige die Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus in einigen Fällen milde verläuft, so ist der Virus dennoch jedenfalls geeignet, eine erhebliche Gesundheitsschädigung hervorzurufen.

Zudem kann eine lebensgefährdende Behandlung gemäß Nr. 5 vorliegen. Nach hM. ist keine konkrete Lebensgefahr erforderlich, sondern eine abstrakte Lebensgefahr ausreichend. Schließlich setzten auch die Nr. 1-4 abstrakte Gefahren unter die erhöhte Strafe. Zudem steht im Fokus des Wortlauts gerade die lebensgefährliche Behandlung, also nicht der konkrete Erfolg. An der abstrakten Lebensgefährlichkeit der Ansteckung mit dem Coronavirus kann gezweifelt werden, weil die Krankheit nur in Ausnahmefällen tödlich verläuft. Dies ist bislang in der Regel nur bei älteren Menschen, sowie Personen mit Vorerkrankungen der Fall – sog. Risikogruppe. Ob eine Strafbarkeit nach § 224 Abs. 1 Nr. 5 StBG vorliegt, kann daher nur anhand des konkreten Einzelfalls beurteilt werden. Maßgeblich ist die individuelle Schädlichkeit der Einwirkung gegen den Körper des Verletzten (BGH, Beschluss vom 16. 1. 2013 –2 StR 520/12) unter Berücksichtigung von Alter und Vorerkrankung des Opfers (Schönke/Schröder/Sternberg-Lieben, 30. Aufl. 2019, StGB § 224Rn. 12). Die Infizierung einer Person, die zur Risikogruppe zählt, stellt somit eine lebensgefährliche Behandlung dar, die Infizierung einer sonstigen Person dagegen nicht.

Eine Strafbarkeit wegen vorsätzlicher Körperverletzung wird in der Praxis oftmals am fehlenden Vorsatz scheitern. Ausreichend ist jedoch – wie sonst auch – dolus eventualis. Es kommt also in einer Klausur auf den Klassiker, dieAbgrenzung des bedingten Vorsatzes zur bewussten Fahrlässigkeit,an (siehe dazu ausführlich unser Beitrag hier). Erkennt der Täter das Risiko einer Ansteckung anderer Personen und nimmt er dieses Risiko billigend in Kauf, so ist der Vorsatz zu bejahen. Vertraut er aber darauf, niemanden zu infizieren, ist ihm mangels Vorsatz nur ein Fahrlässigkeitsvorwurf zu machen.

II. Fahrlässige Körperverletzung § 229 StGB

Eine fahrlässige Körperverletzung dürfte jedenfalls dann zu bejahen sein, wenn der Täter von seiner eigenen Infektion wusste, oder zumindest aufgrund von engen Kontakt zu einer infizierten Person oder eigener Symptome mit der ernsthaften Möglichkeit einer Erkrankung rechnen musste, und dennoch in Kontakt mit anderen Personen trat, die er infolge dessen ansteckte. Ohne konkreten Anhaltspunkt bezüglich einer eigenen Erkrankung dürfte eine Strafbarkeit wohl ausscheiden.

III. Strafbarkeit bei tödlichem Krankheitsverlauf

Führt die Infektion zum Tod des Opfers, so hat sich der Täter bei Vorsatz sogar wegen Totschlag nach § 212 StGB oder sogar wegen Mord  nach § 211 StGBstrafbar gemacht. Als Mordmerkmale kommen insbesondere Heimtücke undgemeingefährliche Mittel in Betracht. Letzteres könnte anzunehmen sein, wenn sich der Täter trotz eigener Infektion in eine Menschenmenge begibt, bspw. an einer Party teilnimmt, wo er zugleich mit einer Vielzahl an Personen engen Kontakt hat. Ob eine Heimtücke trotz der aktuellen, allgemein bekannten Gefährdungslage angenommen werden kann, ist fraglich. Es könnte an der Arglosigkeit fehlen, wenn bei einer derart weit verbreiteten Pandemie grundsätzlich jederzeit mit dem Risiko einer Infektion gerechnet werden muss.

Fehlt es wiederum am Vorsatz, so kann er sich nach § 222 StGB wegenfahrlässiger Tötung strafbar gemacht haben. Handelt der Täter vorsätzlich bezüglich einer Körperverletzung, nicht hingegen hinsichtlich des tödlichen Verlaufs, so ist er strafbar wegen Körperverletzung mit Todesfolge gemäߧ 227 StGB.

IV. Strafbarkeit wegen Versuch

Selbst wenn der Täter tatsächlich keine andere Person infiziert, so scheidet dadurch seine Strafbarkeit nicht von vorneherein aus. Rechnete er damit, andere anzustecken oder nahm er dies billigend in Kauf, so ist er mindestens wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung strafbar. Nahm er zudem auch den möglichen Tod einer anderen Person in Kauf, liegt eine Strafbarkeit wegen versuchtem Totschlag (oder sogar Mord) vor.

V. Strafbarkeit eines Richters wegen Durchführung der Verhandlung während Corona-Pandemie

In dem prominenten Fall der Anzeige gegen den Münchener Richter wird die denkbare Strafbarkeit wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung wohl mangels nachweisbaren Vorsatzes ausscheiden. In einer Klausur wäre in einem solchen Fall zudem die objektive Zurechnung einer Infektion zu thematisieren, wenn diese nicht von dem Täter (hier dem Richter) selbst ausgeht. Diese könnte aufgrund des Dazwischentretens Dritter – dem bereits infizierten Teilnehmer der Verhandlung – ausscheiden. Dies dürfte ebenso zu diskutieren sein, wenn es um die Strafbarkeit der Veranstaltersonstiger Massenzusammenkünfte (bspw. Corona-Partys) geht, bei der es zur Infizierung zwischen den Teilnehmern kommt. Zudem könnte im Fall des Richters die objektive Zurechnung aufgrund sozialadäquaten Verhaltensscheitern. Darüber, inwiefern eine Verhandlung während der aktuellen Pandemie noch sozialadäquat ist, kann aber durchaus gestritten werden. Zwei Münchener Anwälte scheiterten mit einem Eilantrag vor dem BVerfG, mit dem sie weitere Verhandlungen verhindern wollten.

VI. Summa

Die Ansteckung anderer Personen mit dem Coronavirus erfüllt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung §§ 223, 224 Nr. 1, 2. Alt. (bei Personen der Risikogruppe zusätzlich Nr. 5), bei tödlichem Verlauf kommt sogar eine Strafbarkeit wegen Todschlag § 212 StGB oder Mord § 211 StGB in Betracht.

Auch wer sich dieser Folge – etwa mangels Kenntnis der eigenen Infektion – nicht bewusst ist, kann sich wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung § 229 StGB bzw. § 222 StGB strafbar machen.

Nahm der Täter billigend in Kauf, andere Personen anzustecken, so ist er dann, wenn er tatsächlich niemanden infiziert, aus Versuch zu bestrafen. - juraexamen.de
---------------------------------------------------------------------------------------


Anlagen


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Winfried Kretschmann,
sehr geehrter Herr Innenminister Thomas Strobl,
sehr geehrter Herr Polizeipräsident Uwe Stürmer,


ich erinnere an meine E-Mails vom 3. Mai und vom 8.Mai 2020 (Anhang) und fordere Sie als Bürger und Wähler und systemrelevanter Ehrenamtlicher mit hohem Engagement und bis zur Rente auch beruflich sozial-karitativ tätiger Pastoralreferent und Flüchtlingsbetreuer auf, die von Ihnen von der Wirtschaft und dem Gesellschaftsdruck affizierten Lockerungen, Öffnungen und Erlaubnisse für Demonstrationen umgehend  zurückzunehmen. Vor einer (1) Woche lag "R" soweit unter "1", dass sich der RKI-Chef dazu hinreißen ließ, uns alle dafür zu beglückwünschen, da wir uns an die Regeln gehalten hätten. Schon vor sieben Tagen  fand ich das sehr hochmütig (kommt vor dem Fall). Heute liegt "R" bei 1,1 mit steigender Tendenz und die Mitarbeiter/innen der Schlachthöfe werden leider dazu beitragen, dass dieser gegen 1,5 steigt. Ich habe schon immer gewarnt und mitgerechnet und auch den "Verhältnis-Quotienten" ins Spiel gebracht. Den Begriff "exponentiell" hatten wir schon aus unserem Wortschatz gestrichen ...

Ich habe absolut kein Verständnis für den Demonstrationserlaub unter dieser Prämisse, schon gar nicht dafür, dass die Ravensburger Polizei nicht einschreitet, wenn die genehmigte Teilnehmerzahl überschritten wird. Ein Versagen des Staates - von Stuttgart bis in die Ravensburger  Gartenstrasse und ins Rathaus.

Aber nicht nur in Baden-Württemberg bröckeln die Mauern der Corona-Bastille. Der bayrische Söderalismus ist Geschichte und MP Laschet spielt "Corro". Das RKI zieht sich auf sein Altenteil zurück und der Rest der Republik hat sich in ein Schachbrett verwandelt, auf dem Bürger*innen verschoben werden, wie es den jeweiligen König/innen gefällt.

Bitte greifen Sie endlich ein und durch, und machen Sie vor allem den Ego-Demokraten klar, dass uns allen  "Freiheit im Grab" nicht wirklich hilft. - Danke!

MG, Stefan Weinert
-------------------------------------------------------------------------------------------


Servus,

ganz aktuell (Mai 2020) bilden sich Gruppen von Menschen, die auf der Strasse und in den sozialen Medien gegen die - aus ihrer Sicht - Beschneidung ihrer Menschenrechte, gegen einen - aus ihrer Sicht - totalitär werden (und eigentlich schon immer so seienden) Staat und für die strikte Einhaltung des Deutschen Grundgesetzes, kämpfen, streiten, rebellieren und demonstrieren. Und das, obwohl es mitten in einer epidemiologisch geschwängerten Zeit ein gefährliches Vabanquespiel ist. Sigmund Freud würde diese Gruppierungen nicht mit "natürlicher Menge" bezeichnen, sondern mit "künstlicher Masse". Bei den unterschiedlichsten Merkmalen von "Massen" stellte Freud gerade das "Künstliche" (nicht Künstlerische) hervor. Zu seiner Zeit .nannte er als Beispiel für letztere die Kirchen und das Heer. Diese künstlichen Massen bedürfen eines bestimmten und dauerhaften Zwanges, um zusammen gehalten zu werden.

Die Zugehörigkeit zu einer künstlichen Masse verspricht dem einzelnen Mitglied (Individuum?) Zugänglichkeit zu bisher verschlossenen aggressiven und libidinösen Triebbefriedigungen. Gleichzeitig aber sind jene Massenmitglieder für rationale Einwände taub und nicht - im Gegensatz zum Einzelnen - für die "Couch" zu gewinnen, auf der sie bereit wären, analytische Bemerkungen zu ihrer Person zuzulassen und selbst über ihr Inneres selbstkritisch zu reden.

Durch ihren im wahrsten Sinne des Wortes "besinnungslosen" Aktionismus gefährdet sich die Masse aber auch selbst. Der Vergleich mit den animalischen Lemmingen, die gemeinsam zu den Klippen wandern und sich dort gegenseitig in die Tiefe stoßen, ist keinesfalls abwegig. Dieses Bild ist dramatisch und so in den Jahren 1933 bis 45 beim "arischen homo sapiens" geschehen. Keiner von uns kann bei der Ungleichförmigkeit des Bewusstseinszustandes der heute lebenden Menschheits-Menge (7,5 Milliarden .- 1933: 2,1 Milliarden) absehen, welche "Massenbewegungen" es zukünftig geben wird. 

Eine Massenbildung hat immer eine inner seelische Verhaltensveränderung sowohl des Massenmitgliedes als auch der Masse selbst  zur Folge und sie ist stark mit der Rolle eines Führers und/oder mit der entsprechenden tragenden Idee verknüpft. Die Mitglieder dieser Massen werden mit ausgeklügelten Propagandatechniken in einer affektiven und ängstlichen Dauerspannung gehalten womit verhindert wird, dass das psychische Bindemittel gemeinsamer Affekte erkaltet und an Kraft verliert. Freud meinte bereits 1921 (!) "Wenn eine andere Massenbindung an die Stelle der religiösen tritt, so wird sich die gleiche Intoleranz gegen die Außenstehenden ergeben, wie im Zeitalter der Religionskriege  ... würde sich das Resultat  ...  wiederholen." 

Die hoch organisierte künstliche "Masse" schart sich um einen Führer oder um eine Idee. Die Mitglieder der Masse sind der Illusion und des Glaubens verfallen, es gäbe da einen wirklich existierenden charismatischen Führer, der jeden einzelnen mit gleicher Liebe liebt. An dieser Illusion aber hängt alles. Ließe man diese Illusion fallen oder verlöre sie, würde sich die Masse - vorausgesetzt die äußeren Umstände erlauben es - sofort auflösen. 

Bei den eher unorganisierten spontanen Massen ist die Gefahr in den Zerfall von "Mengen" am stärksten. Hier bedarf es immer wieder erheblich taktischen Geschicks und Stimulanz, um der affektive Erschöpfung der Massen entgegenzuwirken und sie abzuwenden. 

"Vernunft führt niemals zur Masse, sondern sie führt zur umfangreichen Menschlichkeit." (emanon)

MfG, Stefan Weinert
--------------------------------------------------------------------------


Wenn ich mir die Bilder der Demonstrationen gegen die Einschränkung der Bürgerrechte in Stuttgart  und Berlin und Wangen/Allgäu anschaue und mir die Argumente der "Protestanten" anhöre (1. und 2. Mai 2020 und schon zuvor), dann empfinde ich nicht nur Wut und Ungerechtigkeit, sondern auch eine gewisse Abscheu. Wer mich ein wenig kennt weiß, dass ich zwar zum politischen linken und sehr Politik kritischem Spektrum gehöre, aber dennoch ein bewusster Demokrat bin und mich als Humanist verstehe. Dennoch und deshalb geht es mir so, wie oben beschrieben. 

Ich habe für diese politik-paranoiden Demonstranten (wir leben nicht in der DDR), die meinen, die Politik wolle uns grundsätzlich und für immer gewisser verbriefter Rechte berauben, und die die Einforderung "ihres Rechtes heute" der "Verantwortung anderer gegenüber und  Gesundheit Morgen" höher achten, keine Verständnis. Da stehen hunderte "mündige" Bürger*innen, ohne Mundschutz mit 10 Personen auf  auf 12 m², was alleine schon mit "Mündigkeit" nichts zu tun hat. "Mündigkeit" ist immer von Vernunft (Kant) bestimmt, nicht aber ist sie von Angst, Misstrauen und Verfolgungswahn getrieben. 

Wenn ich diese Woche mal wieder (alle 14 Tage einmal)  in meinen Supermarkt gehe, dann MUSS ich meine Maske aufsetzen, weil ich mich ohne sie als "unverantwortlich und unsolidarisch" erweisen würde und wahrscheinlich erst gar nicht Einlass erhielte. Das ist gegen die Gleichbehandlung - auch wenn das eine in der "Natur" (Demos auf engstem Raum ohne Maske) ist und das andere in dem "das Leben Erhaltende" ist. 

Im Gegensatz zu Walter Ulbricht, der noch am 12. August 1961 meinte: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen", und sie aber schon längst "in Auftrag" gegeben hatte (siehe 13. August 1961), wird in der Bundesrepublik Deutschland (wir sind wie gesagt nicht die DDR und haben auch keinen "Kanzler" Trump) mit unseren Bürgerrechten nicht so umgegangen. Aber statt "Glaube" gibt es da nur "Misstrauen". 

Wie gesagt, bin ich ein sehr kritischer Geist, der gegenüber der Politik viel zu "meckern" und anzuprangern hat, dabei jedoch nicht mit Verbesserungsvorschlägen und Initiativen geizt. - Aber ich bin keiner mit einer schon chronisch gewordene Antihaltung, die von der Politik nur noch Schlechtes und Hinterhältiges erwartet und das objektiv Gute (das es tatsächlich auch gibt, auch und gerade in der Corona-Krise) durch seine wie auch immer gefärbte "Brille" schon gar nicht mehr wahrnimmt und/oder ausblendet. 

Was Corona anbetrifft - sage nicht ich, sondern - sagen die Virologen, Epidemiologen, die Statistiker und Mathematiker: Die zweite (und womöglich auch die dritte) Welle wird grundsätzlich kommen. Ich sage, sie wird um so mehr, schneller und stärker kommen, je mehr die Lage nicht ernst genommen wird, Verschwörung gesehen  werden und Bürger*innen ihre eigentliche demokratische Verantwortung nicht übernehmen. 

Es ist übrigens traurig, dass sich die Politik und die Justiz mit ihren Entscheidungen und zu frühen Lockerungen, von der Wirtschaft und Teilen der Gesellschaft unter Druck setzen lassen. Das hatte und hat die entsprechende Wirkung eines Katalysators (zur Erinnerung: Katalysator = die Reaktionsgeschwindigkeit wird durch die Senkung der Aktivierungsenergie beschleunigt).                                                                                                        

         

 Mit Respekt und Freundlichkeit 
       

Theologe - Publizist - Sozialberater
---------------------------------------------------
      Stefan Weinert, D - 88212 Ravensburg

     http://rath-aus-ravensburg.mozello.com/

                  
       

           

 

 



Heute: Stefan verlässt sich auf Sie

Stefan Weinert benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Rechtsanwalt: STRAFANZEIGE GEGEN BESUCHER VERGNÜGUNGSPARKS UND TEILNEHMER GRUNDRECHTEDEMOS”. Jetzt machen Sie Stefan und 65 Unterstützer*innen mit.