Rücktritt von Dr. Susanne Eisenmann als Kultusministerin für Baden-Württemberg.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass es bei dem diesjährigen Englisch Abitur gewisse Diskrepanzen gab, welche in der folgenden Petition bereits detailliert aufgeführt wurden: Englisch Abitur 2018 Baden-Württemberg unfair! Daher möchten wir hier nicht weiter darauf eingehen.

Das Kultusministerium bezog hinsichtlich dieser Petition Stellung, jedoch sind einige Aussagen der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann unserer Meinung nach sehr fragwürdig und sollten nochmals genauer betrachtet werden.

Alle folgenden Zitate wurden der Antwort des Kultusministeriums entnommen.

 

1. Kritisierte Aufgabe stammt aus ländergemeinsamem IQB-Aufgabenpool und wurde auch in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt - Niveau der Aufgabe nach umfassender Prüfung angemessen

Hierzu sei zu sagen, dass den Schülern aus Mecklenburg-Vorpommern zum einen 60 Minuten mehr Zeit zur Verfügung stand und zum anderen ein zweisprachiges Wörterbuch verwendet werden durfte. Dadurch ergab sich für die Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern ein klarer Vorteil, welcher offensichtlich unterschlagen wurde.
Weiterhin hatte der Leistungskurs Englisch in Mecklenburg-Vorpommern die Wahl zwischen dem poetischen Buchtext, welcher in Baden-Württemberg dran kam, oder einem Sachtext. Diese Wahl hatten Schüler aus Baden-Württemberg nicht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es keine Beschwerden aus Mecklenburg-Vorpommern gibt.

Wir finden es sehr traurig, dass durch das Auslassen wichtiger Fakten versucht wurde, den Eindruck zu vermitteln, als hätten die Schüler beider Bundesländer die gleichen Chancen gehabt. Dies lässt die Schüler aus Baden-Württemberg in schlechtem Licht dastehen, obwohl sich diese durchaus berechtigt für ein faires Abitur einsetzen.

Außerdem stellt sich die Frage, seit wann Mecklenburg-Vorpommern als Maßstab für Baden-Württemberg herangezogen wird.

Unter folgenden Links sind die Bedingungen für das Abitur in Baden-Württemberg und in Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

 

2. „Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Lehrkräfte ihren Ermessensspielraum bei der Korrektur verantwortungsvoll und ausgewogen ausschöpfen.

Frau Dr. Susanne Eisenmann entzieht sich der Verantwortung und schiebt diese den Lehrern zu, was in unseren Augen ein Armutszeugnis ist! Abgesehen von der Tatsache, dass es bei der Reading Comprehension keinen Ermessensspielraum gibt, welchen die Lehrkräfte „verantwortungsvoll und ausgewogen ausschöpfen“ könnten, wurde kein Wort über die unfaire Verteilung der Verrechnungspunkte verloren. Diese wurde ebenfalls in der Petition Englisch Abitur 2018 Baden-Württemberg unfair! unter dem dritten Punkt angeführt. Stattdessen wird am Thema vorbeigeredet.

Was soll eigentlich mit dieser Aussage zum Ausdruck gebracht werden? Waren die Aufgaben etwa doch zu schwer und die Lehrer sollen nun großzügiger mit der Vergabe der Punkte sein? Wenn die Großzügigkeit der Lehrer nun über die Noten der Schüler bestimmt, muss man sich letztendlich auch nicht um Chancengleichheit bemühen, denn diese wird dadurch zunichtegemacht.

 

3. Zwar sind die heute vom Kultusministerium hinzugezogenen externen Fachberater zu dem Ergebnis gekommen, dass der Haupttermin 2018 anspruchsvoller war, als die Klausuren der Jahre zuvor. Indes seien die Aufgaben in jedem Falle machbar gewesen.

Auch hier zeigt sich, dass auf Chancengleichheit augenscheinlich kein Wert mehr gelegt wird. Schülern dieses Jahrganges wird es erschwert, einen Numerus clausus zu erreichen. Zudem ist die Aussage „die Aufgaben [seien] in jedem Falle machbar gewesen“ mehr als wage und unbefriedigend. Es geht hier nicht um die Machbarkeit der Aufgaben, sondern um deren Vergleichbarkeit.

 

4. Der als vermeintlich schwierig eingestufte Prüfungsteil „Analysis“ mache außerdem nur 15 Prozent der schriftlichen Abiturnote Englisch aus.

Wenn der besagte Prüfungsteil für die Note so unbedeutend ist, dann hätte dieser auch gleich weggelassen werden können. Dieses Argument ist einfach nur schlecht.
Außerdem sind 10 Verrechnungspunkte (VP) von 60 VP aufgerundet 17 und nicht 15 Prozent. Das Problem wird hier heruntergespielt, weshalb es verständlich ist, dass man sich als Schüler nach solchen Aussagen hinters Licht geführt fühlt.

 

5. Am Dienstag machte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) deutlich, dass sie nicht gewillt ist, auf weitere Kritik von Schülerinnen und Schülern am Englisch-Abitur zu reagieren. [swr.de]

Allem Anschein nach hat Frau Eisenmann vergessen, welche Funktion Sie als Politikerin einnimmt. Dass Sie sich in einer solch ignoranten Art über die Schüler hinwegsetzt, ist unserer Meinung nach ein weiteres Armutszeugnis und zeigt, dass Frau Dr. Susanne Eisenmann nicht für das Amt als Kultusministerin geeignet ist.

 

Die Reaktion auf Fragen von Schülern hat erneut gezeigt, dass Frau Eisenmann nicht in der Lage ist, Debatten zu führen oder sich Kritik in angemessenem Tonfall zu stellen. Im Gegensatz zu den Schülern, welche Ihr mit Respekt gegenübergetreten sind, scheint die Kultusministerin sich selbst nicht beherrschen zu können. Stattdessen werden die Schüler von Ihr mehrfach mit „ja, ja, ich habe das verstanden“ oder anderen Zwischenrufen unterbrochen. Es wäre schön gewesen, wenn Sie den Schülern etwas mehr Verständnis entgegengebracht hätte. Das bedeutet nicht, dass Sie mit den Aussagen d'accord sein muss, jedoch kann und sollte man als Kultusministerin einen professionelleren und niveauvolleren Umgang an den Tag legen.

Die Schüler verdienen unseren größten Respekt, dass sie trotz vermutlicher Frustration und Ärgernis so ruhig geblieben sind und gezeigt haben, dass Reife nicht nur mit dem Alter kommt.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass auf die Kritikpunkte der Petition fast nicht eingegangen wurde und die Tatsache, dass sich mittlerweile über 30.000 Schüler an der Petition beteiligt haben, wird mit Füßen getreten. Stattdessen wurde mit einer schlechten Argumentationsstrategie versucht, die Abiturienten zu beschwichtigen, wobei am Ende alles beim Alten bleibt.

Wir zweifeln daher die Kompetenz der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann an und bitten Sie höflichst, Ihren Rücktritt unverzüglich zu erklären.

Vielen Dank

 

Bitte bleibt in den Kommentaren freundlich und sachlich.



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