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Margot Schlönzke
Margot Schlönzke hat diese Petition unterzeichnet.

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Am 26.06.2019 gab ProSieben bekannt, dass Heidi Klum als Moderatorin/Jurorin für die deutsche Version von RuPauls Dragrace eingesetzt werden soll.

Ausdrücklich begrüßen wir die Entscheidung, dass dieses Format nach Deutschland kommt und möchten dies auch erfolgreich produziert und gut umgesetzt sehen.

Mit der Wahl eines Teils der Jurymitglieder haben wir jedoch große Schwierigkeiten. Insbesondere die Wahl Heidi Klum in die Jury zu nehmen stößt bei uns auf große Ablehnung. Heidi Klum hat von Drag, der dazugehörigen Historie, der Lebenseinstellung, der Identität, der Drag-Kultur, der Szene und der gesamten Branche absolut keine Ahnung.

Wir sehen es als problematisch an, wenn mit Heidi Klum als Frontfigur und Vermarktungsgesicht der deutschen Ausgabe der Ausverkauf der Drag-Community an ein heteronormatives Publikum zu dessen bloßer Belustigung auf Kosten der Teilnehmer*Innen und der gesamten Drag-Community vorprogrammiert ist. Es geht nicht mehr darum eine gute, qualitativ hochwertige, informative oder aufklärerisch wirkende Sendung mit Niveau zu machen, wie es das Original bietet, es geht vielmehr um das Keifen, das persönliche Drama, die bloße Zurschaustellung übelster und erwarteter Klischees. Die Teilnehmer*Innen sind dort nur noch Mittel zum Zweck. Qualität wird geopfert, um die Quote durch Bedienen des gesellschaftlichen Voyeurismus zu retten. Der eigentlich und wirklich wichtige Aufklärungscharakter und das vorurteilsfreie Heranführen an diese Szene und deren großartige Bandbreite gehen verloren.

Wir sehen es als problematisch an, dass eine heteronormative weiße Frau, die bisher keinerlei nennenswerte sichtbare Verbindung zur Drag-Community hatte und bisher auch nicht das Leben einer Drag gelebt hat, nun der deutschen Version der wahrscheinlich erfolgreichsten queeren Sendereihe vorsitzen soll und damit Geld verdienen wird. Dies geht unserer Ansicht nach über eine „kulturelle Aneignung“ hinaus, wir sehen dies als kulturellen Missbrauch!

Wir sehen es als problematisch an, wenn zwar endlich mal im deutschen Fernsehen ein queeres Format produziert wird, aber schon die Frontfigur alles andere als queer ist und durch ein heteronormatives weibliches cis-Gesicht der aktuellen deutschen TV-Welt ersetzt wird.

Wir sehen es als problematisch an, wenn ein Sender, wie ProSieben aus der großen Auswahl queerer Persönlichkeiten im deutschsprachigem Raum die große Chance verpasst neue tolle queere Leute aufzubauen. Oder wenigsten aus dem umfangreichen Pool bekannter queerer und der Drag-Community nahestehende Persönlichkeiten Repräsentanten und Gesichter als Galionsfiguren für ein solch großartiges Format zu gewinnen. Wenn man doch lieber mit bekannten und erfahrene queeren Menschen arbeiten möchte, warum dann nicht mit Guido Maria Kretschmar, Ralph Morgenstern, René Koch, Lilo Wanders, Hella von Sinnen, Gayle Tufts, Desirée Nick, Julian F.M. Stoeckel, Harald Glööckler oder am Ende noch mal Georg Preuße als „Mary“ dafür reaktivieren? An potentiellen, kompetenten, queeren Möglichkeiten mangelt es in Deutschland nun wirklich nicht.

 

Wir fordern ProSieben dazu auf die Besetzung der Jury bei "Queen of Drags“ mit Heidi Klum zu überdenken und sie durch eine queere Person zu ersetzen, beispielsweise durch Conchita Wurst, die als echte queere Person bereits alsNebenjurorin vorgesehen ist.
#QueenOfDrags #ProSieben


Zu uns:
Wir, das sind Ryan Stecken (DragKing, Boy-Tunte, Sänger und Aktivist) und Margot Schlönzke (Polit-Tunte, Sängerin und Entertainerin), sind seit vielen Jahren in der Community künstlerisch und politisch unterwegs und haben uns auf die deutsche Ausgabe von RPDR sehr gefreut. Wir hofften auf ein queeres Format mit queeren Protagonisten vor einer Queer-kompetenten Jury. ProSieben hatte die Chance gehabt das durch und durch queere Original-Konzept mit einer queeren Frontperson zu einem Erfolg werden zu lassen. Mit der Entscheidung stattdessen Heidi Klum zu positionieren hat ProSieben eine Ohrfeige ins Gesicht all derer gepfeffert, die seit 50 Jahren kämpfen, dass die LGBTIQ-Community - exakt 50 Jahre nach Stonewall - sogar darum kämpfen muss selbst in den offensichtlichsten Momenten ernsthaft berücksichtigt zu werden und nicht nur als Beiwerk zur Belustigung dienen zu dürfen.

Aus diesen vielen Gründen haben wir uns entschieden diese Petition zu starten.

Ryan Stecken & Margot Schlönzke