Menschenrecht auf hochwertige, inklusive Bildung für alle Lernenden

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Menschenrecht auf hochwertige, inklusive Bildung für alle Lernenden

Inklusion ist ein Menschenrecht. Alle haben das gleiche Recht auf Bildung und Nicht-Diskriminierung.

Diesen Dienstag, 26.03.2019 ist es zehn Jahre her, dass Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und damit versprochen hat, dass Kinder mit Behinderungen das gleiche Recht auf Bildung in den Regelschulen bekommen wie alle anderen Kinder auch.

Nur so ist es möglich, dass behinderte Kinder nicht weiter von der Gesellschaft isoliert werden und den für sie bestmöglichen Schulabschluss schaffen können. Dafür brauchen behinderte Schüler die Möglichkeit innerhalb der Gesellschaft lernen und leben zu dürfen. Ich spreche hier von eigenen Erfahrungen.

Behinderte Kinder haben seit 2009 das Recht auf eine wohnortnahe, hochwertige und inklusive Bildung innerhalb des Regelschulsystems, da Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat und sich somit dazu verpflichtet hat.

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEUG-30b?hl=true

Wir haben den Eindruck, dass Deutschland/Bayern die inklusive Schulentwicklung nicht im angemessen Umfang entwickelt hat und es mancherorts sogar verhindert wird, weil die Behindertenstrukturen der Aussonderung weiterhin bestehen bleiben und die Mitarbeiter im Bereich der Inklusion nicht geschult werden.

Inklusionskindern wird der Zugang zu den Regelschulen erschwert. Es gibt kaum unabhängige Beratungsstellen oder unabhängige Beschwerdestellen für Eltern behinderter Kinder. Noch immer wird die Sonderschule als besserer Lernort empfohlen, da an den Regelschulen die Ressourcen fehlen, obwohl in den Studien mehrfach nachgewiesen wurde, dass der inklusive Schulplatz für behinderte Kinder der besserer Förderort ist und nichtbehinderte Kinder sozial davon profitieren.

Nur durch Inklusion von Anfang an, können wir eine Gesellschaft werden die ein Miteinander zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen ganz selbstverständlich leben kann.

Diese Petition weckt und fordert Ämter, Behörden, Eltern und Lehrer, sich mit dem Thema Inklusion endlich zu beschäftigen und  Unrecht zu beseitigen und Verständnis zu schaffen.

Leider kommt es noch zu oft zu Ausgrenzungen und manchmal sogar zu Übergriffigkeiten/Unverständnis durch Mitarbeiter vom Jugendamt, Lehrern, Schulleitungen sowie Ärzten, Psychologen und Richtern, weil sie die Rechte behinderter Kinder noch immer nicht im vollem Umfang kennen. So müssen Familien ihr Recht auf Eingliederungshilfe einer Schulbegleitung oft einklagen und Anwälte einschalten um einen Nachteilsausgleich oder einen individuellen Förderplan zu erhalten. Bei manchen Familien kommt es sogar zum Sorgerechtsentzug, wenn die inklusive Beschulung an einer Regelschule gescheitert ist, weil es dort noch keine angemessenen inklusiven Schulstrukturen gibt und das behinderte Kind nur deshalb auf eine Sonderschule abgeschult werden soll.

Manchmal werden diese behinderten Kinder und ihre Eltern so massiv ausgegrentzt, dass diese eingeschüchtert und gedemütigt die Regelschulen verlassen. Oft werden die Eltern auch dazu gedrängt den Notenschutz anzunehmen. Doch leider wird den Eltern nicht genau erklärt, dass der Notenschutz in Wirklichkeit bedeutet, dass das behinderte Kind zum Übertritt automatisch auf eine Sonderschule oder auf eine Mittelschule kommt und von dort direkt in einer der Werkstätten. Werkstätten sind keine inklusiven Orte. Sie widersprechen der UN-Behindertenrechtskonvention und schließen behinderte Menschen weiterhin aus unserer Gesellschaft aus.

Immer mehr EItern wünschen jedoch schulische Inklusion und fordern dieses Recht auf Teilhabe auch ein. Den Betroffenen wird von den Institutionen nicht erklärt, dass behinderte Kinder schon heute ein Recht auf eine wohnortnahe inklusive Beschulung haben.

In unseren Beratungen fällt auf, dass einige Behörden das Wort "Integration" durch "Inklusion" nur ersetzt haben und nicht wirklich wissen, was die Inklusion wirklich beinhaltet und welche Rechte Kinder mit Behinderungen heute bereits haben.

Im Zusammenhang mit gewünschter Inklusion eines Kindes kommt es häufiger zu Drohungen seitens des Jugendamtes und falschen Kindeswohlgefährdungs-Meldungen durch die Schulen, um so diese Kinder den Sonderschulsystem zuführen zu können oder sogar den Entzug des Sorgerechts für schulische Belange vor dem Familiengericht zu erwirken, um diese Kinder dann auf diesem Wege einer Klinikschule, einer Einrichtung zuführen zu können, wenn die Familien keine inklusiven Schulplätze finden können und oder keine Schulbegleitungen.

Da eine inklusive Schulentwicklung im Freistaat Bayern bisher nicht angemessen stattgefunden hat, kann das „freie Wahlrecht“ der Eltern jedoch nicht gelebt werden, da eine inklulsive Beschulung derzeit nur mit einer Inklusionsklasse möglich ist, da Regelschullehrer keine sonderpädagogische Ausbildung haben. Finden betroffene Familien keinen „inklusiven Schulplatz“, müssen sie ihre behinderten Kinder weiterhin in Sondereinrichtungen anmelden.

Daher fordern wir den Freistaat Bayern auf, die UN-Behindertenrechtskonvention endlich auch im "schulischen Bereich" zu entwickeln und umzusetzen.

Forderungen an den Freistaat Bayern !

1. Ein "wirklich freies Wahlrecht" durch eine angemessene Novellierung der bayerischen Schulgesetze.

2. Änderung der gesetzlichen Regelung bei einer Kindeswohlgefährdungs-Meldungen durch die Schule, wo klar geregelt wird, dass zuerst eine Schulkonferenz und auch zuerst ein Gespräch mit den Eltern stattgefunden haben muß (wie im Schulgesetz Baden-Württemberg), wenn das Kind eine Behinderung hat, da die Schulleitungen keine medizinischen Vorkenntnisse haben.

3. Ein "angemessenes pädagogisches Inklusionskonzept" für alle Schulen.

4. Die Einrichtung von unabhängigen Beratungsstellen für Inklusion.

5. Die Einrichtung von unabhängigen "Beschwerdestellen für Inklusion" für betroffene Familien.

6. Einen "Beauftragten für Inklusion" am Sozialministerium Kerstin Schreyer und einen "Beauftragten für Inklusionsrecht" am Justizministerium Georg Eisenreich.

7. Einen Rechtsanspruch für einen inklusiven und wohnortnahen Schulplatz für behinderte Kinder.

8. Mehr Personal und bessere Verteilung der Ressourcen von den Sonderschulen zu den Regelschulen.

9. Schulische Assistenzkräfte direkt bei den Schulen zu installieren.

10. Ausbildung aller Lehrkräfte und Mitarbeiter.

11. Mehr Mitspracherechte der Eltern behinderter Kinder auch in den Arbeitsgruppen beim Landtag, so wie es die UN-BRK vorsieht.

Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention 2009 unterzeichnet und sich dazu verpflichtet. Dadurch würden sich automatisch die bisherigen Lern- und Schulbedingungen für alle Kinder in Deutschland verbessern. Durch mehr Demokratie, Transparenz und individuelleren Lernbedingungen.

UN-Behindertenrechtskonvention – Artikel 24
b) Menschen mit Behinderung gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen (inklusiven), hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben.

Warum schafft das ein Land wie Italien seit über 30 Jahren und Deutschland nicht? Weil Deutschland mit der Umsetzung noch nicht wirklich begonnen hat.

Bitte unterstützt und teilt unsere Petition für mehr Gerechtigkeit, damit dies endlich ein Ende hat und alle Kinder eine hochwertige Bildung und Förderung erhalten und damit diese Unterstützungen nicht länger unterlassen werden dürfen.

Vielen herzlichen Dank!

Susann Dohm 
Leiterin der Inklusionsbewegung Starnberg http://www.inklusionsbewegung-starnberg.de/ Inklusionsbotschafterin, Rechtsbeistand für inklusive Schulangelegenheiten und zukünftige Verbandspräsidentin Deutscher Verband inklusiver Schulentwicklung https://www.deutscher-verband-inklusiver-schulentwicklung.de/


Weitere Informationen und unser Erfahrungsbericht zur Inklusion an der Grundschule Münsing in Bayern:

http://www.inklusionsbewegung-starnberg.de/inklusionsberichte/erfahrungsbericht-familie-dohm-zur-inklusion-an-der-grundschule-m%C3%BCnsing/

 



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