Durchschnittsabitur 2020 in Bayern

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Die Welt in den Händen des Coronavirus. Allgemeine Unklarheit und Unsicherheit. Niemand weiß genau, wie es weitergehen soll und was noch alles auf uns zukommt.

Die Situation ist sehr ernst, das ist mittlerweile hoffentlich allen bewusst. Trotzdem muss das Leben irgendwie weitergehen, denn es gibt auch noch ein Leben nach Corona.

Hunderttausende Schüler weltweit fragen sich nun: „Schulabschluss 2020 – wie soll das gehen?“. Auch wir gehören dazu. Bisher sind in Bayern die Abitur-Termine lediglich nach hinten verschoben. Wie aber soll es funktionieren, dass wir am 20. Mai unsere erste Abiturprüfung haben? Die Corona-Pandemie wird, allen Prognosen nach, zum aktuellen Zeitpunkt der Prüfungen noch nicht eingedämmt sein.

Seit einiger Zeit ist nun eine Petition von zwei Hamburger Schülern im Umlauf. Es geht darum, dass das Abitur 2020 ein sogenanntes `Durchschnittsabitur` werden soll – ein Abschluss ohne Abiturprüfungen also, basierend auf den bis zum Zeitpunkt der Schulschließung erbrachten Leistungen. Hierzu soll der Durchschnitt der 32 bis 40 Halbjahresergebnisse errechnet und als Abiturnote festgelegt werden. Wenn man sich verbessern möchte, soll man beispielsweise die Möglichkeit erhalten, in einem seiner gewählten Abiturfächer eine mündliche Prüfung per Online-Videocall abzulegen. 

Viele halten das für eine Unverschämtheit. Man könne den Schülern doch nicht einfach ihr Abitur „hinterherschmeißen“, das sei doch völlig unverdient.

Nein – es wäre keineswegs ein ungerechter und „hinterhergeschmissener“ Abschluss. Unfair wäre es, WENN wir 2020 unser Abitur schreiben müssten.

Die Schulen wurden abrupt geschlossen, abiturrelevante Themen wurden nicht mehr durchgenommen, es fehlen Wiederholungen und Vertiefungen im Unterricht. Nachhilfe oder Intensivkurse können nicht stattfinden. Lehrer schicken einem teils umkommentiert Themen und Aufgaben zu, das ersetzt auf keinen Fall den normalen Unterricht.

Außerdem haben wir momentan wirklich andere Sorgen, als für unsere Abiturprüfungen zu lernen. Die ungewisse Situation stellt für viele eine psychische Belastung dar. Eventuell sind Risikopatienten in der Familie, um die sich gekümmert werden muss oder die Familie hat durch die enormen wirtschaftlichen Umstellungen finanzielle Sorgen. Gleichzeitig soll man dann auch noch für seine Abiturprüfungen lernen, welche den Notendurchschnitt maßgeblich beeinflussen, mit dem man sich im weiteren Berufsleben bewirbt und vorstellt!? – Das kann und sollte nicht sein.

Wir müssen gerade alle zusammenhalten, einander helfen und füreinander da sein. Sollten wir dann fürs Abitur lernen oder lieber versuchen, uns sozial zu engagieren und für Risikopatienten da zu sein? – Diese Frage sollte eigentlich leicht zu beantworten sein.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass völlig selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass jeder zuhause technisch bestens ausgestattet ist und somit Zugriff auf die Online-Angebote der Schule hat. Was, wenn dies bei einem Schüler nicht der Fall ist. Wie soll dieser dann umsetzen, was er an Aufgaben zugeschickt bekommt? Auf all diese Fälle wird derzeit keinerlei Rücksicht genommen. Was machen Schüler, die keinen Computer zuhause haben, keinen Internetanschluss oder nicht einmal ein Smartphone? – Ja, auch das gibt es noch. Darauf scheint nur niemand Rücksicht zu nehmen.

In den Medien werden meist nur die Schulen gezeigt, an denen alles reibungslos funktioniert und an denen der Online-Unterricht scheinbar sogar besser funktioniert als der normale. Die meisten Schulen sind aber noch lange nicht auf einem aktuellen technischen Stand. Zudem liegt der Erfolg des Online-Unterrichts auch an der jeweiligen Lehrkraft. Nicht alle Lehrer nehmen die Sache gleich ernst oder machen sie gleich gut, was ihnen auch nicht zu verübeln ist, da die derzeitige Situation auch für sie eine neue und noch nie dagewesene ist.

Als letzten, aber nicht minder wichtigen Punkt wollen wir auch den Aspekt der Virus-Verbreitung ansprechen. Es ist nicht außer Acht zu lassen, wenn ab dem 20. Mai hunderttausende Schüler in Bus und Bahn zur Schule kommen, dort dieselben Toiletten benutzen, Stifte tauschen und sich zu mehreren in einem Raum aufhalten. Dass die Virus-Verbreitung dabei nicht unbedingt gestoppt wird, steht wohl außer Frage. 

Das Abitur 2020 kann und sollte nicht wie geplant und aus den Vorjahren gewohnt stattfinden. Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen, in jüngerer Vergangenheit nie dagewesenen Situation, für die es eine neue, flexible Lösung braucht. Gerade Bayern, das einen hohen Anspruch an die Qualität seiner Bildung und Bildungsabschlüsse hat, steht hier vor einer großen Herausforderung. Bayern war das erste Bundesland, das Ausgangsbeschränkungen festlegte, wieso hält die Bayerische Regierung dann so an den Abiturprüfungen fest und nimmt nicht auch hier eine Vorreiterrolle ein und entscheidet sich für das `Durchschnittsabitur`?

Das `Durchschnittsabitur` wäre weder ungerecht, „hinterhergeschmissen“ oder unverdient – es wäre dieser besonderen Situation angemessen und für die Abiturienten und schließlich auch für die Gesamtbevölkerung die einzig richtige Lösung.

Wir sind 2 Abiturientinnen aus Würzburg und fordern das Durchschnittsabitur für 2020 in Bayern.

Unterschreibt und teilt diese Petition um dieses Vorhaben voranzubringen. Hierbei ist wichtig, dass ihr die E-Mail, die ihr bekommt nachdem ihr unterschrieben habt, bestätigt. 

Wir danken euch für eure Unterstützung.

Franziska Racky & Romy Baierlipp (2 Abiturientinnen aus Würzburg)

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