Prof. Dr. Rafał Makała soll weiterhin an der TU Berlin lehren

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Seit dem Wintersemester 2016/2017 lehrt Prof. Dr. Rafał Makała am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Fakultät I der Technischen Universität Berlin. Im Rahmen seiner hiesigen Position als Leiter des Fachgebiets der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas arrangierte er zahlreiche Aktivitäten wie Seminare, Vorlesungen, Tagungen und Forschungsprojekte rund um diesen Schwerpunkt.

Jene Lehrstelle droht nun jedoch zu einer Leerstelle zu werden: bereits im kommenden Wintersemester 2018/2019 (November) läuft die auf zwei Jahre dotierte Anstellung aus und Prof. Dr. Makała ist gezwungen seine Tätigkeit an der TU Berlin zu beenden.


Wir wollen dies jedoch nicht ohne Widerstand hinnehmen.


Prof. Dr. Rafał Makała hat während seiner viersemestrigen Wirkungszeit an unserem Institut viele Studierende inspiriert und begeistert, die nun in diesem Schreiben auf ihren Wunsch und die Notwendigkeit seiner weiteren Beschäftigung am Institut aufmerksam machen wollen.


Im Folgenden findet sich eine Auswahl der wichtigsten Gründe, warum Prof. Dr. Rafał Makała ein fester Bestandteil des Lehrstuhls bleiben muss:


1. Exklusivität des Forschungsfeldes
Die Kunstgeschichte Ostmitteleuropas stellt einen Bereich der Kunstwissenschaft dar, der trotz seiner unumstrittenen Signifikanz noch immer nicht zum Standardrepertoire der meisten Universitäten mit geisteswissenschaftlichen Angeboten gezählt werden kann. Sowohl auf kunst- als auch kulturgeschichtlicher Ebene bietet er spannende Forschungsaspekte, derer sich die Studierenden in den vergangenen Semestern dank Prof. Dr. Makała annehmen konnten. Sein Fokus auf die polnische Kunstgeschichte, welche als gemeinsames Kulturerbe besonders deutsch-polnischer Beziehungen von Wichtigkeit ist, stellt ein Unikum in der Region Berlin-Brandenburg dar. Zwar gibt es weitere Institute im Berliner Umkreis, die sich thematisch ähnlich der Forschung zu Osteuropa oder der Slawistik widmen, allerdings verfügen jene nicht über die explizite Expertise zur polnischen Region. Ein Ausweichen der Studierenden auf jene wäre als starke Einschränkung ihrer Organisation und Interessen aufzufassen. In der bisher viersemestrigen Lehrzeit an der TU Berlin hat Prof. Dr. Makała den Grundstein für eine vielversprechende Forschung im Bereich der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas - explizit Polens - gelegt und zahlreiche Studierende zur Auseinandersetzung mit jener angeregt, mittels breiter thematischer Varianz umfassend gebildet und auf Augenhöhe an essentielle Themen der kunstwissenschaftlichen Praxis und akademischen Forschung herangeführt. Aspekte dieser wollen die Studierenden nun in weiteren Lehreinheiten seinerseits erfahren und weiter davon profitieren. Eine fortdauernde Beschäftigung Prof. Dr. Makałas zöge eine produktive und intensive Vertiefung des Studiums zahlreicher Studierenden nach sich.

Diese Expertise drohe zu entfallen, würde seine Lehrtätigkeit nicht verlängert werden, da bisher keine uns bekannten Bestrebungen existieren, die Leitung des Fachgebiets der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas anschließend erneut zu besetzen. Mögliche Forschungsvorhaben sähen sich dadurch erschwerten Bedingungen ausgesetzt oder würden nun bereits im Keim erstickt.


2. Aktualität der Lehrinhalte
Neben der Vermittlung von Wissen zu Kunstobjekten und der Kunstgeschichte des ostmitteleuropäischen Raums, schafft es Prof. Dr. Makała in seinen Lehrveranstaltungen stets Bezüge zu aktuellen politischen Diskursen zu ziehen, sowohl etablierte als auch moderne Methoden des Fachs dabei zu integrieren und die vorgestellten Inhalte kritisch und multidimensional zu reflektieren. So wurden z. B. in Seminareinheiten zur Nationalisierung der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas thematische Aspekte aufgegriffen, welche im Hinblick auf die heutige politische Atmosphäre in Europa eine besondere Aktualität aufweisen. Die Manifestation politischer Konnotationen im kunstwissenschaftlichen Diskurs der vergangenen 150 Jahre wurden innerhalb der Seminardauer evident und ließen abschließend eine kritische Beurteilung der methodischen und rhetorischen Werkzeuge unseres Faches zu.


3. Vielseitige Anwendung
Durch die Expertise Prof. Dr. Makałas sind thematische Erweiterungen und Kombinationen mit anderen Forschungsfeldern des Instituts möglich, die zu einer vielseitigen Lehre für die Studierenden beitragen, aber auch ein dynamisch agierendes und produktives Arbeitsumfeld zur Umsetzung kunstwissenschaftlicher Forschungsprojekte schaffen, bei dem die Beteiligten in unmittelbarer Nähe kooperieren können. Mit seinem umfassenden Wissen und zahlreichen Publikationen zu Residenz- und Sakralbauten, insbesondere der Barockzeit, ergänzt Prof. Dr. Makała die thematische Schwerpunktsetzung des Instituts auf Architektur. Zudem legen die von ihm konzipierten Lehrinhalte häufig fach- und themenübergreifende Beziehungen offen und ergänzen so den traditionellen kunstgeschichtlichen Kanon.


4. Signifikanz des Standortes
Der Erhaltung des Fachgebiets der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas an der TU Berlin und dessen Fortführung unter der Leitung von Prof. Dr. Makała wird eine besondere Bedeutung zuteil: seine Kenntnisse zur deutsch-polnischen Kunstgeschichte - insbesondere im pommerschen Raum - sind für Berlin als angrenzende Region und den Großraum Brandenburg als ein Bestandteil jener historischen Kulturlandschaft Pommern von immensem Wert. Länderübergreifende Forschungsprojekte können initiiert und die Freundschaft der benachbarten Länder Polen und Deutschland durch den studentischen Austausch weiterhin gepflegt werden.


5. Bewahrung des gemeinsamen Kulturerbes
Bereits seit dem Mittelalter wanderten Künstler zwischen verschiedenen Regionen umher und hinterließen ihre Spuren in den jeweiligen Gebieten. Die um den heutigen Grenzverlauf zwischen Polen und Deutschland entstandenen Kunstwerke bezeugen den regen Austausch zwischen ihren damaligen Bewohnern. Als exemplarisch dafür anzusehen ist die Herrschaft der sog. Greifenherzöge, dessen Machtbereich weite Teile des heutigen Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns und des nördlichen Polens über mehrere Generationen umfasste. Prof. Dr. Makała trägt durch seine Schwerpunktsetzung auf die Kunst und Geschichte der pommerschen Herzöge maßgeblich zur Aufarbeitung und Erhaltung des gemeinsamen Kulturerbes bei und sensibilisierte die Studierenden bereits in der Vergangenheit in seinen Seminaren für diese Thematik.


6. Fortführende Betreuung der Bachelor- und Masteranden
Während seiner Tätigkeit am Institut hielt Prof. Dr. Makała wöchentliche Kolloquien und Sprechstunden ab. Sein Engagement bei der individuellen Förderung und Betreuung von Abschlussarbeiten verhalf vielen Studierenden zu exzellenten Resultaten ihres akademischen Werdegangs  und einem gelungenen Start in die anschließende Praxis. Ebenso profitierten verschiedene Dissertationsprojekte von seiner Anwesenheit. Auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden mehrere Abschlussarbeiten von ihm betreut oder demnächst von ihm betreut werden. Mit Prof. Dr. Makała entfiele ebenso der etwaige oder bereits eingetragene Erstbetreuer für studentische Abschlussarbeiten, was für Betroffene eine grundlegende, wissenschaftliche Neuorientierung bzw. die Verlagerung des Studienschwerpunkts der Studierenden zur Folge hätte. Eine Unterbrechung laufender Projekte durch seine Abwesenheit oder unverbundene Präsenz am Standort bedeutete eine wesentliche Einschränkung für die Arbeit der Studierenden und den Verlust praxisorientierter, maßgeschneiderter Unterstützung selbiger.


7. Akademischer Austausch / Vermittlung über Netzwerke
Ob im Rahmen einer semesterbegleitenden Vorlesungsreihe oder als einzelne Veranstaltungen neben dem Unialltag - auf Grundlage seines extensiven Netzwerkes konnte  Prof. Dr. Makała mehrere Gastvorträge externer Expert*innen organisieren. Damit offerierte er einen Zugang zu neuesten Forschungsergebnissen, hob aktuelle Diskurse hervor und trug maßgeblich zum angeregten akademischen Austausch zwischen Studierenden und sowohl etablierten als auch jungen Forscher*innen bei. Auch in Zukunft möchten wir Studierende diese Chancen wahrnehmen können.


8. Inspiration und Motivation der Studierenden
Nicht zuletzt trägt auch die durchgehend positive Rezeption seines Wirkens am Institut zu unserem Wunsch nach Verlängerung der Tätigkeit Prof. Dr. Makałas als Leiter des Fachgebiets der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas an der TU Berlin bei. Die von ihm angebotenen Lehrveranstaltungen erfuhren stets regen Zulauf und erzeugten eine Diskussionsplattform für Studierende aller Semester, auf welcher kritische Auseinandersetzungen und die gründliche Beschäftigung mit reichhaltigen Themenkomplexen gefördert wurden. Praxisorientierte Elemente seiner Lehre, wie Exkursionen, gaben einmalige und vielseitige Einblicke auf wissenschaftlicher und kuratorischer Ebene in unser künftiges Berufsfeld. Wir schätzen seine ehrliche, motivierende, heitere Art des Lehrens, die uns bei jeder Sitzung erneut begeisterte und uns um ein Vielfaches bereichert die Seminarräume verlassen ließ.

 



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